Emotionen statt Zahlen

28 02 2021

Erfolg isch nid alles im Läbe

Und dr Ciri hett sogar Spass drby

Das ka zem ney Vereinscredo wärde

Denn dr Burgener lossts aifach so syy

Bernhard Burgener ist ein Mann der Zahlen. Er hat uns schon vorgerechnet, dass wir Meister geworden wären, hätten wir nie gegen YB verloren. Oder er verweist auf den Prozentsatz junger Spieler, die Senkung der Kosten oder sicherlich auch auf die Anzahl der Verletzten, welche so manche Niederlage erklären sollen. Aber Bernhard Burgener hat kein Herz aus Stein. Ja, ich meine sogar, er hat sein rotblaubes Herz am rechten Fleck. Das Problem aber ist, er zeigt diese Emotionen nicht. Doch gerade jetzt wären sie gefragt!

So kann es nicht weiter gehen. Die Tendenz in 2021 ist eindeutig der FCB ist mehr als auf dem Weg nach unten. Platz 2 ist nur eine der so geliebten Zahlen. Spätestens nach dem Spiel gegen YB werden wir um die Europacupplätze kämpfen. Dann beginnt das grosse Zittern, um wenigstens eines der seit Jahren selbstverständlichen Ziele zu erreichen: Meister werden, Cupsieger werden, Europäisch mitspielen. Nur mit Ciriaco Sforza werden wir dieses letzte Ziel nicht erreichen. Auch er hat sein Herz zwar auf dem rechten Fleck, aber er passt nicht zum Anspruch dieser Ziele. Er erzählt davon, dass zwei bis drei junge Spieler nach der Niederlage gegen St. Gallen geweint hätte und das gut sei, weil es zeige, dass man ihnen vertrauen und Zeit geben muss. Das kann aber nicht Anspruch des FCB sein. Zumindest ist es nicht der von Bernhard Burgener kolportierte Anspruch. Seit Monaten klafft eine grossse Lücke zwischen Schein und Sein.

Bernhard Burger liebt Filme. Vielleicht, weil man sich in deren Traumwelt nicht der Realität stellen muss. Aber um es mit den Worten der Filmwelt zu sagen: eine Meisterschaft ist wie eine Netflix-Staffel, jede Serie ist ein Spieltag und bei jeder Serie wird dsa Drehbuch neu geschrieben. Damit die Anreihung von Serien aber auch zu einer Saga wird, braucht es einen Regisseur mit klaren Vorstellungen, einer Strategie und dem Blick für das Ganze.

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass uns dieser Regisseur fehlt. Ciriaco Sforza kann die Staffel nicht zu einer Saga führen. Wir leben immer noch in der Traumwelt der letzte 20 Jahre und versuchen, alte Erfolge mit billigen Drehbüchern neu zu schreiben. Es ist Zeit für neue Geschichten, neue Emotionen und neue Visionen! Die Zeit ist da, um hinzustehen, Emotionen zu zeigen, sie rauszuschreiben und Klartext zu reden.

Entweder wollen wir dem Anspruch der vergangenen Jahre gerecht werden, dann muss sich Vieles ändern, oder aber man bekennt sich dazu, in den nächsten Jahren neu anzufangen und jeweils das Glück im Cup zu suchen sowie einen Europacupplatz zu ergattern. Als Fan kann ich mit beidem leben. Was ich nicht kann ist, wenn mir Wochenende für Wochenende die heile Welt einer alten Schnulze vorgespielt wird.


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