Betrunkener Fussballweltmeister

15 07 2010

Barca-Verteidiger Gerard Piqué, seines Zeichens frischgebackener Fussballweltmeister, hat bei der Feier in Madrid wohl schon einiges an Sangria intus. Auf jeden Fall kann er sich nur noch Dank der Hilfe seiner Kollegen auf den Beinen halten und spuckt dann auch noch einen Funktionär von hinten an. Also liebe Kinder, gut hinschauen. Sowas passiert selbst mit Weltmeistern, wenn sie zuviel Alkohol trinken





Spanien als würdiger Nachfolger von Italien

12 07 2010

(Bild: Getty Images)

Es gibt eine alte Fussballerweisheit bei Turnieren. Du darfst das erste Spiel verlieren, aber nicht das letzte. Zweiteres ist Holland passiert und damit ist Spanien Weltmeister. Die Iberer haben es sich verdient und sind ein würdiger Nachfolger von Italien. Sie waren die Mannschaft mit der grössten Ballsicherheit, den besten Technikern und im entscheidenden Moment jene, mit der besten Taktik. Die italienischen 1:0 reichten in der KO-Phase, um die grössten Widersacher aus dem Weg zu räumen. Holland muss weiter auf einen Triumph warten.

Spanien ist aber schlussendlich auch der logischte Sieger, schaut man sich die Resultate der letzten zwei Jahren an. Kraken-Paul hat ebenfalls recht getippt und die Leser dieses Blogs wissen schon seit dem 13. Januar diesen Jahres, dass Spanien Weltmeiter wird.

Felicidas!





Krake Paul – der heimliche WM-Star

9 07 2010

Im Sealife Aquarium Oberhausen ist seit einigen Tagen die Hölle los. Krake Paul hat sechs Deutschland Partien in Serie richtig getippt. Heute hat er nun auch Deutschland als Drittplatzierten und Spanie als Weltmeister getippt. Zufall? Keine Ahnung, denn von Fussball versteht Paul so wenig, wie Carles Puyol von Frisuren, aber eines ist augenfällig. Paul bevorzugt offenbar den Futternapf der „Auswärtsmannschaft“. Nur im Australien und im England Spiel hat er sich die Muschel aus dem dem linken Behälter genommen.

Urteilen Sie selbst.





Keine Chance gegen Puyol und Kraken-Paul

8 07 2010

Eigentlich war es abzusehen, die Niederlage der jungen deutschen Mannschaft gegen Spanien. Denn einer wusste es schon vorher. Kraken-Paul hat bisher alle Spiele der deutschen Mannschaft richtig getippt. Kein Wunder war die Wut auf Paul im Vorfeld gross (Bild-Zeitung). Erboste Fans wollen ihn schon zu Tintenfisch-Salat verarbeiten. Nachdem Puyol gestern den Siegestreffer geschossen hat und Deutschland ausgeschieden ist, hat Kraken-Paul wieder Ruhe. Er hatte recht und damit viele Experten überrascht. Vielleicht sollten wir mehr auf den Instinkt von Tieren hören. Schliesslich sind Affen ja auch die besseren Börsenanalysten und“ outperformen“ bei der Auswahl von Aktien die Experten immer wieder.





Keine Angst vor grossen Namen

7 07 2010

Heute abend trifft Deutschland auf Spanien. Gesucht wird der Finalgegner von Holland. Das junge deutsche Team und ihre Fans haben auf jeden Fall keine Angst vor grossen Namen. Bereits wurden England und Argentinien aus dem Feld geräumt und man träumt schon von der 2. Auflage des Finals von 1974.

Das Bild der EM in der Schweiz (Rheinufer in Basel) zeigt auf jedenfall, dass die Deutschen auch gegen eine Übermacht Mut beweisen.





Macht FIFA-Blatter den Afrikanern ein Final-Geschenk?

7 07 2010

Steht doch noch ein Südafrikaner im WM-Final?FIFA-Referee Jerome Damon

Im Rahmen der ausstehenden Partien bei den Fussballweltmeisterschaften in Südafrika sind noch zwei Plätze in Sachen Schiedsrichter zu vergeben. Das kleine Final und das Finalspiel in Johannesburg. Nach dem Ausscheiden aller Teams vom afrikanischen Kontinent und der angekratzten südafrikanischen Ehre aufgrund des Entscheides von FIFA-Schiedsrichter Massimo Busacca im Spiel des Heimteams gegen Uruguay, stell sich die Frage, wie Sepp Blatter im Hinblick auf die nächsten Wahlen vorgeht. Mit Jerome Damon steht auch ein südafrikanischer Schiedsrichter noch auf dem Zettel der FIFA-Funktionäre. Sicherlich überlegt man sich in den Chefetagen, Jerome Damon noch einzusetzen. Reicht es vielleicht sogar für den Final oder ist das dem FIFA-Boss in Hinblick auf eine rein europäische Affiche dann doch zu riskant? Von der internationalen Erfahrung her wären Franck de Bleeckere aus Belgien und Howard Webb aus England die logischen Final-Schiedsrichter. Doch auf Logik ist der Erfolg der FIFA nicht aufgebaut.





