Markus Somm wird Chefredaktor der BaZ

30 08 2010

(Bild: bazonline.ch)

Der Aufschrei, der sich meldenden Minderheit (?) ist gross. Ein Aargauer mit Ostschweizer Wurzeln wechselt an die Spitze der Basler Zeitung. Geht das überhaupt? Ein Nichtbasler als Chef des hiesigen medialen Kulturgutes „Basler Zeitung“? Wieso nicht.

Der FCB feierte seine grössten Erfolge mit einem Deutschen respektive einem Zürcher. Nun ist wieder ein Deutscher am Ruder. Basels erfolgreichste Eigengewächse kommen aus dem Baselbiet oder dem Fricktal. Der FCB zeigt, dass der Begriff „Basler“ nicht allzu eng definiert werden sollte. Wieso also sollte man sich bei der Besetzung der hiesigen Zeitung auf eine Person aus dem Stadtkanon und damit auf einen Markt von gerade mal 37 Quadratkilometer beschränken?

Basel gibt sich weltoffen, macht aber nun plötzlich Vorbehalte, wenn der neue Mann am Ruder der Basler Zeitung von jenseits des Bözbergs kommt. Hört die Welt an der Stadtgrenze auf? In Foren melden sich bereits erste verärgerte Leser, welche ihr Abo künden wollen (bin gespannt auf die Alternativen). Vergessen aber wird, dass unter den Chefredaktoren in der „Post Platz“- Ära Tausende von Abonnemente gekündigt wurden und das obwohl zwischenzeitlich auch Chefredaktoren aus Basel am Ruder waren. Diese gilt es nun zurückzuholen.

Die diffusen Ängste, dass aus der Basler Zeitung ein rechtsbürgerliches Blatt à la Weltwoche wird, sind meines Erachtens fehl am Platz. Die Weltwoche als Wochenzeitung hat eine andere Ausrichtung, als eine regionale Tageszeitung. Ausserdem verfügt die Basler Zeitung nicht über einen redaktionellen Stamm an Journalisten, welcher von einem Tag auf den andern seinen Schreibstil um 180 Grad ändern kann. Aber selbst die eingefleischten politisch eher linksstehenden „Basler“ müssten erkennen, dass eine wirtschaftliche Überleben der Zeitung nur gewahrt werden kann, wenn die Basler Zeitung sich auch ausserhalb der Stadtgrenzen verkauft. Mit dem Baselbiet und dem wirtschaftliche ebenfalls prosperierenden Fricktal gehören Gebiete zum potentiellen Leserstamm der Basler Zeitung, welche politisch eher auf der bürgerlichen Linie sind. Die politische Vielfalt der Region Basel muss deshalb auch in einer echten Regionalzeitung zum Ausdruck kommen. Das dies längerfristig der Fall ist, dafür kann Markus Somm sorgen. Und zwar nicht, weil er politisch eher rechtsbürgerlich steht, sondern weil er ein guter Journalist ist. Ein guter Journalist muss eben auch Themen aufgreifen, die unbequem scheinen und damit den landläufigen journalistischen Mainstream hinterfragen.

Warten wir also die ersten 100 Tage ab und entscheiden dann, ob die Basler Zeitung auf dem Weg zu einer qualitativ besseren Zeitung ist. Denn es ist unbestritten, dass die Zeitung in dieser Hinsicht Nachholbedarf hat. Allerdings wird die Ernennung von Markus Somm alleine noch keine bessere Zeitung machen. Die Redaktion muss aufgestockt werden, damit die Journalisten wieder jene Geschichten verfolgen können, die Relevanz in der Region haben.

Basel ist in punkto Kultur, Sport und wirtschaftlicher Prosperität schon längst eine feste Grösse in der Schweiz. Es ist nichts falsch daran, dass sie auch in punkto Medien wieder dorthin gelangt, wo sie vor vielen Jahren einmal war.





The perfect 10 bicycle garage

25 08 2010

In Anlehnung an die „perfect 10 car garage“ präsentiere ich hier meine persönliche Hitliste der 10 tollsten Velos. Genau wie bei Autos kann man über Geschmack streiten. Genau das macht es ja aber so faszinierend. Streiten Sie mit!

Platz 10: Marrs Cycles Electric Beach Cruiser

Elektrovelos sind der kommende Renner. Ich halte es hier genau wie in Sachen Elektroautos. Grundsätzlich eine tolle Sache, aber sie müssen ja nicht so hässlich sein, wie jene, welche man zurzeit auf Schweizer Strassen sieht. Das es anders geht, beweist der Hersteller Marrs Cycles aus Südkalifornien.

Platz 9: Felt Vintage Iron

Horch, Horch. Die Firma Felt wurde vom Motocrossfahrer (motorisierter Verkehr!) Jim Felt gegründet. Die Firma baut Velos aller Art, aber nur das Vintage Iron zeigt, wo Jim Felts Wurzeln liegen.

Platz 8: Electra Delivery 3i

Für all die coolen und lässigen „Wochenendvelokuriere“ oder Mitvierziger, die gerne Velokurier geworden wären, während dem Studium ihr Geld aber als Taxifahrer verdient haben.

