Wo bei schwarzen Frauen der Spass aufhört

23 03 2011

St. Pauli Stürmer Gerald Asamoah hat Zuhause Stress. Seine Frau ging mit einem Messer auf zwei Freundinnen los, die der Fussballer nach Hause brachte. Problem aber war nicht die Eifersucht.

Die drei Frauen geraten in Streit, eine Besucherin reisst Linda einen Haarbüschel aus. Asamoahs Ehefrau zieht ein Messer aus dem Messerblock, geht auf die Frauen los.

Es waren die Haare! Denn beim Thema Haare sind schwarze Frauen äusserst heikel. “ Never touch a black woman’s hair“ lautet die Devise für jeden Mann.

US-Comedian Chris Rock machte sogar einen Film dazu.





SVP vs. Gadaffi

24 06 2010

Der Vorschlag der SVP, die Schweiz für künftige Erweiterungen zu öffnen, entwickelt sich in den Medien zu einen Vor-Sommerlochthema. Das Fricktal diskutiert heiss, wie es wäre, wenn Baden-Württemberg zur Schweiz stossen würde. Jenseits wie diesseits des Rheines wird der Vorschlag natürlich mit einem Lächeln beurteilt. Trotzdem, gerade für die Deutsche gäbe es einige Vorteile. Aber da steht ja auch noch der Vorschlag von Wüstenherrscher Muhamar al-Gadaffi im Raum. Dieser brachte unlängst die Aufteilung der Schweiz ins Spiel und damit den umgekehrt Weg. Nun, wir wollen das mal zum Anlass nehmen, eine nicht ganz ernst gemeinte Gegenüberstellung dieser beiden Vorschläge am Beispiel Baden-Württemberg zu erstellen.

 Der SVP-Vorschlag

Die Deutschen könnten von tieferen Benzinpreisen profitieren und wir Schweizer könnten den Schwarzwald und den Europa-Park zu unseren Tourismus Highlights zählen. Mercedes und Porsche wären Schweizer Automarken und Christian Gross auf einen Schlag wieder Trainer in der Schweiz. Schlechte Nachrichten gäbe es hingegen für die Schweizer Konsumenten. Das wöchentlich Einkaufsritual im grenznahen Deutschland zu günstigen Preise und die Rückerstattung der Mehrwertsteuer fallen weg.

 Der Gadaffi-Vorschlag

Wir Schweizer wären auf einmal dreimaliger Weltmeister!

Nun, der SVP-Vorschlag hätte doch mehr Vorteile. Zumal die Engländer es uns vorgemacht haben. Zu Träumen und zu Scheitern, gerade an Fussballweltmeisterschaften, ist viel spannender und aufregender, als immer mit dem Gefühl an eine WM zu reisen, tatsächlich reelle Chancen zu haben…





Wie bringe ich das meinem Kind bei?

21 06 2010

Früher, ja früher war alles besser. Der Ferdy Kübler ist damals noch ohne Blutdoping und Motor (nur ein Witz Herr Cancellara) von Sieg zu Sieg gestrampelt. Der Karli Oder matt und seine Kollegen sassen in den bekannten Restaurants und Bars der Stadt mit den Fans zusammen, tranken einen über den Durst und haben am Tag darauf die Meisterschaft gewonnen. Und früher, ja früher, da waren Fussballweltmeisterschaften noch ein Ereignis für die ganze Familie. Angefangen hat dann alles mit der Hand Gottes (Maradona im Viertelfinal Spiel der WM 1986 in Mexiko gegen England). Seit diesem Tag, weiss jeder Knirps auf dem Fussballplatz, dass „Schummeln“ zum Sport dazu gehört.

Doch die Weltmeisterschaften in Südafrika (O-Ton Sepp Blatter am Tag des Finalspiels am 11. Juli 2010 „Die besten Weltmeisterschaften aller Zeiten“) toppen alles Bisherige. Fussball, das Spiel aller Schichten der Gesellschaft,  ist immer mehr zum Spiegelbild dieser geworden. Die heile (Vorbilds-)Welt können Messi, Ronaldo & Co. nur noch bedingt vorgaukeln.

