Glaubed nit an Gaischter…

10 05 2010

Noch sind zwei Runden zu spielen, aber erlauben sich die beiden stärksten und besten Super-League Mannschaften am Donnerstag keinen Ausrutscher, steuern wir auf eine Finalissima hin, welcher im Herbst niemand für möglich gehalten hätte.

YB vs. FC Basel heisst die Zauberformel, die kein Fussballherz unberührt lässt. Sollte der Meistertitel am letzten Spieltag entschieden werden, dann kommt dies einem „echten“ Finalspiel gleich: „No time für loosers“, „The winner takes it all!“.

Äusserlich spricht vieles gegen den FC Basel. Der Gummirasen im Stade de Suisse, das Verletzungspech sowie die Gelb-Gefahr. Vor dem Spiel gegen Xamax droht für nicht weniger als sieben FCB-Spieler eine Zwangspause in der Finalissima, falls einer von ihnen im Spiel gegen Xamax gelb sieht. Es sind dies Behrang Safari, Xherdan Shaqiri, Benjamin Huggel, Franco Costanzo, Toni da Silva, David Abraham und Cadgas Atan.

Trotzdem genau diese Spiele liegen dem FCB und es spricht auch einiges gegen YB.

YB hat schön früh das Double für sich behauptet. YB glaubte nach dem Ausscheiden im Cup schon die Meisterschaft im Sack (siehe auch Blogeintrag vom 21. März) und YB muss, ja muss einfach Meister werden! Der FCB, so blöd das klingt, darf.

Er hat in Saison 1 unter Thorsten Fink mehr erreicht als viele (auch ich) im Herbst für möglich gehalten haben. Er hat den Cupsieg auf souveräner Art nach Basel geholt und er hat die Meisterschaft bis zum Ende spannend gemacht und dies nach einem Rückstand von 13 Punkten auf YB und dies nach einer Saison, in welcher YB an gefühlten 33 von bisher 34 Spieltagen an der Spitze war. Wenn also jemand weiche Knie bekommt, dann die Berner, obwohl der Titel selbstredend verdient wäre.

Wie sagte doch Beni Huggel so schön: „ Wenn YB am Ende mehr Punkte hat, dann haben sie es auch verdient, den Pott in den Händen zu halten“. Wenn!!!





Sieht so etwa unsere grüne Zukunft aus?

10 05 2010

(Quelle: Migros)

Die Migros will künftig Elektroautos verkaufen. An sich eine gute Sache, aber doch nicht so ein Fahrzeug. Beim Anblick des in Indien gebauten grünen Gewissens auf vier Rädern, fahr ich stolzer Brust Fahrrad. Und dann soll das Ding auch noch über 50’000 CHF kosten! Seien wir ehrlich: grün ist toll, aber es ginge auch anders.

Wenn er denn bald gebaut wird, gibt es den Erdgasbetriebene PGO Cévennes Turbo CNG (siehe auch mein Blogeintrag „Top 10 car garage„) für rund 80’000 CHF. Bereits für Europa zu haben ist zudem der Tesla Roadster für rund 150’000 CHF. Gut, teure Sache, aber mit diesem grünen Gewissen unter dem Hintern, sieht man 1000-Mal besser aus und fühlt sich auch so. Schliesslich bleibt das Auto auch im Zeitalter des Umweltschutzes eine emotionale Angelegenheit.

(Quelle: Tesla Roadster)





Wo bleiben all die Chief Communication Officers?

8 05 2010

Obwohl die strategische Kommunikationsausbildung in den letzten Jahren an Wert gewonnen hat und einige hochwertige Ausbildungsgänge ein Universitäten bestehen, ist die Kommunikation in den obersten Chefetagen immer noch untervertreten. Für viele CEOs und Top-Headhunter ist Kommunikation immer noch die Sache mit der Pressemitteilung und vielleicht noch der Werbung. Pure Taktik also, während die strategische Komponente immer noch auf der Strecke bleibt.

Dies liegt zum einen daran, dass Kommunikation in den MBA-Lehrgängen ein Stiefmutter-Dasein fristet und somit der künftige CEO gar nicht über deren strategischen Nutzen weiss, zum andern aber auch daran, dass immer noch Leute auf oberste Kommunikationsposten gehievt werden, welche das Handwerk und die strategischen Fähigkeiten der Kommunikation nie gelernt haben.