Platz 7: Backspin von Fixie Inc. Cycles for heroes

Keine Velohitliste ohne ein Fixie.

Platz 6: Ordonanzrad 05

Was wäre die Velonation Schweiz ohne das Militärvelo. Aber Achtung: Nur für Fahrer mit genügend Muskelsubstanz in den Waden!

Platz 5: Big Flyer von Radio Fyler

So haben wir alle angefangen, in die Pedalen zu treten!

Platz 4: BMW Enduro

Ja, sie sehen richtig. Ein Velo eines Automobilherstellers. Nichts ungewöhnliches. Von Mercedes, über BMW, Volvo, Peugeot, Cadillac und vielen mehr, werden auch Velos fabriziert. Aber keine Angst liebe Umweltpolitiker, diese Modelle werden nicht in die CO2 Bilanz der Hersteller miteingerechnet…

Platz 3: Pashley’s Guvnor Plus 4

Ein klassisches Velo von einem der ältesten Velomanufakturen Englands.

Platz 2: Radon Bikes RCS 7.0

Wie bei Autos gilt auch bei Velos, je leichter desto besser. Carbon heisst das Zauberwort.

Platz 1: Aurumanias Gold Bike Crystal Edition

Die Velo der limiterten Edition der skandinavischen Designerbude Aurumania gehörten zum teuersten der Welt. Dieses hier kostet über 100’000 CHF!





Der Schweizer Fussball vor einer Sternstunde

25 08 2010

Der Schweizer Klubfussball kann heute definitiv von sich reden machen. Nachdem der FC Basel mit einem 3:0 gegen Sheriff Tiraspol die Gruppenphase der Champions-League erreicht hat, können die Berner Young Boys heute für eine weitere Überraschung sorgen. Ein Weiterkommen gegen Tottenham ist nicht unmöglich. Es wäre der grösste Erfolg des Schweizer Klubfussballs überhaupt. Zwei Schweizer Vertreter in der Champions-League würden dem Klubfussball neue Impulse, Gelder und damit auch enorme Möglichkeiten geben. Seit Jahren ist die Nachwuchsarbeit der Schweizer Klubs europäisch vorbildlich. Mangels finanzieller Möglichkeiten und sportlichen Aussichten zogen die Talente aber dann meist zu früh ins Ausland. Eine Entwicklung, welche nicht nur den Spieler selbst, sondern schlussendlich auch der Nationalmannschaft schadeten. Die Nationaltrainer waren so oft gezwungen, auf Spieler zu setzen, welche zwar von europäischen Spitzenklubs bezahlt werden, dort aber meist auf der Bank sitzen.

Sollte mit YB heute ein zweiter Klub die Champions-League erreichen, wären die Gelder, welche aus der Champions-League in die Kassen der Klubs fliessen, nicht nur auf einen Klub reduziert. Das verbreitert den finanziellen Spielraum. Gleichzeitig würden dann sowohl YB wie auch der FCB weiter am Punktekonto für die Nationenwertung arbeiten. Wie wichtig das ist, zeigt die Tatsache, dass der Meister 2010/2011 automatisch für die Gruppenphase qualifiziert ist. Solch sportliche Perspektiven würden es erlauben, das eine oder andere Talent ein paar Jahre länger in der Super League zu halten.

Die Berner Young Boys spielen deshalb heute nicht nur für sich und die Stadt Bern, sondern für die ganze Schweiz. Einmal mehr sollte das Schweizer Fussballpublikum den Lokalpatriotismus ablegen und hinter den Gelb-Schwarzen aus Bern stehen. Ein Weiterkommen in London wäre ein kleiner Schritt für YB, aber ein grosser für den Schweizer Fussball.





Autos contra Velo

25 08 2010

Gerade in den Städten tobt der tägliche Kampf zwischen dem motorisierten Verkehr und den Velofahrern. Dabei sind die Velofahrer per se die „Opfer“. Am 11. September will die „Velo-Community“ in den Schweizer Städten denn auch für ihr Rechte demonstrieren. Trotzdem muss ich hier mal was loswerden, was mich als Autofahrer stört und was ich tagtäglich im Verkehr erlebe. Velofahrer sehen sich aufgrund ihrer Fortbewegung allein aus Muskelkraft (obwohl das mit dem Aufkommen der Elektrovelo auch nicht mehr für alle gilt) als Verkehrsteilnehmer in einem rechtsfreien Raum. Da werden Rotlichter überfahren, Trottoirs als Velostreifen benutzt, Einbahnstrassen missachtet oder rechts überholt, wenn Autofahrer am Fussgängerstreifen anhalten. Dabei gefährden die Velofahrer nicht nur sich selbst, sondern auch die Fussgänger.

Es gibt in jeder Kategorie der Verkehrsteilnehmer „Gute“ und „Böse“. Das ist ein Fakt. Es gibt daher auch Velofahrer, die sich an die Regeln halten. Allerdings werden die beiden Verkehrsteilnehmer erst dann auf gegenseitiges Verständnis stossen, wenn Autofahrer nicht per se als die „Bösen“ und Velofahrer als die „Guten“ betrachtet werden. Ich unterstütze es, wenn Velofahrer für mehr Rechte kämpfen, sie sollten aber auch beachten, dass auch sie Pflichten haben. Eine davon wäre die Einhaltung der einschlägigen Regeln des Strassenverkehrs.

