Der Frust des Roger F.

5 04 2009

Roger Federer ist ein Mensch! Im Halbfinal von Miami verlor die ehemalige Nummer 1 der Welt komplett die Nerven und schmiss sein Racket wutentbrannt auf den Boden. Die Szene geht um die Welt und nun wissen es alle: Roger Federer ist vom Tennis-Olymp wieder bei den Sterblichen gelandet. Roger Federer muss nun schauen, wie er in Würden „altern“ kann. Keine Frage, er ist immer noch ein aussergewöhnlicher Spieler und jedem mag ihm den Rekord von Sampras gönnen, sollte er ihn je erreichen. Aber Roger Federer war nicht nur der erfolgreichstes Spieler aller Zeiten, er war auch ein Vorbild auf dem Platz. Das er sein Racket zertrümmert, ist eine Sache. Dass er nach dem Spiel dem Schiedrsichter das „Handshake“ verweigeret eine andere. Und die gibt mir weit mehr zu denken, vor allem deshalb, weil alle Journalisten dieser Welt (noch) beiseite gesehen haben und dies nicht ansprachen.

Es wird höchste Zeit, dass Roger wieder zu sich findet: Auf und neben dem Platz.





Gedanken zur Krise

22 02 2009

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(Ein wenig JFK würde in der heutigen Wirtschaftskrise nicht schaden.)

Die „Krise“ hat uns fest im Griff. Doch wie kommen wir aus ihr raus. Längst ist sie zum Medienereignis geworden. In der Schweiz wird Krise mit UBS gleichgesetzt, in den USA und europäischen Ländern wie Deutschland oder Grossbritannien ist die Krise gleich dem Niedergang der Autoindustrie. Den Durchschnittsbürger lässt es kalt, solange sein Arbeitsplatz nichts selbst betroffen ist und ob der tagtäglichen Meldungen an Milliarden von staatlichen Unterstützungsgeldern und Jobs die nun auf der Strasse liegen, wird man gleichgültig.

Es scheint so, als ob es wie mit den Hungertoten in Afrika und den Selbstmordanschlägen in den arabischen und asiatischen Staaten ist. Je mehr wir darüber lesen, hören und sehen, desto wenig scheint es uns zu interessieren. Und das ist fatal. Denn schlussendlich geht uns die Krise alle an. Wer die Milliarden an Geldern sieht, welche die Staaten in die Unternehmen pumpen, um die Wirtschaft am laufen zu halten, sollte eigentlich sofort merken, wer dies zahlt: jeder einzelne Steuerzahler.

In diesem Sinne sollte man meinen, dass wir alle eines gemeinsam haben. Wir sind alle Teil der Krise und nur gemeinsam kommen wir wieder heraus. Doch es ist allzu menschlich, dass es in der Krise nicht anders ist als im Aufschwung. Jeder ist sich selbst am nächsten: so fordern Gewerkschaften im Abschwung höhere Löhne, es gibt immer noch Wirtschaftsmanager, welche das Gespür für ihre eigene Löhne nicht haben und jeder träumt davon, dass wenn man die Augen nur lang genug zumacht, sich alles als schlechter Traum herausstellen sollte.

Dabei wäre Lösungen doch manchmal so pragmatisch, wenn jeder bereit wäre zu verzichten! Die Umsätze purzeln, die Gewinne brechen ein und der Wachstum stottert, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wieso also nicht einfach auf das Lohnniveau von vor 10 Jahren zurückkehren? Im Schnitt macht das je nach Branche vielleicht 8 bis 20’000 CHF pro Jahr aus. Zugegeben, das ist viel Geld und würde im Einzefall für viele sicherlich eine Privatinsolvenz bedeuten, oder man müssten vom 6-Zimmerhaus zurück in eine 3-Zimmer Wohnung, das zweite Auto verkaufen und so weiter. Allerdings würde es überall die Lohnkosten reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern wieder stärken und Arbeitsplätze sichern. Denn wenn keiner auf Lohn verzichten muss, führt das dazu, dass Arbeitnehmer entlassen werden müssen, um kosteneffizient und konkurrenzfähig zu bleiben.

