Gedanken zur Krise

22 02 2009

jfk1

(Ein wenig JFK würde in der heutigen Wirtschaftskrise nicht schaden.)

Die „Krise“ hat uns fest im Griff. Doch wie kommen wir aus ihr raus. Längst ist sie zum Medienereignis geworden. In der Schweiz wird Krise mit UBS gleichgesetzt, in den USA und europäischen Ländern wie Deutschland oder Grossbritannien ist die Krise gleich dem Niedergang der Autoindustrie. Den Durchschnittsbürger lässt es kalt, solange sein Arbeitsplatz nichts selbst betroffen ist und ob der tagtäglichen Meldungen an Milliarden von staatlichen Unterstützungsgeldern und Jobs die nun auf der Strasse liegen, wird man gleichgültig.

Es scheint so, als ob es wie mit den Hungertoten in Afrika und den Selbstmordanschlägen in den arabischen und asiatischen Staaten ist. Je mehr wir darüber lesen, hören und sehen, desto wenig scheint es uns zu interessieren. Und das ist fatal. Denn schlussendlich geht uns die Krise alle an. Wer die Milliarden an Geldern sieht, welche die Staaten in die Unternehmen pumpen, um die Wirtschaft am laufen zu halten, sollte eigentlich sofort merken, wer dies zahlt: jeder einzelne Steuerzahler.

In diesem Sinne sollte man meinen, dass wir alle eines gemeinsam haben. Wir sind alle Teil der Krise und nur gemeinsam kommen wir wieder heraus. Doch es ist allzu menschlich, dass es in der Krise nicht anders ist als im Aufschwung. Jeder ist sich selbst am nächsten: so fordern Gewerkschaften im Abschwung höhere Löhne, es gibt immer noch Wirtschaftsmanager, welche das Gespür für ihre eigene Löhne nicht haben und jeder träumt davon, dass wenn man die Augen nur lang genug zumacht, sich alles als schlechter Traum herausstellen sollte.

Dabei wäre Lösungen doch manchmal so pragmatisch, wenn jeder bereit wäre zu verzichten! Die Umsätze purzeln, die Gewinne brechen ein und der Wachstum stottert, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wieso also nicht einfach auf das Lohnniveau von vor 10 Jahren zurückkehren? Im Schnitt macht das je nach Branche vielleicht 8 bis 20’000 CHF pro Jahr aus. Zugegeben, das ist viel Geld und würde im Einzefall für viele sicherlich eine Privatinsolvenz bedeuten, oder man müssten vom 6-Zimmerhaus zurück in eine 3-Zimmer Wohnung, das zweite Auto verkaufen und so weiter. Allerdings würde es überall die Lohnkosten reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern wieder stärken und Arbeitsplätze sichern. Denn wenn keiner auf Lohn verzichten muss, führt das dazu, dass Arbeitnehmer entlassen werden müssen, um kosteneffizient und konkurrenzfähig zu bleiben.

Zugegeben, die Lösung ist nicht durchdacht. Sie würde natürlich insbesondere dort keinen Erfolg bieten, wo Unternehmen eh strukturelle Probleme haben. Aber überlegen Sie mal nur eine Minute, was der eigentlichs Sinn der Lösung ist: nur wenn jeder bereits ist, zu verzichten, nur dann werden wir aus der Krise herauskommen. Und das ist nun wahrlich nicht zuviel verlangt. Meinen Sie nicht auch.

Irgendwie so waren auch John F. Kennedeys Gedanken als er meinte: don’t ask, what your country can do for you, ask what you can do for your country. Und dieser Aufruf beschränkt sich heute bei weitem nicht nur auf das eigene Land.

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