Das fängt bei den Löhnen an. Ein Cristiano Ronaldo soll bei Real Madrid rund 20 Millionen Franken verdienen. Das ist das 500-fache eines Gartenarbeiters in der Schweiz, der jederzeit in der Lage ist, einen Rasen anzulegen, auf dem auch Ronaldo seine Schnelligkeit und seine Dribblings ausleben kann. Ungerecht? Nein, Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Die französischen Fussballer sind zwar als Einzelspieler begnadete Fussball, menschlich haben Sie sich aber kaum weiterentwickelt. „Sie stammen fast alle aus den „Banlieu“, sie haben gelernt, wie man den Ball stoppt und weiterspielt, aber sie haben keinen Respekt. Sie stellen das Spiegelbild der Probleme der französischen Gesellschaft dar“, meint denn auch Gilbert Gress auf Newsnetz. Heisst das jetzt, dass jeder Bub mit einem Trikot von Anelka künftig seinen Lehrer darauf hinweisen kann, dass er sich im „Pfefferland selbst vergnügen“ soll?

Die Brasilianer werden wahrscheinlich Weltmeister und ein Schiedsrichter sieht nicht alles, kann nicht alles sehen. Wenn er wie gestern aber den Torschützen fragt, ob er den Ball mit der Hand genommen hat und dieser (Luis Fabiano) das Unschuldslamm spielt, spricht lügt, dann ist es schwer, einem Kind zu erzählen, dass dies nicht richtig ist.

Es ist sicherlich nicht Aufgabe des Fussballs besser als die Gesellschaft zu sein, aber man könnte sich durchaus überlegen, ob Fussballspiele künftig einer Freiwilligen Schutzkontrolle (FSK) unterliegen sollten. Was man dort zu sehen und hören bekommt, ist sicherlich nicht harmloser, als in einem Film, welcher nicht unter 16 Jahren freigegeben ist. Das ist natürlich nicht Ernst gemeint (für alle jene, die das Wort Ironie nicht kennen), aber die Tendenz geht in diese Richtung. Der Fussball hat sein Unschuld längst verloren…

P.S.:Übrigens sind auch die Äusserungen an den anschliessenden Medienkonferenzen nicht immer druckreif, wie das Beispiel Carlos Dunga zeigt. Die FIFA ermittelt und wir sind froh, werden die Medienkonferenzen zumindest in unsere Stuben nicht live übertragen.





Hösch, d Bosler chömme!

27 04 2010

Die armen Baselbieter. Der Halbkanton in der Nordwestschweiz wird von den Zürchern einfach nicht voll genommen. Nicht genug, dass die Zürcher Medien den weltbesten Tennisspieler Roger Federer zum Basler machen (auch wenn er Wohnsitztechnisch ein Schwyzer ist), nun versaut ihnen Tagi-Online auch noch die ehrenvolle Einladung zum nächsten Sechseläuten. Dem Tagi ist der Unterschied zwischen Basler und Baselbieter wohl zu kompliziert. Wieso also nicht gleich die Kantone zusammenlegen?





Keine Ahnung – typisch!

16 07 2008

Apropos Benzinpreis. Der Führer der grössten Wirtschafts- und Militärmacht der Welt hat noch nicht gemerkt, dass Benzin langsam teurer wird. Sei es weil er einen eigene Ölquelle zuhause hat, die Steuerzahler eh seinen Benzinrechnung bezahlen oder er einfach keine Zeitungen liest.
Whatever. Einmal mehr können wir wenigsten einmal über solch traurige Nachrichten lachen.





Kampf dem Benzipreis

16 07 2008

Der Amerikaner leidet ja speziell unter dem hohen Benzipreis. Save gas or lower prices lautet denn auch das Motto. Ein TV-Reporter aus LA nimmt die Sache mit dem Benzipreis nun gleich selbst in die Hand. Live vor einem Millionenpublikum.

Man stelle sich das mal beim Schweizer Fernsehen vor…





Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust

9 06 2008

Keine Angst, ich werde jetzt nicht literarisch. Goethes Faust findet aber auch im Fussball durchaus Anlehnung. Die Suche nach der Identität wird an der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz sichtbarer als auch schon. Fussball und dem Sport im Allgemeinen wird ja oft eine integrative Funktion zugesprochen. Trotzdem fragen sich viele Fussballer in diesen Wochen frei nach Robert Lemke: Wer bin ich?