Zugegeben, die Lösung ist nicht durchdacht. Sie würde natürlich insbesondere dort keinen Erfolg bieten, wo Unternehmen eh strukturelle Probleme haben. Aber überlegen Sie mal nur eine Minute, was der eigentlichs Sinn der Lösung ist: nur wenn jeder bereits ist, zu verzichten, nur dann werden wir aus der Krise herauskommen. Und das ist nun wahrlich nicht zuviel verlangt. Meinen Sie nicht auch.

Irgendwie so waren auch John F. Kennedeys Gedanken als er meinte: don’t ask, what your country can do for you, ask what you can do for your country. Und dieser Aufruf beschränkt sich heute bei weitem nicht nur auf das eigene Land.





Wer verbietet eigentlich Rafael Nadal?

1 02 2009

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(Schlimmer als jede Boni-Zahlung: Wer stoppt nur diesen Rafael Nadal?)

Nun sind wieder in aller Munde: die Boni. Alle regen sich darüber auf und jeder will dagegen ankämpfen. Doch wer kümmert sich um Rafael Nadal? Auch er sollte verboten werden, stürzt der doch die „Schweizer Bank“ Roger Federer vom Tennisthron und lässt seither dem Baselbieter in keinem Finale mehr eine Chance. Die Bälle, welcher der Spanier zurückbringt, sind nicht mehr normal und mit den starken Leistungen hervorragender Spieler nicht zu vergleichen. Rafael Nadal steht für Depression! Er stürzt nicht nur Roger Federer, sondern ein ganze Tennisvolk in die Sinneskrise und diese geht weit tiefer als ein paar Tausender, welche sich Bankangestellte hierzulande als Bonus in die Tasche stecken. Die 40 Millionen, welche Daniel Vasella (zumindest buchmässig gesehen) 2008 verdient hat, machen mir keine Sorgen. Mein Problem sieht ganz anders aus. Es ist 22 Jahre alt, muskelbepackt, in Mallorca geboren und ein Tennis-Ungeheuer!

Doch geht hier jemand auf die Barrikaden? Sucht hier jemand nach dem Geheimnis seines Erfolges? Fehlanzeige. Sport ist halt Unterhaltung und deshalb zu wenig interessant. Das wird sich ändern, denn je tiefer wir in die Wirtschaftskrise stolpern, desto glücklicher sind wir, ob der Abwechslung, welcher der Sport uns bringt. Und wenn nicht bald jemand was gegen Rafael Nadal unternimmt, dann wird uns auch diese Freude noch genommen. Und die kann auch durch ein paar Franken mehr im Haushaltsbudget nicht ausgeglichen werden. Denn der Aufschwung ist was psychologisches, er beginnt im Kopf. Und hier scheint Roger Federer zurzeit die grösste Blockade zu haben, vor allem, wenn es gegen Nadal geht.





Das Schweigen der grossen Masse

21 01 2009

Ich bin ganz ehrlich. Politik interessiert mich nicht allzu sehr. Politische Parteien und ihre Programme enthalten immer Aspekte, die ich nicht unterstützen kann oder will. Damit geht es mir wohl nicht anders, als vielen andern. Weniger als 5% der Schweizerinnen und Schweizer sind Mitglied einer Partei und doch müssen wir mehrere Male im Jahr Entscheidungen treffen, die unser Land, unser Kanton, Bezirk oder Wohnort beeinflussen. In diesem Sinne kann sich auch ein unpolitischer Mensch nur schwer der Politik entziehen. Nicht zu wählen und abzustimmen ist auch eine Art der Politik. Es verhält sich deshalb wie mit der Kommunikation frei nach Paul Watzlawick „Man kann nicht nicht politisieren“.

