Es ist nur Fussball

14 03 2012

Da war es wieder. Das Gefühl, dass es am Schluss halt doch in die Hosen geht. Und wie. Trotzdem. Die jungen Wilden beim FC Basel haben uns in dieser Champions-League Saison träumen lassen. Ihr Mut, ihr Selbstvertrauen und ihre Abgeklärtheit während der gesamten Kampagne waren beeindruckend. Sie haben immer daran geglaubt, jeden Gegner schlagen zu können und mit ihnen haben auch wir von Spiel zu Spiel mehr daran geglaubt.  Doch wir müssen uns nicht grämen. „Wir sind kein Verein, der an Realitätsverlust leidet“, sagte Alex Frei vor dem Spiel in München. Genau so sollte man die Leistung auch einordnen. Die Champions-League ist für Schweizer Spieler wie Ferien. Geniessen und Freude haben! „Arbeit“ ist die Schweizer Liga. Titel und Erfolge, welche eine Teilnahme an diesen wunderbaren „Ferien“ erst ermöglichen, werden in der Super League erarbeitet. Deshalb: Abhacken, weitermachen!

Es gibt wichtigeres als Fusssball. Sogar die Parteiversammlung der Grünen Basel-Stadt hatte gestern Abend einen vollen Saal, ein Irrer hat mit dem Auto in Basel eine Person getötet und viele verletzt. Eine Stadt steht unter Schock, titeln die Zeitungen heute. Grund ist nicht das Ausscheiden des FCB. Fussball ist „nur“ die schönste Nebensache der Welt.

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Das europäische Debakel

21 09 2008

(Der zypriotische Ferienort Famagusta sorg für Furore.)

Drei Niederlagen, ein Unentschieden: die Bilanz des FC Basel, der AC Bellinzona sowie des FC Zürich und YB ist ernüchternd. Ist der Schweizer Fussball wirklich so schlecht? Mitnichten. Natürlich ist das Niveau der Schweizer Super League nicht mit der Prima Division oder der englischen Premier League zu vergleichen. Trotzdem: wir sind besser als unser Ruf.

Wenn der Schweizer Meister bereits in der Qualifikation zur Champions League damit rechnen muss, bei einem Ausscheiden auf europäischen Fussball zu verzichten, dann stimmt etwas mit dem System nicht. Die grossen Ligen haben die Vorteile, Jahr für Jahr europäische zu spielen und sich damit an diesem Rhythmus zu gewöhnen. Natürlich sind die Ligen in Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien stärker als in der Schweizer. Aber, auch diese Teams bekunden Mühe, wenn sie mal durch die Mühlen der Qualifikation müssen.

Die Zyprioten aus Famagusta machen es vor. Die Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League war schon ein Wunder und nun kämpfen sie Werder Bremen ein 0:0 ab. Die gleichen Bremer gewinnen dann am Samstag auswärts gegen Bayern München mit 5:2. Zieht man den einfachen Schluss, dann würde das Fazit so lauten: die Bundesliga ist halt als Liga einfach schlechter als die Champions League, wo „hochkarätige“ Gegner wie die Kicker von der zypriotischen Ferieninsel spielen. Klingt irgendwie komisch. Oder?

Fussball ist eben nicht so einfach und genau deshalb, sollte man nicht voreilig den Stab über den Schweizer Mannschaften im Europacup brechen. Keiner erwartete von Bellinzona gegen die Übermacht Galatasary ein Weiterkommen, aber wenn die Mannschaft von Marco Schällibaum sich nicht komplett gehen lässt, macht sie es „Gala“ im Rückpsiel wenigstens nochmals schwer. Auch der FCZ muss gegen Milan nicht weiterkommen.

Bleiben von YB und der FCB. Die Berner spielen jetzt auswärts und ein Sieg liegt drin. Auch der FCB wird garantiert noch den einen oder anderen Punkt in der Champions League holen. Denn eines ist klar. Fussball ist nicht Mathematik und 1 plus 1 gibt nicht immer 2. Sonst würde Famagusta nicht in der Champions League spielen.