Jüngstes Beispiel ist die CVP-Nationalrätin Kathrin Amacker. Ihres Zeichens Head Diversity Management bei der Novartis, promovierte Apothekerin und neu oberste Kommunikationsfrau bei Swisscom und Mitglied der Konzernleitung. Von einer qualifizierten und strategischen Kommunikationsausbildung keine Spur. Andere Beispiele finden sich dort, wenn ehemalige Journalisten in Top-Positionen als Chief Communication Oficer (CCO) ernennt werden. Die können zwar (davon gehe ich jetzt aus) Schreiben und Lesen und kennen ein paar Leute aus der Medienszene, es qualifiziert Sie dadurch aber noch lange nicht, den Posten eines CCOs inne zu haben.

Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen. Aber seien wir ehrlich. Sie würden Sie auch nie einen Biologen als Steuerberater einstellen oder ihr Auto von einem Metzger reparieren lassen. Genau das passiert aber sehr oft in der Besetzung von Top-Kommunikationspositionen. Und damit wird weiter an der Entwertung dieser Disziplin gearbeitet, obwohl der Mangel einer guten strategischen Kommunikation bei Unternehmen fast täglich nachzulesen ist, wenn wieder jemand Mist gebaut hat und die Firma innert Stunden Tausenden von Franken an Börsenwert vernichtet.





Der SFV verkauft die Fans für dumm

7 05 2010

(Der Fusbballfan als Goldesel)

Der Schweizer Fussballverband hat ein Monopol. Er ist es, welcher die Meisterschaft und auch den Cup-Wettbewerb organisiert und damit freie Hand bezüglich dessen Austragung hat. So ärgern sich Fans und Kluboffizielle jedes Jahr über Entscheide aus Bern. Der Spielplan und zum Teil für Zuschauer unfreundliche Anspielzeiten führen bei Fans und Klubverantwortlichen oft zu Kopfschütteln und Reaktionen der Unverständnis. Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt, dass die Meisterschaft durch einen vom Verband bestimmten Spielplan künstlich spannend gehalten wird. Auf der anderen Seite ist es unverständlich, wenn die besten Mannschaften in der Woche des Cupfinals englische Wochen spielen. Eingeklemmt innerhalb einer Woche zwischen zwei Runden der Meisterschaft findet am Sonntag der Cupfinal statt. Sogar Deutschland schafft es, diesen nach Ende der Meisterschaft anzusetzen und mindert dabei seine Chancen an der Fussball-WM keineswegs.

Ein weiterer Punkt der zu Kritik Anlass gibt, ist das unsägliche „Geldschäffeln“ der Fussballbosse auf den Köpfen der Fans. Nach dem Motto „die Basler haben’s ja“ setzte der Fussballverband für den Cupfinal Ticketpreise fest, die in der höchsten Kategorie um 25% höher liegen als noch 2008 und in der günstigsten Kategorie gab es sogar eine Preissteigerung um 50%!!!!! Da scheinen die Bosse vergessen zu haben, dass der einfache Fussballfan nicht ungeschoren aus der Wirtschaftskrise kam und eine vierköpfige Familie nicht mal schnell für 360.- an ein Spiel gehen kann. Notabene ohne Essen und Getränke und keineswegs in der besten Kategorie!! Nun erhalten der Verband und damit auch der Fussball die Quittung. Zwei Tage vor Spielbeginn sind noch über 11’000 Tickets zu haben. Da müssen die Fussballbosse in Bern wohl oder Übel über die Bücher.

Der Verband könnte einmal zeigen, was er drauf hat und etwas Gutes tun. Er könnte knallhart die Fernsehrechte verhandeln, mehr für die Liga (und damit auch sich) herausholen. Dann müsste er das Geld nicht bei denen eintreiben, die ihre Mannschaft im Stadion unterstützen, die Fans. Denn irgendwann wird der Fernsehzuschauer vor seinem Bildschirm sitzen und sich darüber beklagen, dass die Stadionstimmung, welche da via Satellit in sein Stube transportiert wird, ach so lau ist, ob der wenigen Fans, welche sich noch den Preis für ein Ticket leisten können….





