Keep on dreamin‘

4 08 2010

Kennen Sie den Unterschied zwischen Journalismus und Public Relations? Nun, bei der PR konzentriert man sich auf jene Messages, welche man einer Öffentlichkeit vermitteln will, man formuliert diese und kommuniziert mit der entsprechenden Zielgruppe. Im Journalismus geben die Journalisten den Ton an. Sie stellen Fragen und man antwortet. Die PR ist hier nur dafür zuständig, dass man sich auf die zu erwartenden Fragen vorbereitet. Die Fragen selbst bestimmen, dass kann man nicht. So etwas nennt man bezahlte PR und hat mit Journalismus nichts zu tun. Soweit also in einer Kurzfassung die Theorie.

Sharon Angle, Republikanerin und Kandidatin für den Senatssitz für den Staat Nevada hat aber ihre ganz eigene Theorie von Journalismus. Die Journalisten müssten sich darauf beschränken, jene Fragen zu stellen, welche man beantworten wolle. Dieses Verständnis von Journalismus ist sogar dem amerikanischen Kollegen von FOX zuviel. Aber schauen Sie selbst.

Advertisements




Bilder sagen mehr als tausend Worte

6 07 2010

Ein Bild ist ausdrucksstark, es kann aber auch irreführend sein. Richtig eingesetzt löst es beim Betrachter Gedanken aus, die Worte kaum können. Diese alte Weisheit nehmen sich Medienschaffenden immer wieder zu Nutze. So auch die Zeitschrift „The Economist“, welche Obama am Strand vor Louisiana zeigt, im Hintergrund eine Ölplattform. Der Regierung wird momentan Untätigkeit und Hilflosigkeit im Umgang mit der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vorgeworfen. Da kommt ein solches Bild gerade recht. Doch Achtung: Laut „New York Times“ ist das Bild gefälscht respektive zeigt nicht die wahre Situation, welche der Fotograf einmal festhielt.

Die Botschaft ist klar: Im Bild links steht US-Präsident Obama, den Kopf nach unten geneigt. Es scheint, als ob er den Kopf fallen lässt und damit seine Hilflosigkeit non-verbal zum Ausdruck bringt. Das Bild rechts zeigt aber, was er tatsächlich macht. Er hört den Erklärungen einer Lokalpolitikerin zu. Da diese kleiner ist als er, senkt er dazu sein Haupt. Soviel zur Macht der Medien respektive zur Macht des Bildes.





Wo bleiben all die Chief Communication Officers?

8 05 2010

Obwohl die strategische Kommunikationsausbildung in den letzten Jahren an Wert gewonnen hat und einige hochwertige Ausbildungsgänge ein Universitäten bestehen, ist die Kommunikation in den obersten Chefetagen immer noch untervertreten. Für viele CEOs und Top-Headhunter ist Kommunikation immer noch die Sache mit der Pressemitteilung und vielleicht noch der Werbung. Pure Taktik also, während die strategische Komponente immer noch auf der Strecke bleibt.

Dies liegt zum einen daran, dass Kommunikation in den MBA-Lehrgängen ein Stiefmutter-Dasein fristet und somit der künftige CEO gar nicht über deren strategischen Nutzen weiss, zum andern aber auch daran, dass immer noch Leute auf oberste Kommunikationsposten gehievt werden, welche das Handwerk und die strategischen Fähigkeiten der Kommunikation nie gelernt haben.

Jüngstes Beispiel ist die CVP-Nationalrätin Kathrin Amacker. Ihres Zeichens Head Diversity Management bei der Novartis, promovierte Apothekerin und neu oberste Kommunikationsfrau bei Swisscom und Mitglied der Konzernleitung. Von einer qualifizierten und strategischen Kommunikationsausbildung keine Spur. Andere Beispiele finden sich dort, wenn ehemalige Journalisten in Top-Positionen als Chief Communication Oficer (CCO) ernennt werden. Die können zwar (davon gehe ich jetzt aus) Schreiben und Lesen und kennen ein paar Leute aus der Medienszene, es qualifiziert Sie dadurch aber noch lange nicht, den Posten eines CCOs inne zu haben.

Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen. Aber seien wir ehrlich. Sie würden Sie auch nie einen Biologen als Steuerberater einstellen oder ihr Auto von einem Metzger reparieren lassen. Genau das passiert aber sehr oft in der Besetzung von Top-Kommunikationspositionen. Und damit wird weiter an der Entwertung dieser Disziplin gearbeitet, obwohl der Mangel einer guten strategischen Kommunikation bei Unternehmen fast täglich nachzulesen ist, wenn wieder jemand Mist gebaut hat und die Firma innert Stunden Tausenden von Franken an Börsenwert vernichtet.





Kommunikation wirkt!

20 10 2009

Favre

(Ein Kommunkationsfehler kostet ihn Millionen: Der bei Hertha BSC entlassene Lucien Favre.)

Nun, man kann es nicht oft genug betonen. Kommunikation und das Wissen, sie richtig einzusetzen, ist heute über die Geschäftswelt hinaus ein Werkzeug der Strategie. Die richtige Kommunikation zum richtigen Zeitpunkt, kann einem aus misslichen Situationen helfen, falsch eingesetzt führt sie einem aber schnell ins Abseits. So wie im Beispiel des Lucien Favre. Eine Pressekonferenz nach seiner Freistellung als Trainer von Hertha BSC bringt ihm nun eine fristlose Entlassung, was seine Aussicht auf einen millionenschweren Vergleich schwinden lässt. Der Mann war schlecht beraten könnte man von Aussen her meinen. Einer seiner Berater ist ein ehemaliger Sportjournalist, welcher heute erfolgreich eine Spielervermittleragentur leitet. Der Mann sollte als Journalist etwas von Kommunikation verstehen, könnte man meinen.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder Journalist per se ein guter Kommunikator ist. Das haben schon unzählige Grossunternehmen festgestellt, welche in der Aussicht auf gute Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse Journalisten von der Redaktion weg als Kommunikatoren eingestellt haben und gescheitert sind. Ich möchte hier jetzt aber nicht, über das heutige Ausbildungsbild von Kommunikationsfachleuten referieren. Es geht um die Beratung. Man könnte also meinen, Lucien Favre ist schlecht beraten worden, was ihn nun mehrere Millionen kostet, vom Imageschaden abgesehen. Doch ich denke, es ist ganz anders und in der Beratung ein weit verbreitetes Phänomen. Lucien Favre dürfte ein Typ sein, der beratungsresistent ist und am Ende, hat er sich die Situation selbst eingebrockt. Wer sich als Trainer nicht dreinreden lässt, hat es schwer, nachher plötzlich auf andere zu hören.

Man kann davon ausgehen, dass der Romand, in seinem Stolz nach der Freistellung verletzt, den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Wahrscheinlich haben ihm seine Berater davon sogar abgeraten (es wäre auf jeden Fall ihre Pflicht gewesen). Hört der „Chef“ aber nicht auf einem, dann hat man als Berater nur noch eine Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nun auch diese Strategie ging im Falle des Lucien Favre nach hinten los. Zwar las Favre bei der Pressekonferenz von einem Manuskript ab, was darauf schliessen liesse, dass die Berater eben versuchten, den Schaden einzugrenzen, aber in der Fragerunde, war er dann doch nicht zu stoppen.

Nun, wie auch immer es im Falle des Lucien Favre war. Eines ist in der Welt der Berater klar. Wenn es klappt, ist der Auftraggeber der Gefeierte, wenn es in die Hosen geht, ist der Berater schuld. Und zwar immer, egal ob der Auftraggeber gegen die Überzeugung des Beraters handelte.

P.S. Wie immer hat der Blick seine eigene unverblümte Meinung zum Theater.





