Ist der Teppich für Yakin’s Abgang ausgelegt?

3 12 2013

Die Basler Zeitung rollt schon mal den Teppich für den möglichen Abgang von FCB-Cheftrainer Murat Yakin aus. Sie spurt die Kommunikation der Verantwortlichen gegenüber den Fans vor. (Gute Gründe für latente Unruhe beim FCB). So kommt es einem zumindest vor, wenn man den Artikel liest. Die Marke FCB muss nicht kurz- sondern langfristig denken und da könnte der Trainer Murat Yakin keine Zukunftslösung sein. Die mag stimmen und die Verantwortlichen haben mit ihren Entscheidungen in letzter Zeit immer Recht erhalten. Ausser bei Raoul Bobadilla, aber wenn man zwischen den Zeilen liest, kann es durchaus sein, dass dessen Verpflichtung auch auf Drängen von Yakin Zustande gekommen sein könnte und es Bernhard Heusler heute noch wurmt, dass die Sache schief ging. Die Anzeichen dafür leuchteten aber von Anfang an wie der Polarstern am Himmelsfirmament.

Man kann von Yakin halten was man will, es war aber abzusehen, dass er seinen Charakter nicht ändert und sich nicht als Teil eines Unternehmen sieht. Auf jeden Fall nicht in der Weise, wie das den Verantwortlichen vorschwebt. Die Gründe für einen möglichen Abgang alleine bei Yakin zu suchen, wäre deshalb falsch. Noch ist er aber Trainer und ein durchaus erfolgreicher. Seit Christian Gross stand keiner mehr an der Linie, der eine Mannschaft so auf einen Gegner einstellen kann wie Yakin. Dabei ist es auch logisch, dass bei einem Trainer aus der Kategorie U40 mal eine Entscheidung bezüglich Spielsystem getroffen wird, die kein Mensch versteht. Irgendwie gehört das dazu. Junge Trainer müssen auch das Privileg haben, ihre Linie zu finden.

Ungeachtet der Tatsache, dass es innerhalb des Unternehmens Dissonanzen gibt, wäre es dem FCB zu wünschen, eine langfristige Lösung für den Posten zu finden. Diese kann durchaus in der Person Yakin liegen. Ein Sir Alex Ferguson oder Guy Roux waren auch nicht immer die pflegeleichtesten Trainer und führten mit der Teamleitung und den Spieler so manchen Kampf. Am Schluss zählt der Erfolg und Kontinuität ist nicht das schlechteste Rezept dafür.

Eher amüsant liest man die Randbemerkung, dass Thorsten Fink wieder auf der Matte stehen soll. Ohne Zweifel ist er ein Trainer mit Herz und Emotionen. Die Öffentlichkeit liebt ihn. Allerdings stellt man sich die Frage, wer die Trainings leiten soll und die Knochenarbeit machen müsste, wenn Thorsten Fink zurückkommt. Der Vogel ist bekanntlich ausgeflogen.

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Der FCB ist definitiv in Europa angekommen

15 10 2012

FCB Trainer Heiko Vogel ist Geschichte. Vor 10 Tagen haben wir an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass Murat Yakin nicht ewig Golf spielen wird. Nun hat er das Green schneller verlassen, als erwartet werden konnte. Heiko Vogel wurde Opfer seines Erfolges. Er hat seinen verdienten Platz in der FCB Geschichte, aber wer heute bei den Aussagen von Bernhard Heusler zwischen den Zeilen lesen wollte, der wurde den Verdacht nicht los, dass Vogel der Erfolg über den Kopf gewachsen ist. Es ist durchaus möglich, dass er die Leichtigkeit, welche ihn vor einem Jahr auszeichnete verlor und damit die Fähigkeit, welche ihn damals auszeichnete. Was zwischen Trainer und Vorstand ablief, wird nie in die Öffentlichkeit kommen, aber bei aller Kritik am Entscheid des Vorstandes, welcher nun auf die FCB Führung niederprasselt, sollte man drei Fakten im Auge behalten. 1. Bernhard Heusler ist ein seriöser Arbeiter, der bisher nie ohne Grund aus den Hüften geschossen hat. 2. Bernhard Heusler wäscht keine dreckige Wäsche, damit er in der Öffentlichkeit „besser“ dasteht und 3. als der Vorstand vor einem Jahr auf Vogel setzte, klatschten auch nicht alle Beifall.

Bei aller Kritik, welche wir in de Leserbriefen und Kommentarspalten lesen werden, darf eines nicht vergessen werden. Der FCB ist in Europa angekommen und will dort einen Stammplatz. Dazu gehört es auch, dass ab und zu ein Trainer entlassen wird und man einen unpopulären Entscheid fällt. Im europäischen Spitzenfussball ist nur der Erfolg Gradmesser, ob einem das nun gefällt oder nicht. So gesehen, ist auch der FCB „Opfer“ seiner Erfolge.





Es fehlt eine Nummer 10

5 10 2012

Der FC Basel dümpelt zurzeit durch die Tabellen der Super und Europa League. Lässt man das Ausscheiden in der Champions-League Qualifikation bei Seite, hat der FCB in diesen beiden Ligen erst einmal verloren. Trotzdem: Fussball sieht anders aus, als was der FCB zurzeit spielt. Nach knapp drei Monaten kann man deshalb eine erste Bilanz fällen. Diese fällt ernüchternd aus. Es fehlt eine Nummer 10 oder anders ausgedrückt, ein offensiver Mittelfeldspieler. Die Verantwortlichen müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie richtig hingeschaut haben, als sie Marcelo Diaz verpflichteten. Diaz und Cabral geben zwei gute Sechser, aber das Resultat sind Unentschieden am Laufband und kein Zug nach vorne. Und sprechen wir von vorne. Die Baisse von Alex Frei zeigt ein zweites Manko. Anscheinend gelingt es dem FCB seit der Rückkehr von Frei aus der Bundesliga nicht,  einen dritten Topstürmer zu verpflichten. Wie soll man auch, wenn normalerweise am Duo Streller/Frei kein vorbeikommen ist. Nun rächt es sich aber, da Frei ohne Wenn und Aber in einem Formtief steckt (was man ihm angesichts seiner Verdienst aber nicht anlasten kann). Der FCB hat hier zumindest aus der Aussenperspektive keine weitsichtige Planung betrieben.

Ein weiteres Problem ist die Psyche der Spieler. Die Automatismen sind verloren gegangen. Das neue Ensemble hat sich auch nach zahlreichen Spielen noch nicht gefunden und keiner weiss, wo der andere steht. Dies führt dazu, dass kaum überraschenden Offensivaktionen zustande kommen. Die Belgier aus Genk haben gestern gezeigt, was gutes und sicheres Passspiel ist. Kaum ein Fehlpass und viele gewonnene Zweikämpfe und sogenannte zweite Bälle. Der FCB ist gefordert, allen voran Heiko Vogel, der nach dem Double und dem Abgang vopn Xhaka, Shaqiri und Huggel zeigen muss, dass er mehr kann, als die Moral der Spieler nach jeder Aufholjagd zu loben (Murat Yakin wird nicht ewig Golf spielen). Es dürfte auch dem FCB nicht entgangen sein, dass es seit längerer Zeit für Siege 3 Punkte gibt. Nicht verlieren alleine holt keine Meisterschaft und keinen Blumentopf. Ziel des FCB muss es sein, nächsten Frühling wenigstens auf Platz 2 zu stehen. Das würde für die Champions-League Qualifikation reichen. Ansonsten werden weitere Spieler (Stocker, Cabral, Dragovic, ?) den FCB verlassen und die Zeiten dürften definitiv frostig werden.