 

Das grösste Problem der Parteien und damit der Politik ist es, den Leuten die Nähe und damit die Auswirkungen der Entscheide auf ihr ganz persönliches Umfeld zu vermitteln. Je weiter entfernt, komplexer und abgehobener die Themen, desto desinteressierter zeigt sich die grosse Masse. Kein Wunder lassen sich „unpolitische“ Menschen eher dazu bringen, bei Wahlen mitzumachen, als bei Abstimmungen. Denn bei Wahlen geht es um Personen, das auszuübende Amt erhält ein Gesicht. Und wenn das Gesicht ein vertrautes ist, dann wird auch aus einem „unpolitischen“ Menschen wie mir, ein aktiver Mitgestalter des politischen Lebens. Michael Duttwiler ist mir vertraut und er ist mit ganzen Herzen Jurist. Einer der sich auch für jene, die mit Politik nicht viel am Hut haben. einsetzt. Und gerade darum geht es in unserem Rechtsstaat. Aus diesem Grund sollte die grosse Masse nicht länger schweigen, speziell jene des Bezirks Rheinfelden, und Michael Duttwiler am 8. Februar ins Gerichtspräsidium des Bezirksgericht Rheinfelden zu wählen. Klicken Sie aufs Bild und Sie wissen was zu tun ist.

 

 

wwwmichael-duttwilerch

Eine Randbemerkung an alle politischen Parteien und Politiker. Denkt ja nicht, dass ich nun meine grundlegende Haltung gegenüber der Politik geändert habe, nur weil ich Wahlkampf betreibe. Ich gehöre immer noch zur grossen Masse. Ich habe einfach – zumindest für dieses Mal – mein Schweigen gebrochen.





Und wie sieht es mit ihrem Konsumverhalten aus?

17 01 2009

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Die Wirtschaft lahmt und überall wird uns eingeredet, dass der Konsum zurückgeht. Doch wie sieht die Realität denn aus? Die Schlagzeilen sind simpel. Aufgrund des nachlassenden Wachstums fallen die Preise. Der Lohn der Angestellten bleibt aber, ja steigt im Mittel sogar leicht. Mehr Geld für alle also! Doch geht die Rechnung auf? Kaufen Sie jetzt tatsächlich wieder mehr?


Der Reihe nach: Ich bin weder Betriebs- noch Volkswirtschafter, aber langfristig geht für mich die Rechnung nicht auf. Wenn der Wachstum lahmt und die Preise fallen, wie können die Firmen dann ihren Angestellten mehr Lohn bezahlen? Ist unser aller Lohn im Mittel nicht deshalb gestiegen, weil die Preise hoch sind und die Firmen Gewinne machen (Dienstleister wie Banken, die keine Produkte „herstellen“ sind von dieser These natürlich ausgenommen). Also in meiner kleinen Haushaltsrechnung geht diese Gleichung langfristig nicht auf. Denn seien wir ehrlich. Firmen müssen Kosten einsparen und sie werden das wohl kaum damit tun, in dem die Löhne den Preisen entsprechend gesenkt werden. Es muss zwangsläufig zu Entlassungen kommen. Leider.

Keine Kredite – kein Wachstum

Aber zurück zum Konsumverhalten, denn genau um das geht es ja. Der Konsument ist nämlich an allem Schuld. Er kauft nicht mehr und sorgt damit für die Rezession. Wieso aber kauft er nicht mehr? Nun, zu einen wäre der versiegte Kreditstrom. Haben die Banken für 14 Monaten dem „Gelegenheitsarbeiter Jimmy“ aus Kansas noch eine halbe Million Dollar Kredit aufgrund eines Holzhauses gegeben, so bekommt heute nicht mal mehr der gestandene „Prokurist Jörg“ einen Kredit für ein Haus, in einem relative stabilen mitteleuropäischen Immobilienmarkt. Die Panik beginnt also schon bei den Banken. War man vorher fahrlässig wie es nur geht, schlägt das Pendel nun auf die andere Seite. Ohne 250% Sicherheit läuft fast nichts mehr.

Zeit als Luxus

Da frag ich mich dann schon, ob ich nun als kleiner Konsument für die Banken die Kohle aus dem Feuer holen soll. Wieso soll ich mit meinem Konsumverhalten Schuld am schleichenden Wachstum sein, wenn der Wall Street und Bahnhofsstrasse Banker nun plötzlich den Geldhahn zudreht? Wenn sicher keiner der beiden bewegt, dann steht der Weltmarkt still. Genau diese Situation haben wir zurzeit.