Fussball ist ein Produkt

16 09 2009

Fans

(Fussballclubs buhlen um die Gunst und das Geld der Fans.)

Früher war alles besser und einfacher. Da gingen die Leute noch aus purer Begeisterung und Liebe zum Verein an Fussballspiele. Das ist heute zwar auch noch so, aber es ist unbestritten, dass Fussball heute auch ein Produkt ist. Die Konkurrenz in unsere Eventgesellschaft ist gross und die Angebote zahlreich.

Noch immer gibt es natürlich jene, die aus Liebe zum Verein an Fussballspiele gehen, doch genügen diese Zuschauer heute nicht mehr, um die explodierenden Kosten eines professionellen Fussballbetriebs zu decken. Werbe- und Sponsoringeinnahmen machen heute einen Grossteil des Budgets aus. So betragen zum Beispiel die Zuschauerreinnahmen bei Bayern München nur 24% der Gesamteinnahmen. Bei Schweizer Vereinen sind es weit über 90% im Schnitt. Die Schweizer Vereine haben es zum Teil aufgrund fehlender TV-Einnahmen und anderen wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen als ausländische Clubs, aber auch aufgrund zum Teil miserabler Merchandising-Abteilungen verpasst, diesen Anteil zu verkleinern. Die Folge: Schweizer Vereine müssen konstant an ihrem „Produkt“ feilen, um die Massen und damit die Grundlage für ihr wirtschaftliches Überleben in die Stadien zu ziehen.

Am Beispiel des FC Basels zeigt es sich, dass diese Produkt zurzeit nicht stimmt. Das Preis/Leistungsverhältnis liegt nicht in den Erwartungen des Konsumenten. Dies zeigt, dass nur gerade 12’000 Packages für die drei Euroleaguespiele verkauft wurden und für den Knüller gegen die AS Roma bisher knapp 17’000 Tickets über den Ladentisch gingen. Dies müsste den Verantwortlichen zu denken geben.

Nun muss dringend das Produkt respektive die Leistung, welche der Konsument/Fan davon erhält verbessert, oder der Preis gesenkt werden. Ende Jahr werden zudem die Jahreskarten erneuert. Viele vor allem Firmen, welche bisher gleich mehrere Tickets kauften, werden sich fragen, ob sie diese erneuern. Es zeigt sich aber auch, dass die Kommunikation und damit die Vermarktung des Produktes eine grosse Rolle spielt. Auch der FCB wird bald merken, dass die Marke sich nicht von alleine verkauft und neue innovative Ideen nötig sind (siehe auch „Sport-PR: Der FC Basel„).





Sport-PR (Teil 4): Der FC Basel

2 07 2009

logo1

Im 4. und letzten Teil der kleinen Serie „Die Kommunikation der Schweizer Fussballvereine im Urteil“ wenden wir uns dem Branchenprimus und Massstab schlechthin der Super League zu, dem FC Basel. Niemand im Schweizer Fussball verfügt über mehr Personal und ist professioneller organisiert als der FC Basel. Kein Tag vergeht, an welchem die Augen der Öffentlichkeit nicht auf den FC Basel gerichtet sind. Kein Wunder sind die Erwartungen an die Kommunikation hoch.

Bei der Beurteilung wird nach folgendem Raster vorgegangen. Ausgangspunkt ist die Website des Klubs: http://www.fcb.ch. Es geht allerdings nicht darum, den Internetauftritt als solches zu analysieren, sondern diverse Punkte der Stakeholderkommunikation anhand der Website zu beurteilen. Im Vordergrund stehen folgende Punkte:

–          Gibt es eine Medienseite?

–          Welchen Inhalt haben die News?

–          Welche Informationen gibt es für potentielle Sponsoren?

–          Was wird den Fans geboten?

–          Wie ist das Angebot im Bereich Merchandising?

