Weniger ist mehr

4 01 2009

2009 wird ein „hartes“ Jahr. Die Zeiten „of less“, also mit weniger zufrieden sein, sind angebrochen. Die Mär vom unendlichen Wachstum scheint zu Ende. Krise überall, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel und wir sorgen uns um unseren Wohlstand. Da bleibt eigentlich nur die Frage, wieviel weniger können wir ertragen? Stehen wir wirklich Alle vor dem Ende?

Mitnichten. Je mehr man hat, desto mehr hat man zu verlieren. Und damit sind nicht nur Millionen auf dem Bankkonto gemeint. Zwei Autos, ein Haus, ein Handy für jedes Familienmitglied, Mitgliedschaften in Sportvereinen, Internetanschluss, Abonnements für Kabel und Pay-TV, Flachbildschirme, Ferien, auswärts Essen etc. All diese Annhemlichkeiten haben wir uns im Laufe der Jahre erarbeitet. Sie zu verlieren, mag für den einzelnen eine Krise sein, ohne sie oder mit weniger zu leben, noch lange nicht das Ende.

Was brauche ich wirklich?

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, was Luxus eigentlich ist. Nun gemäss meiner Definition ist es bezogen auf Konsumgüter alles das, was man nicht wirklich braucht. Ihr Auto fährt noch, ist weniger als 10 Jahre alt oder hat noch weniger als 200’000 km auf dem Tacho? Wieso also ein neues Auto kaufen? Die neue und tolle Uhr, die sie im Schaufenster des Juwelier gesehen haben; macht sie wirklich glücklicher oder sollte man die 8’000 CHF nicht liebe sparen und für etwas anderes auf die Seite legen?

Nun, ich denke, Urs P. Gasche, der frühere Leiter des Kassensturzes hat in seinem Gastkommentar in der Basler Zeitung vom Freitag 2. Januar nicht ganz unrecht. Der Boom der Wirtschaft und die Gier nach Wachstum beruhte teils auch darauf, Produkte zu produzieren, die wir nicht wirklich brauchen. Wenn der Konsument nun also findet, dass er mit weniger auch zufrieden ist, dann haben das die Produzenten zu akzeptieren und Unternehmen, die sich nicht auf den Markt einstellen gehen ein. Natürlich gehen Arbeitsplätze verloren und Unternehmen Konkurs. Aber bringt es wirklich etwas, wenn man mit Steuergeldern Unternehmen am Leben erhält, die dem Ende geweiht sind (die Automacher aus Detroit lassen grüssen)? Ich denke nicht.

Vor mehr als 100 Jahren gab es um Vancouver über 3’000 Lachsfabriken, welche den Wild-Lachs in Dosen verpackten und in die ganze Welt verschickten. Heute sind davon gerade noch mal eine Hand voll Fabriken übrig und Vancouver blüht immer noch.

Ja, die Zeiten werden schwer. Aber wir müssen uns ändern und dabei auf etwas verzichten. Weniger ist mehr. Wer das nicht erkennt, der ist wirklich am Ende.

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