Besonders deutlich war die Frage Lukas Podolski ins Gesicht geschrieben, als der das Land seiner Geburt mit zwei Treffern quasi im Alleingang besiegte. Seine Reaktion nach den Toren gegen Polen: Verhalten. Dass er nicht zu Heulen begann, war schon fast ein Wunder. Sein Sturmpartner Miroslav Klose, ebenfalls mit polnischer Vergangenheit, war da schon abgeklärter. „Ich hab ein polnisches Herz“, sagte Podolski vor dem Spiel. Damit drückt er aus, was viele Secondos Tag für Tag erleben. Man bewegt sich zwischen zwei Welten und hofft, sich nie für die eine oder andere entscheiden zu müssen. Wenn doch, dann kann das durchaus tragisch sein.

Mladen Petric und Ivan Rakitic spielen für Kroatien, nicht ohne die entsprechenden Nebengeräusche in der Schweiz. Valon Behrami, Hakan Yakin, Eren Derdiyok und Göhkan Inler spielen für die Schweiz. Hamit Altintop, in Deutschland geboren, spielt für die Türkei. Die Liste ist lang und sie zeigt, dass trotz Integration und trotz Fussball man sich nicht schnell mal für die eine oder andere Seite entscheiden kann. Das gilt für Fussballer genauso wie für all die anderen Secondos.

Immerhin, es gibt auch jeden, die im Hinblick auf diese EM die Entscheidung nicht bereuen werden. Kazim Kazim ist so einer. Er ist ein in London geborener Türke und spielt für die Türkei. Er kann unbeschwert aufspielen, denn seine zweite Seele schaut sich die EM vor dem Fernseher an…





Geld macht nicht unglücklich

20 05 2008

Geld gewinnt keine Fussballspiele, aber es bringt einem in die 1. Bundesliga“. Der das sagt ist Chinedu Obasi, Stürmer bei der Bundesliga-Aufsteigerin 1899 Hoffenheim und mit seinen Toren massgeblich am Wunder des Dorfvereins beteiligt. Welch philosophisch anmutende Antwort eines Fussballers. Was er eigentlich sagen will ist: Geld macht zumindest nicht unglücklich. Aber der Reihe nach. Von was sprechen wir hier eigentlich.

Geld ist ein Zwischentauschmittel, welches sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern aufgrund allgemeiner Anerkennung zum weiteren Tausch eingesetzt werden kann. Deshalb auch die Binsenweisheit: „Geld kann man nicht essen“ oder in den Worten des Fussballers Obasi „Geld gewinnt keine Spiele“. Damit wären die theoretischen Grundlagen abgehandelt. Jetzt wissen aber schon die Kleinsten, man lernt fürs Leben nicht für die Schule. Wo also liegt aufgrund dieser Erkenntnis jetzt die innere Weisheit fürs Leben?

Ganz einfach. Geld verdirbt einem nicht das Leben, aber den Charakter. Grundsätzlich hat doch jeder immer zu wenig davon. Oft braucht man zum Leben weniger, als man denkt. Ich rede hier nicht vom Existenzminimum, sondern davon, dass es eine imaginäre Grenze gibt, wo die Annehmlichkeiten eines sorglosen Lebens der Entwicklung eines schlechten Charakters die Hand geben. Das Problem ist nur, dass man die Grenze nicht kennt und hat man sie erstmal überschritten, ist es schwer wieder zurückzugehen. Wenn man darüber lästert, dass Geld den Sport oder im Speziellen den Fussball verdirbt, dann sollte man dies differenziert betrachten. Wer die Grenze kennt und sie nicht überschreitet, der gewinnt nicht nur Spiele, sondern hat nachhaltigen Erfolg. Beispiele gibt es genug: die Oeri‘s, Hopp‘s und Abramowitsch‘s dieser Welt versuchen, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen, dafür zu sorgen, dass der „Charakter“ erhalten bleibt.

Der FCB verdankt seinen Erfolg der guten Infrastruktur und der professionellen Organisation (vom Trainerstab bis zur Nachwuchsarbeit), welche dank den Millionen aufgebaut wurden. Diese sind Grundlage für den Erfolg. Dietmar Hopp versucht dasselbe in Hoffenheim aufzubauen und ist meines Erachtens zu früh aufgestiegen. Roman Abramowitsch hatte das Glück auf José Mourhino zu treffen, der aus den Millionen eine Mannschaft formte, die zwar bis heute (das wird sich morgen ändern) nie die Champions-League gewann, aber zweimal Meister und Liga-Cup Sieger wurde.