England diskutiert über die Zukunft der Three Lions

29 06 2010

 

Das grosse Aufräumen fängt erst an. England ist in einer Sinneskrise und macht sich Gedanken über die Zukunft des englischen Fussballs, die Chancen an der WM 2014 und die Nationalmannschaft. Fabio Capello wird die nächsten Tage kaum überleben und ein Engländer muss als Nationalcoach her. Können Hodgson, Redknapp oder Beckham die Three Lions retten? Dabei war das Debakel absehbar. Die Nationalmannschaft heisst so, weil nur Spieler des entsprechenden Landes spielberechtigt sind. Die Klasse der Nationalmannschaft ist nicht mit der Klasse der heimischen Liga gleichzusetzen. Das vergessen sie auf der Inseln manchmal. Ist ja auch schwer, ob der ganzen Selbstbeweihräucherung der Premier League und der Unsummen, welche dort umgeschlagen werden.

Dabei zeigen die Ranglisten der Bundesliga und der Premier League sowie ein Blick auf das Kader offensichtlich, wo die Probleme liegen.

Bundesliga: Die fünf Erstplatzierten (Bayern München, Schalke 04, Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund) haben 85 Deutsche im Kader.

Premier League: Die fünf Erstplatzierten (Chelsea, Manchester United, Tottenham, Manchester City und Arsenal) haben 37 Engländer im Kader.

Noch Fragen? Im Kader der englischen Mannschaft befinden sich 13 Spieler aus diesen Klubs, im deutschen Kader 14.  Mit anderen Worten, der englische Nationaltrainer Fabio Capello muss jeden 3. Engländer aus den Topklubs nominieren, egal ob dieser nun das Zeug zum Nationalspieler hat oder im Klub auch Stammspieler ist. Der deutsche Nationaltrainer Jogi Löw muss nur jeden 6. aus den Topklubs nominieren. Mehr Auswahl, mehr Möglichkeiten, grösserer Verdrängunskampf um einen Platz in der Nationalmannschaft und damit auch mehr Wettbewerb und Qualität.





Was bleibt hängen? Die WM 2010

29 06 2010

Die WM in Südafrika geht oder ist bereits in der entscheidenden Phase und irgendwie mag keine Stimmung aufkommen, trotz Sommermärchen-Wetter. Was bleibt hängen, nachdem der Ball nun mehr als zwei Wochen rollt? Eigentlich wenig bis nichts, zumindest fussballerisch. Fatale Schiedsrichterentscheidungen, halbleere Stadien und alles übertönt vom Surren der Vuvuzelas. Die Massen in Südafrika wurden genauso wenig vom WM-Fieber angesteckt wie der Rest der Welt. Gefeiert wird wenn überhaupt in den Fanmeilen Südamerikas und in Deutschland. Hoffen wir, dass sich ab den Viertelfinals doch noch so was die Dramatik ergibt. Enge Spiele, Verlängerung und Tragödien nach einem Aus im Penaltyschiessen. Die Paarungen Deutschland – Argentinien und Brasilien – Holland versprechen zumindest vom Papier her eine gewisse Spannung.

Trotzdem: etwas Positives hat die WM 2010 bisher. Es gibt keine Strassenschlachten und Ausschreitungen, da selbst den Hooligans der Weg ans Kap zu weit ist. Das wird sich an der EM 2012 un Polen und der Ukraine leider wieder ändern…





Public-Viewing oder der Traum vom grossen Geld

28 06 2010

Die Betreiber der Public-Viewing Anlage im Schänzli in Muttenz sind ratlos. Gemäss der Basler Zeitung von heute, ist der Platz vor dem grössten LED-Bildsschirm Europas (Eigenwerbung, nicht nachgeprüft) meist leer. Woran liegt es? Die Rahmenbedingungen würden doch stimmen? Auch in Deutschland sind die Fanmeilen rappelvoll. Nun, die Ratlosigkeit scheint ziemlich naiv, war das Projekt doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und ich kann euch auch sagen wieso.

  1. Die Lage: Nahe bei der Stadt ist halt nicht in der Stadt! Es müsste jedem klar sein, dass Herr und Frau Basler ihre Feste IN der Stadt zu feiern pflegen. Das ist eine Tatsache. Der Barfi oder der Marktplatz wären hier ideal gewesen (aber natürlich gäbe es dafür nur schwer Bewilligungen).
  2. Die Schweizer Nati: Wir sind eine Fussballstadt aber keine Fussballnation. Der Erfolg gegen Spanien kam überraschend und eigentlich war nicht damit zu rechnen, dass die Schweiz länger für drei Spiele in Südafrika ist.  Das ist in Deutschland anders, dort herrscht quasi Planungssicherheit bei Betreibern von Fanmeilen.
  3. Die WM ist in Südafrika!: Mit anderen Worten, es kommen keine Spontanfans aus anderen Ländern vorbei und gehen mal kurz in eine Public-Viewing Anlage. WM-Euphorie in der Stadt gibt es so nicht. Ist und war eigentlich schon im Vorfeld logisch.
  4. Kleinigkeiten: Dass ausgerechnet an den ersten Wochenenden Regen und kaltes Wetter den Umsatz vermieste, war unglücklich, aber mit schlechtem Wetter muss man rechnen. Ausserdem kommt es keinem in den Sinn, zwei oder dreimal pro Woche für ein Public-Viewing ins Schänzli zu gehen und dabei schon fast 50.- nur für den Eintrittspreis liegen zu lassen. Auch ist die Dimensionierung völlig falsch. Stimmung kommt in der Anlage nur auf, wenn sich Tausenden versammeln. Da die Anlage aber meist leer und stimmungslos ist, zieht das auch keine Kurzentschlossenen an. 