Gratulation FC Basel

30 04 2010

Der FCB hat gemerkt, dass er mit ein bisschen mehr Idee und Witz sowie Professionalität mehr aus dem Merchandising holen kann. Laut der heutigen BaZ will man von Rapid Wien lernen, welche bei einem Zuschauerschnitt von 16’000 einen Merchandising Umsatz von 4.5 Mio. CHF erzielen. Beim FCB sind es zurzeit knapp 0.5 Mio. CHF. Nun, dass in Sachen Merchandising was laufen muss, sag ich schon lange (siehe Blogeintrag). Sind wir also gespannt, ob dem FCB künftig in Sachen Merchandising und vor allem Timing (wann und wie lange hab ich welche Artikel im Angebot) mehr einfällt als bisher.





Hösch, d Bosler chömme!

27 04 2010

Die armen Baselbieter. Der Halbkanton in der Nordwestschweiz wird von den Zürchern einfach nicht voll genommen. Nicht genug, dass die Zürcher Medien den weltbesten Tennisspieler Roger Federer zum Basler machen (auch wenn er Wohnsitztechnisch ein Schwyzer ist), nun versaut ihnen Tagi-Online auch noch die ehrenvolle Einladung zum nächsten Sechseläuten. Dem Tagi ist der Unterschied zwischen Basler und Baselbieter wohl zu kompliziert. Wieso also nicht gleich die Kantone zusammenlegen?





Jedes Goal zählt

26 04 2010

(Das Objekt der Begierde: Der Schweizer Meisterpokal)

Der Kampf um die Schweizer Meisterschaft ist spannend und eng. Vier Spiele stehen für die Meisterschaftsanwärter YB und FCB auf dem Restprogramm. Nachdem der FC Basel die Berner letzte Woche eingeholt hatte, sind die Berner nun moralisch wieder oben auf. Gelingt ihnen, was dem SC Bern nach zwei Niederlagen gegen Servette-Genf am Samstag gelungen ist? Ein Comeback und ein Titel nach nach über 24 Jahren? Es wird eng und es zählt in der Tat jedes Tor.

Aktuell liegen die Berner mit einer Tordifferenz von +34 gegenüber +32 des FCBs voraus. Stünde am nächsten Wochenende schon die Finalissima an, würde dem FCB ein Sieg mit einem Tor Differenz genügen. Dann wären beide bei +33 und der FCB dank der höheren Anzahl geschossener Tore Schweizer Meister. Aber eben, es geht noch vier Runden und die Mathematiker können ihre Rechenspiele vielleicht schon bald ad acta legen. Dann nämlich, wenn die Tormaschine YB weiter trifft und der FCB weitere Punkte liegen lässt.

Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt und es steht auch fest, dass sich einer der beiden am Ende grün und blau ärgert. Denn eigentlich hätte diese Meisterschaft zwei Sieger verdient. Die Berner Young Boys weil sie seit Monaten Platz 1 innehaben und einen erfrischenden Fussball spielen und der FC Basel, weil er auch nach 13 Punkten Rückstand im Herbst 2009 nie aufgegeben hat und eine kräftezehrende Aufholjagd hinter sich hat und so manchen Spiel nach eine 0:1 oder 0:2 Rückstand noch für sich entschieden hat.

Nun ist zu hoffen, dass wie immer die Sache Mitte Mai ausgeht, die beiden Mannschaften die Schweiz in der nächsten Saison im europäischen Wettbewerb gebührend vertreten und dort gemeinsam für die Schweiz Punkte sammeln.





Die Mär von der Risikolosigkeit

19 04 2010

Ein kleiner, Asche speiender, Vulkan in Island mit dem poetischen Namen Eyjafjalla legt den gesamten europäischen Luftverkehr lahm. So weit so gut. Dieses Ereignis zeigt uns einmal mehr, dass in der heutigen modernen Gesellschaft anscheinend alles risikolos ist und keiner mehr Verantwortung übernehmen will. Piloten sprechen davon, dass das Risiko gering sei und man fliegen könne, während Politiker und Computerspezialisten davon warnen, es gäbe ein Risiko. Ein Risiko? Mit anderen Worten, wenn keine Asche in der Luft ist, besteht kein Risiko? Das könnte man zumindest meinen. Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher Politiker und „Experten“ uns vorgaukeln, Risiken können vermieden werden und uns dabei in falsche Sicherheit wiegen. Der Gegenteil ist der Fall. Risiken bestehen überall und zwar seit hunderte von Jahren. Was sich allerdings im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat, ist die Risikobereitschaft resp. Risikoabwägung als solches. Die so genannte Null-Risiko Strategie führt dazu, dass verantwortungsvolles Handeln in den Hintergrund rückt.