Wer macht den ersten Schritt? Jeder wartet auf ein Zeichen, aber zurzeit ist keines am Konjunkturhimmel zu sehen. Und solange dies so bleibt, wir der einfache Konsument sich anderem als dem Konsum zuwenden und neuen Luxus erkennen. Zum Beispiel Zeit. Denn davon haben wir nun genug. Und vielleicht schadet es auch nicht, sich nach der Hektik und Hetz nach Wachstum mal auf die wahren Werte zu besinnen. Ich bin sicher, dass es beim nächsten Boom nicht lange geht, bis diese wieder aus dem Blickfeld verloren werden.





Ein kleines Jubiläum

8 01 2009

Als ich im Mai vergangenen Jahres begann, ab und zu meine Gedanken und Ideen der elektronischen Welt preiszugeben, habe ich nicht mit viel Resonanz gerechnet. Zu einen schreibe ich nicht wirklich häufig über eine einzelnes Thema, zum andern betreibe ich keine aktive Werbung.

Der verbale Ausrutscher von Carlos Varela anlässlich des Spiels YB – FC Basel beschert mir dann aber die ersten Besucher und die EM im eigenen Lande tat auch das ihrige.

„Explodiert „aber sind meine Besucherzahlen mit der „Perfect 10 car garage“. Auf einmal tummeln sich 20 bis 30 Besucher pro Tag auf der Seite. Wer „Tesla“ oder „AC Cobra“ bei Google eingibt, landet plötzlich auf meinen Blog. Damit sei wieder einmal bewiesen, dass wenn man die „richtigen Worte“ findet, dies auch gefunden werden:-)

In diesem Sinne darf ich die Knackung der 2’000er Grenze verkünden. Ich werde aber auch weiterhin nicht auf „Masse“ schreiben, sondern nur dann, wenn ich das Gefühl habe, was zu sagen.





Weniger ist mehr

4 01 2009

2009 wird ein „hartes“ Jahr. Die Zeiten „of less“, also mit weniger zufrieden sein, sind angebrochen. Die Mär vom unendlichen Wachstum scheint zu Ende. Krise überall, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel und wir sorgen uns um unseren Wohlstand. Da bleibt eigentlich nur die Frage, wieviel weniger können wir ertragen? Stehen wir wirklich Alle vor dem Ende?

Mitnichten. Je mehr man hat, desto mehr hat man zu verlieren. Und damit sind nicht nur Millionen auf dem Bankkonto gemeint. Zwei Autos, ein Haus, ein Handy für jedes Familienmitglied, Mitgliedschaften in Sportvereinen, Internetanschluss, Abonnements für Kabel und Pay-TV, Flachbildschirme, Ferien, auswärts Essen etc. All diese Annhemlichkeiten haben wir uns im Laufe der Jahre erarbeitet. Sie zu verlieren, mag für den einzelnen eine Krise sein, ohne sie oder mit weniger zu leben, noch lange nicht das Ende.

Was brauche ich wirklich?

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, was Luxus eigentlich ist. Nun gemäss meiner Definition ist es bezogen auf Konsumgüter alles das, was man nicht wirklich braucht. Ihr Auto fährt noch, ist weniger als 10 Jahre alt oder hat noch weniger als 200’000 km auf dem Tacho? Wieso also ein neues Auto kaufen? Die neue und tolle Uhr, die sie im Schaufenster des Juwelier gesehen haben; macht sie wirklich glücklicher oder sollte man die 8’000 CHF nicht liebe sparen und für etwas anderes auf die Seite legen?

