Die leidige Diskussion um die Schiedsrichter

15 04 2010

Das schwächste Glied in der Kette eines Fussballvereins ist der Trainer. Sein Stuhl wackelt als erstes, wenn der Stürmer nicht trifft oder der Verteidiger einen „Blackout“ hat. Kein Wunder sucht sich dieser nach Fussballspielen jemand, der einen noch tieferen Stand in der Fussballnahrungskette hat: den Schiedsrichter. Ein Meister darin ist Bernhard Challandes. Natürlich sorgen aber die Schiedsrichter selbst auch nicht gerade dafür, dass die Diskussion über ihre Leistungen nachlässt. So auch gestern FIFA-Schiedsrichter Cyril Zimmermann im Spiel zwischen dem FCB und St. Gallen. Konkret werden ihm das Offside-Goal von Moreno Merenda sowie die Gelb-Rote Karte für Zé Vitor angekreidet. Mal ganz davon abgesehen, dass es die Spieler im 21. Jahrhundert mit ihren versteckten Fouls und Schauspieleinlagen den Unparteiischen nicht einfach machen, sei eine kritische Würdigung ihrer Leistungen erlaubt.

Eines fällt bei all den Diskussionen um die Schiedsrichterleistungen auf. In den meisten Fällen hat nicht der so genannte Chef auf dem Platz den „Fehler“ gemacht, sondern der Kollege an der Linie. Früher hiess dieser Linienrichter und machte kaum mehr als die besagte Linie zu bewachen. Heute heissen sie „Assistenten“, allerdings hat man das „bewachen“ der Linie noch nicht aus ihren Köpfen gebracht. Offside-Fehlentscheidungen wie gestern, muss der Assistent an der Linie sehen. Und als Assistent muss er seinen Chef auch mal darauf hinweisen und ihn zur Not korrigieren. Ausserdem muss der Chef, ist er bei strittigen Entscheidungen nicht sicht, auch mal den Assistenten konsultieren. Aus diesem Grunde sind die Herren auch mit Funkmikrofonen verbunden.

Man hätte sich gestern bei einem optimalen Zusammenspiel der beiden also folgenden Funkspruch gewünscht.

Zimmermann: „Der Ball kam von einem St. Galler. Frei hat ihn mit dem Kopf verlängert.“

Assistent: „Der Ball wurde vom Kopf des St. Gallers verlängert?“

Zimmermann: „Ja, ich stand daneben und hab’s genau gesehen.“

Assistent: „In diesem Fall stand der Torschütze im Offside“

Zimmermann: „OK, danke. Das Tor zählt in diesem Fall nicht.“

Assistent: „ Gern geschehen. Dafür bin ich da, Dinge zu sehen, die dir entgehen.“

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Misserfolge Schönschreiben

14 07 2009

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(Thorsten Fink: Nicht der erste FCB-Trainer, der eine Startniederlage erklären muss: Bild: nzz.ch)

Thorsten Fink ist nicht zu beneiden. Nach dem Aus von Christian Gross setzt eine Fussballregion all ihre Hoffnung in den neuen Messias. Doch schon das erste Spiel zeigte, dass Euphorie und frischer Wind nicht den Erfolg alleine bringen. Noch will keiner die Lanze über der Trainerneuverpflichtung brechen. Dazu ist es sicherlich auch zu früh, doch die Behutsamkeit, mit der die Startniederlage bewertet wird, ist doch erstaunend.

Die Basler Zeitung rechtfertigt die Startniederlage mit den Erkenntnissen aus der kürzeren FCB-Vergangenheit. Seit Karl Engel hat kein neuer FCB Trainer mehr ein Startspiel gewonnen und auch Christian Gross erreichte bei seinem Debüt vor 10 Jahren nur ein 1:1 auswärts gegen Lugano. Kritische Betrachtungen werden mit den fehlenden Mechanismen erklärt. Wirkliche Kritik ist noch keine zu hören, dabei könnte man sich durchaus fragen, wieso Fink am Sonntag Stocker vom Feld nahm, und zudem mit Mustafi einen dritten Stürmer für einen Mittelfeldmann sowie mit Perovic einen Mittelfeldspieler für einen Verteidiger brachte. Sicherlich, alles nach Vorne hiess die Devise, aber Systematik schien das, zumindest von Aussen betrachtet, nicht zu haben. Hier merkte man, dass die Ruhe nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz fehlte.

Es ist definitiv zu früh, ein abschliessendes Urteil über den FCB Ausgabe 2009/2010 zu fällen. Sicher aber ist seit Sonntag, dass die Durststrecke länger anhalten wird, als manchem lieb ist. Die Mittellandzeitung tippt den FCB auf Rang 3 und lag damit zu Beginn der Meisterschaft sicherlich nicht schlecht. Ob dies aber im Frühling 2010 dem erfolgsverwöhnten Anhang und der Vorstandsspitze des FCB auch reicht, hängt in erster Linie von der Art und Weise ab, wie Fussball in den kommenden Wochen gespielt wird. Schnell, wirblig und offensiv, das sind die Vorgaben. In St. Gallen war davon noch wenig zu sehen.