Ebenfalls in die Beurteilung fliesst die Berichterstattung in den Medien sowie das Bild, welche die Vereine in den Medien abgeben.

Medienkontakt

Wie auch die anderen vier Teams dieser Testreihe verfügt der FCB über einen vollamtlichen Medienverantwortlichen. Es gibt zwar keinen direkten Kontakt zum Mediensprecher, vielleicht auch, weil ihn eh jeder kennt und seine Natelnummer hat. Trotzdem wäre dies gerade für jene, welche nicht Woche für Woche über den FCB berichten, sicher hilfreich. Ansonsten ist alles da, was es braucht, um sich über den FCB zu informieren. Schade aber auch hier, dass gerade Hintergrundinformationen wie ein Dossier über die Geschichte des Klubs fehlen. Eigentlich wäre dies ein Leichtes, ist der Medienchef doch Autor verschiedener Bücher über den FCB. Stoff hätte man genug, man muss die Infos nur anbieten.

News-Gehalt

Hauptsächlich News rund um die sportlichen Aspekte. Von denen allerdings nicht zu wenig. Hier läuft was, selbst in der „fussballfreien“ Zeit. Da steckt viel Arbeit und „Manpower“ dahinter. Selbst Abgänge und Vertragsauflösungen werden, wenn auch oft später als diese bereits in den Medien auftauchen, kommuniziert. Und zwar nicht zu knapp, sondern immer mit dem nötigen Respekt gegenüber den Verdiensten des Spielers.

Potentielle Sponsoren

Hier herrscht gähnenden Leere. Man erfährt zwar, wer Sponsor ist, nicht aber, wie man investieren kann und was man dafür erhält. Nun, Geld scheint der FCB zu haben und wahrscheinlich läuft es hier nach dem Motto: Wir sind die Nummer 1 in der Schweiz und in Basel sowieso – da kommen die Sponsoren automatisch, wenn sie was wollen. Das mag richtig sein, wenn man an die „grossen Fische“ denkt. Aber hunderte von KMUs mit vergleichsweise „kleineren Beträge“ um die 100’000 CHF und weniger, werden aussen vor gelassen. Die Strategie geht solang auf, wie der sportliche Erfolg da ist und solange das lokale und nationale Networking der Marketingabteilung rund läuft.

Trotzdem: hier ist Verbesserungsbedarf vorhanden, denn man muss auch in die Zukunft schauen und weniger rosige Zeiten antizipieren. Nur weil es momentan sportlich läuft, fliessen auch die Gelder. Es ist noch keine 20 Jahre her, da hat der FCB unter Peter Epting um Geld gebettelt und wäre fast Bankrott gegangen. GC und der FCZ machen dies klar besser!

Angebot für Fans

Das wahrscheinlich reichhaltigste Angebot für Fans bei allen vier getesteten Klubs. Von Informationen, über Spiele bis Multimedia-Angeboten. Alles ist vorhanden. Trotzdem, die Merchandising Artikel scheinen nicht immer den Nerv der Zeit zu treffen und wirken oft als „Geldmacherei“. Kein Produkt, welches das FCB Logo nicht trägt. Kein Wunder blüht ausserhalb der offiziellen Kanäle eine Handel mit zum Teil weitaus „originelleren“ Merchandising-Artikeln. Ein Geschäft, das eigentlich der Klub machen sollte.

Das Bild in den Medien

Der FCB macht eigentlich alles richtig und wird gelobt, solange der Erfolg stimmt. Kein Klub arbeitet professioneller, wohl auch weil die Konkurrenz in der Schweiz nicht allzu gross ist. Trotzdem, die mittlerweile fast 100 Mitarbeitenden zählende FCB-Truppe kann auch mit kleineren Klubs grosser ausländischer Ligen mithalten.