Nun, ich denke, Urs P. Gasche, der frühere Leiter des Kassensturzes hat in seinem Gastkommentar in der Basler Zeitung vom Freitag 2. Januar nicht ganz unrecht. Der Boom der Wirtschaft und die Gier nach Wachstum beruhte teils auch darauf, Produkte zu produzieren, die wir nicht wirklich brauchen. Wenn der Konsument nun also findet, dass er mit weniger auch zufrieden ist, dann haben das die Produzenten zu akzeptieren und Unternehmen, die sich nicht auf den Markt einstellen gehen ein. Natürlich gehen Arbeitsplätze verloren und Unternehmen Konkurs. Aber bringt es wirklich etwas, wenn man mit Steuergeldern Unternehmen am Leben erhält, die dem Ende geweiht sind (die Automacher aus Detroit lassen grüssen)? Ich denke nicht.

Vor mehr als 100 Jahren gab es um Vancouver über 3’000 Lachsfabriken, welche den Wild-Lachs in Dosen verpackten und in die ganze Welt verschickten. Heute sind davon gerade noch mal eine Hand voll Fabriken übrig und Vancouver blüht immer noch.

Ja, die Zeiten werden schwer. Aber wir müssen uns ändern und dabei auf etwas verzichten. Weniger ist mehr. Wer das nicht erkennt, der ist wirklich am Ende.





Warum beim Poker um Eren Derdiyok alle profitieren

18 11 2008

Die Geschichte wiederholt sich im Schweizer Fussball jedes Jahr. Ein junger Spieler mit zwei bis drei guten Spielen fühlt sich plötzlich im Schweizer Fussball nicht mehr wohl. Der Aufstieg und das schnelle Geld lockt und die Berater sind zur Stelle, um diese Unzufriedenheit gegenüber den Klubs zu vertreten. Ergebnis: der Spieler wechselt für viel Geld ins Ausland und sitzt dort erstmal auf der Bank. Doch im Fall Eren Derdiyok ist alles ein wenig anders.

SOCCER-EUROPE/SWITZERLAND

Neben dem Platz ist Eren ein ruhiger, fast scheuer Mensch. Noch immer wohnt er zuhause bei den Eltern an der Hammerstrasse. Sein gegenüber anderen Jungs in seinem Alter guter Lohn ist dem 20jährigen noch nicht in den Kopf gestiegen. Dem ganz grossen Geld widerstand er bisher und machte seinen Weg in der Schweiz. Im Gegensatz zu den anderen FCB-Youngstern Ivan Rakitic und Zdravko Kuzmanovic steht bei Eren Derdiyok (zumindest in der Öffentlichkeit) auch kein Vater hinter ihm, welcher die Zukunft seines Sohnes bis ins letzte Detail plant. Man hat das Gefühl, dass es bei der Familie Derdiyok um den Sport und nicht um Gewinnmaximierung geht.

Dafür spricht der nun angekündigte Wechsel nach Leverkusen. Ein Klub, der seriös geführt wird, der auf junge Spieler setzt und mit Pirmin Schwegler und Tranquillo Barnetta bereits Erfahrung mit Schweizern hat. Ein weiteres Plus: hier spricht man deutsch und trotz der aktuellen Erfolge der Werkself ist Leverkusen ein überschaubares Pflaster. Ideal für die Weiterentwicklung einer Perle wie Eren Derdiyok. In diesem Sinne eine perfekte Wahl für den Youngster. Es scheint tatsächlich, dass die sportliche Perspektive über dem Geld steht.

Trotzdem: ohne Geld geht es natürlich nicht. Der FC Basel wird sein Stürmertalent nicht für ein Butterbrot in die Bundesliga ziehen lassen. Die ganz grossen Beträge kann und will Leverkusen nicht zahlen. Doch aus Sicht des FCBs sollten mehr als die knapp 4,5 Mio. CHF, welche man für Kuzmanovic kassierte, drin sein. Leverkusen hat Zeit. Denn in einenhalb Jahren läuft der Vertrag aus und dann wäre der Stürmer gratis. Doch auch der FCB steht nicht unter Druck. Das Geld braucht er eigentlich nicht und wenn Eren weiterhin so gut spielt, dann werden entweder andere Klubs auf ihn aufmerksam, die mehr zahlen oder aber der FCB holt sich das Geld mit den Erfolgen, welche er dank Eren’s Toren hat, wieder rein.

