Valentin allein in Berlin

4 09 2014

Unbenannt

Valentin Stocker war beim FCB eine feste Grösse. Nun ist er in der Bundesliga und muss unten durch. Ein Millionentransfer garantiert keinen Stammplatz. Fehlentscheid? Zu schwach für die Bundesliga? Mitnichten! Valentin Stocker lernt gerade ein neues Umfeld kennen. Er muss sich beweisen, jeden Tag zeigen, dass er in die Stammelf will und dorthin gehört. Wie das ist, kann er sich bei einem kurzen Telefonanruf nach Basel kurz bestätigen lassen. Heute ist es beim FCB unter Paulo Sousa nicht anders. Seine Zeit wird kommen. Geduld ist gefragt. Situationen wie die aktuelle bringen einen Spieler weiter. Das zeigt das Beispiel Granit Xhaka bei Borussia Mönchengladbach. Im Fussball geht es schnell. Ein Spieler ist gesperrt, verletzt und dann erhält man eine Chance, die man nutzen muss. Der einzige Unterschied in der Bundesliga ist der, dass man, wird man eingesetzt, wenig Eingewöhnungszeit erhält. Man muss sich sofort beweisen. Deswegen kämpft man dort nicht nur an den Wochenende sondern jeden Tag um einen Stammplatz. Valentin Stocker weiss das und wenn er Geduld an den Tag legt, wird er auch bei Hertha Berlin zur festen Grösse. Bestimmt.

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Kommunikation wirkt!

20 10 2009

Favre

(Ein Kommunkationsfehler kostet ihn Millionen: Der bei Hertha BSC entlassene Lucien Favre.)

Nun, man kann es nicht oft genug betonen. Kommunikation und das Wissen, sie richtig einzusetzen, ist heute über die Geschäftswelt hinaus ein Werkzeug der Strategie. Die richtige Kommunikation zum richtigen Zeitpunkt, kann einem aus misslichen Situationen helfen, falsch eingesetzt führt sie einem aber schnell ins Abseits. So wie im Beispiel des Lucien Favre. Eine Pressekonferenz nach seiner Freistellung als Trainer von Hertha BSC bringt ihm nun eine fristlose Entlassung, was seine Aussicht auf einen millionenschweren Vergleich schwinden lässt. Der Mann war schlecht beraten könnte man von Aussen her meinen. Einer seiner Berater ist ein ehemaliger Sportjournalist, welcher heute erfolgreich eine Spielervermittleragentur leitet. Der Mann sollte als Journalist etwas von Kommunikation verstehen, könnte man meinen.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder Journalist per se ein guter Kommunikator ist. Das haben schon unzählige Grossunternehmen festgestellt, welche in der Aussicht auf gute Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse Journalisten von der Redaktion weg als Kommunikatoren eingestellt haben und gescheitert sind. Ich möchte hier jetzt aber nicht, über das heutige Ausbildungsbild von Kommunikationsfachleuten referieren. Es geht um die Beratung. Man könnte also meinen, Lucien Favre ist schlecht beraten worden, was ihn nun mehrere Millionen kostet, vom Imageschaden abgesehen. Doch ich denke, es ist ganz anders und in der Beratung ein weit verbreitetes Phänomen. Lucien Favre dürfte ein Typ sein, der beratungsresistent ist und am Ende, hat er sich die Situation selbst eingebrockt. Wer sich als Trainer nicht dreinreden lässt, hat es schwer, nachher plötzlich auf andere zu hören.

Man kann davon ausgehen, dass der Romand, in seinem Stolz nach der Freistellung verletzt, den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Wahrscheinlich haben ihm seine Berater davon sogar abgeraten (es wäre auf jeden Fall ihre Pflicht gewesen). Hört der „Chef“ aber nicht auf einem, dann hat man als Berater nur noch eine Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nun auch diese Strategie ging im Falle des Lucien Favre nach hinten los. Zwar las Favre bei der Pressekonferenz von einem Manuskript ab, was darauf schliessen liesse, dass die Berater eben versuchten, den Schaden einzugrenzen, aber in der Fragerunde, war er dann doch nicht zu stoppen.

Nun, wie auch immer es im Falle des Lucien Favre war. Eines ist in der Welt der Berater klar. Wenn es klappt, ist der Auftraggeber der Gefeierte, wenn es in die Hosen geht, ist der Berater schuld. Und zwar immer, egal ob der Auftraggeber gegen die Überzeugung des Beraters handelte.

P.S. Wie immer hat der Blick seine eigene unverblümte Meinung zum Theater.