Ein Problem, dass man bisher nie in den Griff bekommen hat, sind die Probleme mit den Anhängern sowie die Fan-Ausschreitungen meist neben dem Platz. Mehr Fans = mehr Probleme ist eine einfache Antwort auf eine schwierig zu lösende Frage. Manchmal wünschte man sich, der Branchenprimus würde hier auch in der Öffentlichkeit eine Vormachtsstellung einnehmen.

Der FCB profitiert auch von einem fast ausnahmslosen Rückhalt in der Region. „Kritik“ gegen den FCB ist kaum hörbar und so hat er vorerst auch auf politischem Parkett eine ziemlich starke Stellung. Hier gilt es, sich diese Stellung in Zukunft nicht zu verbauen.

Fazit

Der FCB macht (fast) alles richtig. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass er sein Potential nicht voll ausschöpft. Muss er zurzeit auch nicht, da die Konkurrenz in der Liga sportlich und wirtschaftlich überschaubar ist. Solange es sportlich läuft, scheint die Kommunikation kein Problem zu sein. Ob er sich in wirklichen Krisen auch oben halten kann, muss er aber erst beweisen. Die Auftritte nach dem verlorenen Meisterschaftsfinish gegen den FCZ 2006 und die Entlassung von Trainer Christian Gross zeigten zumindest, dass der FCB „Schwächen“ zeigt, wenn er mal wirklich kommunikativ gefordert ist.

Bisher erschienen:

– Sport-PR: Die Kommunikation der Schweizer Fussballvereine im Überblick

– Teil 1: Der Grasshopper-Club Zürich

– Teil 2: Die Berner Young Boys

– Teil 3: Der FC Zürich





Sport-PR (Teil 3): Der FC Zürich

24 06 2009

fcz

In Teil 3 der kleinen Serie „Die Kommunikation der Schweizer Fussballvereine im Urteil“ wenden wir uns dem aktuellen Schweizer Meister der Super League zu, dem FC Zürich. Natürlich erwartet man von einem Meister auf dem Rasen auch, dass er zu den Meistern der Kommunikation gehört. Hat doch der Zürcher Stadtklub genau wie die Berner Young Boys, die Grasshoppers sowie der FC Basel einen vollamtlichen Medien-/Kommunikationschef.

Bei der Beurteilung wird nach folgendem Raster vorgegangen. Ausgangspunkt ist die Website des Klubs: http://www.fcz.ch. Es geht allerdings nicht darum, den Internetauftritt als solches zu analysieren, sondern diverse Punkte der Stakeholderkommunikation anhand der Website zu beurteilen. Im Vordergrund stehen folgende Punkte:

–         Gibt es eine Medienseite?

–         Welchen Inhalt haben die News?

–         Welche Informationen gibt es für potentielle Sponsoren?

–         Was wird den Fans geboten?

–         Wie ist das Angebot im Bereich Merchandising?

Ebenfalls in die Beurteilung fliesst die Berichterstattung in den Medien sowie das Bild, welche die Vereine in den Medien abgeben.

Der FC Zürich ist in den letzten Jahren dreimal Meister geworden und hat sich vom Arbeiterklub zu einem professionell (100%-Präsident Canepa und Sportchef Bickel) geführten Klub entwickelt. Immer noch spielt man gerne mit der Rolle des Underdog , aber längst ist der Arbeiterklub in höheren Budgetsphären angekommen.

Medienkontakt

Zumindest vordergründig top. Ob dann hinten raus auch geliefert wird, was versprochen ist, können wir nicht beurteilen. Auf jeden Fall gibt es alle notwendigen Informationen im „Medien-Corner“. Telefonnummer und eMail des Medienchefs sowie alle Pressemitteilungen sind auch auf fcz.ch. Zudem ist der FCZ der einzige Klub in der bisherigen Serie, der verschiedene Pressemappen mit historischen und aktuellen Informationen zum Download anbietet. Ein sehr guter Dienst, auch wenn die eigentlichen Informationen noch ergänzt werden können. So wäre dieser Bereich auch die Gelegenheit mehr Informationen über Fan- und Jugendarbeit sowie weitere Engagements zu platzieren.