P.S. Um meine Sympathie mit den umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer zu zeigen, werde ich an dieser Stelle in Kürze die „perfect 10 bicycle garage“ veröffentlichen.





Fehler gleichen sich aus – Teil 4

23 08 2010

Nach der gestrigen Runde in der Super League ist wieder einiges passiert. David Degen schoss für YB gegen den FCZ ein Tor aus Offsideposition und Xamax wurde gegen Bellinzona ein Penalty verwehrt. Dies hat Auswirkungen auf die Tabelle der „Fehler gleichen sich über die Saison aus“-Tabelle.

Hier der aktuelle Stand:

1. Luzern  +2

2. FCB, GC, Bellinzona +1

3. Xamax, YB, St. Gallen 0

4. Sion, FCZ, Thun -1





Weiter so, YB!

18 08 2010

Die Berner Young Boys scheinen endlich gemerkt zu haben, was wirklich wichtig ist: Internationale Erfolge! Wenn die Berner weiter so spielen, liegt es nicht mehr nur am FC Basel, europäische Punkte für die Schweiz und damit auch für die Sicherung von Champions-League Plätzen zu erspielen. Die Erfolge der Berner und auch des Überraschnungsteams aus Lausanne sind für die ganze Schweiz von enormer Bedeutung. Zeit also, dass sich der Schweizer Fussballfan als solches outet und Vereinszugehörigkeiten auf internationaler Ebene mal beiseite lässt. Wir sind YB, wir sind Lausanne und wir sind Basel! Weiter so!





Fehler gleichen sich aus – Teil 3

9 08 2010

In der 4. Runde der Super League blieb es um die Schiedsrichter relativ ruhig. Nur Jérôme Laperrière wurde in Neuenburg beim Spiel Xamax – FCZ von den Neuenburgern (allen voran Carlos Varela, wen wunderts!) kritisiert. Allerdings glichen sich die Fehler aus. Xamax schoss ein Offsidetor, im Gegenzug wurde den Neuenburgern ein Penalty verweigert.

Die Tabelle bleibt demnach unverändert.

1. Luzern  +2

2. FCB, GC +1

3. Bellinzona, FCZ, St. Gallen 0

4. YB, Sion, Xamax, Thun -1





Wenn schon abschreiben, dann richtig, liebe Bazonline

4 08 2010

Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Online-Plattformen durchaus interessante Artikel aus dem englischen, auch deutschsprechenden Lesern zugänglich machen. Aber wenn schon abgeschrieben resp. übersetzt wird, dann richtig. Im Bazonline-Artikel wird geschrieben, dass die Hotelkette Westin die Löhne um 20 Prozent gesenkt hat. Das ist nur bedingt richtig. Es handelt sich nämlich nur um ein Hotel in Providence, Rhode Island. Von einem Hotel auf eine ganze Kette zu schliessen, ist meines Erachtens gewagt!

Der Originalartikel aus der New York Times.

Der bearbeitete zum Teil falsche Artikel auf Bazonline.





Keep on dreamin‘

4 08 2010

Kennen Sie den Unterschied zwischen Journalismus und Public Relations? Nun, bei der PR konzentriert man sich auf jene Messages, welche man einer Öffentlichkeit vermitteln will, man formuliert diese und kommuniziert mit der entsprechenden Zielgruppe. Im Journalismus geben die Journalisten den Ton an. Sie stellen Fragen und man antwortet. Die PR ist hier nur dafür zuständig, dass man sich auf die zu erwartenden Fragen vorbereitet. Die Fragen selbst bestimmen, dass kann man nicht. So etwas nennt man bezahlte PR und hat mit Journalismus nichts zu tun. Soweit also in einer Kurzfassung die Theorie.

Sharon Angle, Republikanerin und Kandidatin für den Senatssitz für den Staat Nevada hat aber ihre ganz eigene Theorie von Journalismus. Die Journalisten müssten sich darauf beschränken, jene Fragen zu stellen, welche man beantworten wolle. Dieses Verständnis von Journalismus ist sogar dem amerikanischen Kollegen von FOX zuviel. Aber schauen Sie selbst.





Fehler gleichen sich aus – Teil 2

2 08 2010

Wir führen an dieser Stelle die Rubrik „Schiedsrichterfehlentscheidungen gleichen sich über die Saison aus“ weiter. Nach den umstrittenen Entscheiden bei Luzern -Xamax (Xamax hat Protest eingereicht) und den harten Penaltyentscheiden bei Thun – GC, sieht die Tabelle wie folgt aus. Zur Rechnung: jede Fehlentscheidung zugunsten eines Teams gibt einen Pluspunkt, zu ungunsten einen Minuspunkt.

1. Luzern  +2

2. FCB, GC +1

3. Bellinzona, FCZ, St. Gallen 0

4. YB, Sion, Xamax, Thun -1