Würde man die „Massstäbe“, welche Experten und Politiker in der aktuellen Diskussion um die Aschewolke auf andere Situationen des täglichen Lebens anwenden, würde das etwa so aussehen. Bei starkem Regen oder Schneefall dürfte nicht mehr Auto gefahren werden. Das Risiko zu verunfallen wäre zu gross: „safety first!“ Bei Wind müssten die Züge in den Bahnhöfen bleiben. Es könnten Bäume auf die Schiene fallen: „safety first!“. Bei gleichen Bedingungen dürften natürlich Füssgänger nicht ohne Helm, wenn überhaupt auf die Strasse: „safety first!“ Und überhaupt, selbst bei guten Bedingungen dürfte man weder als Fussgänger noch als Velo-, Auto- oder Motorradfahrer überhaupt auf die Strassen, denn das Risiko ist immer da, was die leider traurigen Statistiken der Toten und Verletzten im Strassenverkehr zeigen. Und trotzdem: wir machen es täglich und verlassen unsere eigene vier Wände. Und warum? Weil wir die Verantwortung für das Risiko selbst übernehmen.





Bye Bye Hans Jucker!

16 04 2010

TV-Sportkommentator Hans Jucker tritt mit 64 Jahren von der Fernsehbühne ab. Seine Interviews waren legendär und im heute weichgespühlten Fernsehalltag wohl kaum mehr möglich. Bereits zu seinem 40jährigen Kommentatoren Jubiläum bracht SF-TV ein „Best of Hans Jucker“. Zwar nicht neu, aber immer noch ein TV-Klassiker.





Die leidige Diskussion um die Schiedsrichter

15 04 2010

Das schwächste Glied in der Kette eines Fussballvereins ist der Trainer. Sein Stuhl wackelt als erstes, wenn der Stürmer nicht trifft oder der Verteidiger einen „Blackout“ hat. Kein Wunder sucht sich dieser nach Fussballspielen jemand, der einen noch tieferen Stand in der Fussballnahrungskette hat: den Schiedsrichter. Ein Meister darin ist Bernhard Challandes. Natürlich sorgen aber die Schiedsrichter selbst auch nicht gerade dafür, dass die Diskussion über ihre Leistungen nachlässt. So auch gestern FIFA-Schiedsrichter Cyril Zimmermann im Spiel zwischen dem FCB und St. Gallen. Konkret werden ihm das Offside-Goal von Moreno Merenda sowie die Gelb-Rote Karte für Zé Vitor angekreidet. Mal ganz davon abgesehen, dass es die Spieler im 21. Jahrhundert mit ihren versteckten Fouls und Schauspieleinlagen den Unparteiischen nicht einfach machen, sei eine kritische Würdigung ihrer Leistungen erlaubt.

Eines fällt bei all den Diskussionen um die Schiedsrichterleistungen auf. In den meisten Fällen hat nicht der so genannte Chef auf dem Platz den „Fehler“ gemacht, sondern der Kollege an der Linie. Früher hiess dieser Linienrichter und machte kaum mehr als die besagte Linie zu bewachen. Heute heissen sie „Assistenten“, allerdings hat man das „bewachen“ der Linie noch nicht aus ihren Köpfen gebracht. Offside-Fehlentscheidungen wie gestern, muss der Assistent an der Linie sehen. Und als Assistent muss er seinen Chef auch mal darauf hinweisen und ihn zur Not korrigieren. Ausserdem muss der Chef, ist er bei strittigen Entscheidungen nicht sicht, auch mal den Assistenten konsultieren. Aus diesem Grunde sind die Herren auch mit Funkmikrofonen verbunden.

Man hätte sich gestern bei einem optimalen Zusammenspiel der beiden also folgenden Funkspruch gewünscht.

Zimmermann: „Der Ball kam von einem St. Galler. Frei hat ihn mit dem Kopf verlängert.“

Assistent: „Der Ball wurde vom Kopf des St. Gallers verlängert?“

Zimmermann: „Ja, ich stand daneben und hab’s genau gesehen.“

Assistent: „In diesem Fall stand der Torschütze im Offside“

Zimmermann: „OK, danke. Das Tor zählt in diesem Fall nicht.“

Assistent: „ Gern geschehen. Dafür bin ich da, Dinge zu sehen, die dir entgehen.“