In diesem Sinne ist die Konstellation ideal, ein Geschäft abzuschliessen, mit welchem am Schluss alle Leben können. Wer ausserdem Gigi Oeri und Christian Gross kennt, der weiss, dass beide im Falle Derdiyok nachsichtiger sein werden, als bei andern. Denn wie gesagt: der Fall Eren Derdiyok ist anders als andere, weil die sportliche Perspektive scheinbar über dem Geld steht.

Als Basler Fan bleibt uns meines Erachtens noch Zeit bis zum Sommer. Dann können wir Eren auf dem Balkon des Stadtcasino gebührend verabschieden und Stolz darüber sein, dass ein weiterer Basler in der Welt des grossen Fussballs für Furore sorgen wird. Und bei einem bin ich mir bei Eren Derdiyok auch sicher. Er wird nie vergessen, woher er kommt und sein rotblaues Herz wird ihn auf seinem Weg begleiten.





Mutloser SFV mit unverständlichem Urteil

5 11 2008

Der YB-Fackelwurf im Joggeli bleibt für die Verantwortlichen ungestraft (siehe bazonline).

„Hesch ghört“ hat schon darüber berichtet (siehe Blogeintrag). 50’000 CHF Busse für YB, 12’000 CHF Busse für den FC Basel lautet das lahme Urteil der Berner Fussballhüter. Bestraft werden die Klubs und die Verantwortlichen Kriminellen bleiben ungestraft. „Es war kein gezielter Wurf in den „Familien-Sektor“, so die Begründung aus Bern“. Der Junge, dessen Jacke fast zu brennen anfing, wird es wohl egal gewesen sein, ob gezielt oder nicht. Mit solchen Urteilen wird das Problem nicht bekämpft.

Ich sage es noch einmal. Pyro ist im Stadion verboten – Punkt. Ausserdem schmeisst man mit dem Zeugs nicht um sich. Ob gezielt oder nicht spielt keine Rolle. Man nimmt damit die Gefährdung Dritter in Kauf! Deshalb hätte der SFV Stadionsperren aussprechen sollen. Die Fans hätten draussen bleiben müssen und die vielgelobte Selbstregulierung der Kurve hätte dann vielleicht dafür gesorgt, dass die besagten Fackelwerfer das nächste mal den Kopf einschalten, bevor sie eine solche Lebengefährdende Tat begehen.

Aber eben: der SFV ist mutlos und die alten Herren werden weiterhin sicher hinter dem Glas ihrer VIP-Plätze die Spiele geniessen. Sorry, aber da geht mir ganz kurz mein sonst ruhiges Temperament durch!!





Der Präsident als Popstar

5 11 2008

Votes Reax

Der Bradley-Effekt spielte nicht – der „Fluch“ ist gebannt, scheint man geneigt zu sagen. Der nächste US-Präsident heisst Barack Obama. Was zurzeit in den USA und an vielen Orten der Welt abgeht, erinnert einer Euphorie wie bei Popstars: „Obama-Mania“ in Anlehnung an die „Beatles-Mania“. Über die gesamte Bevölkerung gesehen, war es dann aber doch ein knapper Entscheid. 51% sind für Obama gewesen, bei den Wahlmännern war der Entscheid klarer.

Euphorie ist aktuell durchaus angebracht. Aber bald wird die Realität wieder aus ihrem Loch hervorkriechen und dann wird es für den neuen Präsident schwer, egal ob er nun Obama oder McCain geheissen hätte. Genau wie bei Bush muss man anerkennen, dass die Hälfte des Landes für einen anderen gestimmt hat.

Es besteht aber die Hoffnung, dass Barack Obama aufgrund seines Charisma seine Amtszeit nutzen kann, dieses Verhältnis zu seinen Gunsten zu drehen. Es liegt an ihm, seinen noch zu bestimmenden Ministern und dem Verlauf der weiteren Etnwicklung der globalen Wirtschaft zu beweisen, dass er mehr ist, als ein Popstar. Wir wünschen es ihm und Amerika.