Wir wollen ja nicht besserwisserisch sein und Privatunternehmern ihren nicht erreichten Erfolg vorhalten. Aber wenn private Investoren mit solcher Naivität und Blauäugigkeit eine Idee verfolgen, dann ist das wie Lotto spielen und hat mit Geschäftssinn nichts zu tun. Und mit Lotto spielen ist das halt so eine Sache: in den meisten Fällen verliert man.

Übrigens: Noch bleiben zwei Wochen WM. Platz genug hat es im Schänzli: http://www.public-viewing-basel.ch/





Wie bringe ich das meinem Kind bei?

21 06 2010

Früher, ja früher war alles besser. Der Ferdy Kübler ist damals noch ohne Blutdoping und Motor (nur ein Witz Herr Cancellara) von Sieg zu Sieg gestrampelt. Der Karli Oder matt und seine Kollegen sassen in den bekannten Restaurants und Bars der Stadt mit den Fans zusammen, tranken einen über den Durst und haben am Tag darauf die Meisterschaft gewonnen. Und früher, ja früher, da waren Fussballweltmeisterschaften noch ein Ereignis für die ganze Familie. Angefangen hat dann alles mit der Hand Gottes (Maradona im Viertelfinal Spiel der WM 1986 in Mexiko gegen England). Seit diesem Tag, weiss jeder Knirps auf dem Fussballplatz, dass „Schummeln“ zum Sport dazu gehört.

Doch die Weltmeisterschaften in Südafrika (O-Ton Sepp Blatter am Tag des Finalspiels am 11. Juli 2010 „Die besten Weltmeisterschaften aller Zeiten“) toppen alles Bisherige. Fussball, das Spiel aller Schichten der Gesellschaft,  ist immer mehr zum Spiegelbild dieser geworden. Die heile (Vorbilds-)Welt können Messi, Ronaldo & Co. nur noch bedingt vorgaukeln.

Das fängt bei den Löhnen an. Ein Cristiano Ronaldo soll bei Real Madrid rund 20 Millionen Franken verdienen. Das ist das 500-fache eines Gartenarbeiters in der Schweiz, der jederzeit in der Lage ist, einen Rasen anzulegen, auf dem auch Ronaldo seine Schnelligkeit und seine Dribblings ausleben kann. Ungerecht? Nein, Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Die französischen Fussballer sind zwar als Einzelspieler begnadete Fussball, menschlich haben Sie sich aber kaum weiterentwickelt. „Sie stammen fast alle aus den „Banlieu“, sie haben gelernt, wie man den Ball stoppt und weiterspielt, aber sie haben keinen Respekt. Sie stellen das Spiegelbild der Probleme der französischen Gesellschaft dar“, meint denn auch Gilbert Gress auf Newsnetz. Heisst das jetzt, dass jeder Bub mit einem Trikot von Anelka künftig seinen Lehrer darauf hinweisen kann, dass er sich im „Pfefferland selbst vergnügen“ soll?

Die Brasilianer werden wahrscheinlich Weltmeister und ein Schiedsrichter sieht nicht alles, kann nicht alles sehen. Wenn er wie gestern aber den Torschützen fragt, ob er den Ball mit der Hand genommen hat und dieser (Luis Fabiano) das Unschuldslamm spielt, spricht lügt, dann ist es schwer, einem Kind zu erzählen, dass dies nicht richtig ist.

Es ist sicherlich nicht Aufgabe des Fussballs besser als die Gesellschaft zu sein, aber man könnte sich durchaus überlegen, ob Fussballspiele künftig einer Freiwilligen Schutzkontrolle (FSK) unterliegen sollten. Was man dort zu sehen und hören bekommt, ist sicherlich nicht harmloser, als in einem Film, welcher nicht unter 16 Jahren freigegeben ist. Das ist natürlich nicht Ernst gemeint (für alle jene, die das Wort Ironie nicht kennen), aber die Tendenz geht in diese Richtung. Der Fussball hat sein Unschuld längst verloren…

P.S.:Übrigens sind auch die Äusserungen an den anschliessenden Medienkonferenzen nicht immer druckreif, wie das Beispiel Carlos Dunga zeigt. Die FIFA ermittelt und wir sind froh, werden die Medienkonferenzen zumindest in unsere Stuben nicht live übertragen.