Herr Grimm und der FC Sion

30 09 2011

Thomas Grimm, scheidender Liga-Boss, äussert heute, dass Sion alle Spiele forfait verlieren wird, in denen die nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt wurden. Pech für den FCB, beim 3:3 im Joggeli sassen diese Spieler auf der Tribüne… Aber darum geht es jetzt nicht. Sehen wir mal davon ab , dass damit eine bereits laufenden Saison verfälscht würde. Worin besteht denn das eigentlich Problem, ausser, dass beide Seiten „Recht“ haben.

Meines Erachtens wird bei den Wirren um den FC Sion eines, zumindest vordergründig, immer ausser Acht gelassen. Der FC Sion nimmt am Meisterschaftsbetrieb der Super League teil. Das ist eine private Organisation, es besteht weder eine Pflicht noch ein Grundrecht dazu. Also muss und soll er sich an die Entscheide der sportlichen Gerichte halten. Durch seine Teilnahme an der Meisterschaft hat er sich bereit erklärt, dessen Statuten und Reglemente zu achten. Wenn davon geredet wird, dass CC ein Winkelried ist und manche ihn sogar bewundern (was man ja angesichts seiner Hartnäckigkeit verstehen kann) geht ein Gedanke verloren. Der FC Sion spielt FREIWILLIG in der Super League!

Man sollte staatliche Gerichte anrufen können, wenn in der privatwirtschaftlichen Beziehung zwischen Liga und Verein Misstände bestehen. Diese aber dürfen und sollen den Spielbetrieb nicht zur Farce werden lassen, sie können aber dazu führen, dass die Liga z.B. Schadenersatzpflichtig würde, falls die Spieler zu Unrecht nicht eingesetzt werden konnten. Dass Sie aber nicht eingesetzt werden dürfen, ist Sache eines Sportgerichtes und dessen Urteil ist zu akzeptieren. Es steht jedem frei, eine eigene Liga aufzubauen….

So, jetzt wäre das auch mal gesagt!





Ein Hoch auf den Schweizer Fussball

5 08 2011

Nicht erst seit dem Gewinn der U-17 Weltmeisterschaft und dem engagierten Auftritt der U-21 an den Europameisterschaften weiss man in Europa, dass im Schweizer Nachwuchs gut gearbeitet wurde. Leider verliessen die Talente die Schweiz aber oft, bevor Sie auch nur eine Minute in der hiesigen Super League spielten. Diesen Sommer aber – so scheint es – trägt die gute Arbeit im Schweizer Fussball erst Früchte. Mit dem FCB, Sion, YB und Thun sind vier Schweizer Mannschaften im europäischen Fussball dabei, wenn auch die grossen Nationen in den Wettbewerb eingreifen. Früher hätte ein Schweizer Fussballklub gegen einen Serie A Verein, auch wenn es Palermo war, das Nachsehen gehabt. Heute aber treten Schweizer Mannschaften wie Thun mit einem anderen Verständnis an und werden auch von den Gegner respektiert. Deshalb ist auch die Leistung des FCZ gegen Standard Lüttich – trotz Baisse in der Meisterschaft – hoch anzurechnen.

Bayern, Braga, Celtic Glasgow und Stoke City sind keine Leichtgewichtet. Überraschungen sind unter den heutigen Voraussetzungen aber immer möglich.

Freuen wir uns auf weitere Erfolge und Punktegewinne der Schweizer Klubs. Dies wird uns in den nächsten Jahren weitere Europacupplätze bringen oder aber die mühsame Qualifikation durch östliche Fussballprovinzen ersparen. Davon wird auch die hiesige Liga profitieren, da das Erreichen von Platzierungen für die europäische Wettbewerbe umso attraktiver wird. Der Kampf um diese Plätze wird unseren Fussball wettbewerbsfähiger und kompetitiver machen und vielleicht auch dazu führen, dass das eine oder andere Talent etwas länger in der Schweiz bleibt, bis es dem Lockruf des Auslands folgt.





Ein Transfercoup für Xamax?

3 08 2011

Der Blick spricht von einem Coup. Haris Seferovic, U-17 Weltermeister und Fiorentina Reservist, wechselt zu Xamax. Wahrscheinlich musste der Blick mal wieder etwas Nettes über den Xamax-Boss schreiben. Seferovic hat keine Spielpraxis und gerade mal drei Superleague-Spiele bei GC auf seiner Guthabenseiten. Sicherlich ist es für die Zukunft des Schweizer Fussball toll, wenn ein solches Talent nun Spielpraxis erhält (der Schritt ins Ausland kam eh zu früh), von einem Transfercoup zu reden,  wäre aber verfrüht. Das Beispiel Ben Kahlifa bei YB zeigt, dass auch Talente nicht sofort einschlagen.





Mit Xamax im Fussballtheater

25 07 2011

Was zurzeit am Neuenburgersee abgeht, muss selbst bei jenen, welche sonst keine Verbindungen zu Neuenburg haben, Mitleid erregen. Ein Mann macht einen Klub zur Witzfigur. Zwei Spiele, zwei Niederlagen: kein aussergeöhnlicher Start, wenn man bedenkt, dass eines der Spiele gegen den amtierenden Meister und auf dessen Terrain eingefahren wurde. Die Reaktion des Xamax-Besitzers ist deshalb völlig unverständlich. Wenn das so weitergeht, wird Xamax bis Herbst keine Spieler mehr haben und die Ereignisse am Neuenburgersee, werden selbst Christian Constantin’s Gebahren in den Schatten stellen.