News-Gehalt

Es gibt regelmässig News. Querbeet und nicht nur auf die sportlichen Aktivitäten beschränkt. Sehr gut auch die Möglichkeit, sich News via RSS zu abonnieren. Dies zeigt, dass man auch den elektronischen Kanälen sowie Web 2.0 Applikationen aufgeschlossen gegenüber steht.

Potentielle Sponsoren

Vorbildlich! Es gibt unzählige Informationen unter einem speziellen Punkt „Sponsoringmöglichkeiten“. Wo es keine weiterführenden Informationen per PDF gibt, ist für jeden einzelnen Sponsoringbereich eine Person mit eMail und Telefonnummer angegeben. Hier stimmt nicht nur der Inhalt sondern auch die Verpackung.

Ausserdem wird auch gleich die Möglichkeit für Sponsoring bei den FCZ Frauen, den Letzikids und der Academy angeboten. Ein wahrlich integrativer Ansatz, der sehr positiv ist.

Kleiner Wehrmutstropfen auch hier, genau wie bei den anderen beurteilten Klubs bisher: Man erfährt praktisch immer nur, welche geldwerte Leistung man für sein Sponsoring erhält. Zu wenig wird aus dem Brand FCZ und der Vermittlung seiner Werte gemacht.

Angebot für Fans

Interessant ist, dass es keinen speziellen Fanbereich gibt. Entweder sind alle, die zum FCZ kommen Fans und es erübrigt sich deshalb, oder man legt keinen Wert darauf. Immerhin ist das Angebot mit FCZ-TV und dem Shop grosszügig und vielfältig. Auch der FCZ hat eine Zeitschrift. Im Bereich „Club“ findet man dann doch noch etwas für Fans. Zum einen Porträts verschiedener Fanklubs, zum anderen Informationen zur Fanarbeit. Informationen übrigens, die wir uns auch im Download-Bereich im Medien-Corner vorstellen können. Denn die Fan-Arbeit hat zwar als erste Zielgruppe die Fans, aber im Spannungsfeld der Öffentlichkeit, muss man auch den Medien darlegen, was man in diesem Bereich unternimmt.

Ziemlich umständlich hingegen ist der Weg herauszufinden, ob und wie man Mitglied beim FCZ wird.

Das Bild in den Medien

Der FCZ kommt in den Medien sehr gut weg. Bodenständig und volksnah. So standen die sportlichen Exponenten des Klubs während des Meisterschaftsfinales fast jederzeit zur Verfügung, während man sich beim FCB an feste Termine und Gesprächspartner hielt. Die einen mögen dies unprofessionell andere eine offene Kommunikation nennen. Solange es die Spieler nicht von ihre Arbeit abbringt ist es auf jeden Fall kommunikativ zu begrüssen.

Ein weiterer Vorteil des Klubs ist es, das er immer noch vom Ruf des Arbeiterklubs profitieren kann. Geld und Budget stehen kommunikativ nicht im Vordergrund und das obwohl er der einzige Klub in der bisherigen Serie ist, der einen Bereich „Management“ hat, wo auch Finanzkennzahlen transparent kommuniziert werden. Hier sieht man, dass der Klub auch wirtschaftlich ganz oben mitreden will.

Fazit

Der Meister wird seinem sportlichen Anspruch auch kommunikativ gerecht. Fast ohne Negativpresse und immer bodenständig und trotzdem professionell im Hintergrund. Die Kommunikation stimmt hier.

Nächste Woche schliessen wir die Serie ab und schauen dem Branchenprimus, dem FC Basel kommunikativ auf die Finger.

Bisher erschienen:

Sport-PR: Die Kommunikation der Schweizer Fussballvereine im Überblick

Teil 1: Der Grasshopper-Club Zürich

Teil 2: Die Berner Young Boys