Es gibt aber auch die andern: Christian Constantin. Auch er hat Geld, auch er investiert, aber hier wurde die ob genannte Grenze schon lang überschritten.

Es kann sehr schnell gehen. Wie sagte doch Obasi: Geld bringt dich in die 1. Bundesliga. Es hält einem oft auch dort und seien es auch nur die Spieler die bleiben, nachdem der Klub wieder auf dem Weg nach unten ist.





Sind Sportjournalisten besser Menschen?

1 05 2008

Jetzt wo die Weltwirtschaft kriselt, Spekulanten und Rohstoffknappheit die Preise in die Höhe treiben und börsennotierte Firmen um die Gunst der Anleger streiten, zeigen sich die unangenehmen Seiten des Kapitalismus. Die Analysten übernehmen das Zepter. Sie loben oder strafen die Unternehmensbosse Quartal für Quartal. Knallhart, schonungslos und scheinbar ohne Skrupel. Sind Sie deswegen schlechte Menschen?

Sportjournalisten scheinen auf den ersten Blick, die bessere Ausgangslage zu haben. Stellenabbau, rote Zahlen und Mindestlöhne kümmern in der Welt des Sports nur Wenige. Und schon gar nicht bei der „schönsten Nebensache“ der Welt, dem Fussball. Aber halt, schauen wir doch mal genauer hin. Hinter der scheinbar heilen Fassade zeigt sich, dass so nebensächlich der Fussball nicht ist. Sportjournalisten treffen meist weit kurzlebigere Entscheidungen als Analysten. Woche für Woche wird knallhart Bilanz gezogen. Die Tabelle ist wie ein Aktienboard. Siege steigern die Erwartungen, bei Niederlagen wird der Anfang vom Ende prognostiziert. Als Zuschauer akzeptieren wir das. Ja, es macht sogar Spass, gerade wenn man Fan der einen oder anderen Mannschaft ist. Das wöchentliche Auf und Ab, die Lobeshymnen und vernichtende Kommentare steigern die Lust am Fussball und Sie machen die Begeisterung erst aus.

Sind Sportjournalisten nun bessere Menschen, weil wir diese Art der Analyse gutheissen und jene der Analysten scheinbar verabscheuen. „Analysten sind Menschen, die nie ein Unternehmen geführt haben und nicht wissen, was es dazu braucht“, meinen Kritiker. Aber das sind die meisten Sportjournalisten auch, kaum einer hat je um einen grossen Titel mitgespielt. Ihnen liegen die Analyse und das Schreiben und so ist es auch mit den Analysten. Verschiedene Charaktere gibt es bei beiden. Wenn wir also das nächste Mal auf die eine oder andere Berufsgattung schimpfen, sollten wir uns bewusst sein, dass wir alle Teil dieser Entwicklungen sind. Wir müssen uns bewegen. In der Wirtschaft hat es Porsche vorgemacht und auf Quartalsergebnisse verzichtet, Swatch sagt Analystenkonferenzen ab und Fussballspieler und Trainer üben sich bisweilen in mehr oder weniger erfolgreichen „silencio stampa“. Reaktionen dieser Art sind und bleiben Einzelaktionen ohne Flächenwirkung. Zu gross ist der innere Zwang, Teil des grossen Markts der Aufmerksamkeit zu sein. Noch schlimmer als schlechte News, sind gar keine. Wer erst einmal in Vergessenheit gerät, ist Weg vom Fenster. Der Verlust an Aufmerksamkeit ist, was alle fürchten.

So gesehen habe Sport und Kapitalismus weit mehr Gemeinsamkeiten als man denkt und doch stören sich Nostalgiker an diesem Fakt. Aufhalten können aber auch Sie die Entwicklung nicht. Nur in einem unterscheiden sich die beiden grundlegend: wenn die Mannschaft nicht erfolgreich ist, dann ist es der Chef sprich Trainer, der gehen muss und nicht die Angestellten. Doch wenn man es genau nimmt, dann scheint sich die Wirtschaft zumindest in dieser Hinsicht, in letzter Zeit etwas vom Sport abgeschaut zu haben.