Lauer Start in die Super-League Saison

18 07 2011

Der Start in die Super-League Saison war ok, angesichts des Hypes im Vorfeld aber eher lau. Kein Wunder nutzen die Politiker das Sommerloch bereits für den Wahlkampf und ihren Kampf gegen den Hooliganismus, selbst wenn es am Wochenende trotz der Affiche YB- FCB ruhig blieb.

Überhaupt zeigt des Spitzenspiel, dass der Start in die Saison erstmal verhalten anlief. YB war zwar zwingender als der FCB, aber bot keinesfalls ein Offensive-Juhee. Der FCB kommt erst langsam in die Gänge und nur Yann Sommer machte bereits im ersten Spiel als neuen Nummer 1 die alte 1 (Franco Costanzo) vergessen.

Das Tourbillon wird auch 2011 eine schwer einnehmbare Festung sein (nicht nur für den FCZ). Die Champions-League und Meisterschaftsambitionen der Westschweizer Klubs Xamax und Servetter waren zumindest am Wochenende noch nicht zu sehen und auch sonst verlief alles ziemlich unaufgeregt und „normal“.

Der Sommer ist zwar Wettermässig eine tolle Zeit, um Fussball zu spielen, aber stimmungsmässig muss der Start in die neue Saison erstmal anlaufen.





Die Spannung auf die Fussballsaison wird aufgebaut – Uhhh

13 07 2011

Natürlich kann ich nicht versprechen, dass ich bleibe. Das ist im Fussball immer schwierig. Aber ich bin jetzt beim FCB, habe einen Vertrag (bis 2014) und fühle mich wohl hier.

Mit diesem Satz wird Xherdan Shaqiri heute im Blick zitiert und natürlich heisst es aus Zürich sofort, dass der Jungstar sich auch schon klarer zum FCB bekennt hätte. Shaqiri also auf dem Absprung? Sicher nicht. Aber es ist legitim nun die Spannung auf die Saison anzuheizen, schliesslich mag noch nicht richtig Stimmung aufkommen. Wenn Shaq dann aufgrund der U-21 WM am Samstag geschont wird, heisst es sicher bald: „Shaq unzufrieden“.

Aber nur ruhig bleiben. Solang nicht Arsenal, ManU oder die Bayern anrufen und 10 Mio. auf den Tisch legen, spielt Shaqiri diesen Herbst erstmal Champions-League mit den FCB. Alles andere steht in den Sternen. Denn in einem hat Shaqiri recht, was kann man heute schon versprechen.





Schon wieder Fussball!

12 07 2011

Die U-21 EM ist Geschichte, die WM der Frauen läuft noch und am Samstag geht bereits wieder die Schweizer Fussballmeisterschaft los. Obwohl das Wetter nach Fussball schreit, mag noch nicht richtig Stimmung aufkommen. Die Medien versuchen zwar Stimmung zu machen und es gäbe einige Themen.

Christan Gross ist zurück in der Super-League und man fragt sich, wie das Duell mit seinem Nachfolger in Basel wohl ausgehen wird.

Luzern und Thun haben neue Stadien, werden aber vor allem im Falle von Thun bei Spielen des FC Basels wohl restlos an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

Sion will wieder mal Meister werden und Constantin kauft tüchtig ein.

Servette und Lausanne bereichern neu die Super League.

Xamax will mit tschetschenischem Geld in die Champions-League.

Der FC Basel ist dort schon angelangt und es ist zu hoffe, Zürich schafft den Sprung über die Quali.

und, und und.

Aber ehrlich. Richtig Stimmung kommt trotzdem noch nicht auf. Das Überangebot an Sporthöhepunkten ist einfach zu gross. Warten wir also ab, vielleicht zündet die Stimmungskanone dann am Samstag im Stade de Suisse.





Dangge Franco – Dangge FCB

26 05 2011

(Bild: Keystone)

Bis zum 16. Juli 2011. Wir sind dann mal weg….und Gratulation dem FCZ zum Vize-Meistertitel und viel Glück in der Champions-League Qualifikation.





Die Entscheidungen in der Meisterschaft liegen in den Füssen der Fussballer

23 05 2011

Am Mittwoch geht die Schweizer Fussballmeisterschaft zu Ende. Sowohl beim Kampf um den Titel, als auch bei der Entscheidung um den Abstieg werden am Mittwoch die Würfel fallen.

Nach der Runde vom Wochenende ist auch klar, dass die Schiedsrichter kaum das Zünglein an der Waage spielen. Das Offside-Tor von Marco Streller gegen St. Gallen war am Wochenende die einzig strittige Sache. Lassen wir es dabei und sagen wir, die Entscheidung war korrekt. Damit präsentiert sich die Tabelle der Schiedsrichterprofiteure und der durch Entscheidungen der Schiedsrichter benachteiligten Klubs wie folgt:

1. Luzern +3

2. GC +2

3. FCZ, Sion, Bellinzona +1

4. FCB, Xamax, St. Gallen 0

5. YB -2

6. Thun – 4

Aus der Tabelle lässt sich ablesen, dass der FCZ nur einmal mehr von Schiedsrichterentscheidungen profitierte als der FCB. Trotzdem liegt Basel nun einen Punkt vor den Zürchern. Die Meisterschaft wird also über alle Runden gesehen sportlich entschieden, auch wenn die Schiris am Mittwoch natürlich im Brennpunkt stehen.

Auch bei St. Gallen, Xamax und Bellinzona kann über die gesamte Meisterschaftslänge nicht davon gesprochen werden, dass die aktuellen Platzierungen aufgrund von Fehlentscheidungen aus dem Kreis der Männer in gelb herrührt. Auch hier läuft es also sportlich ab.

Luzern konnte die Vorteile der Entscheide zu seinen Gunsten schliesslich nicht nutzen und Thun ist trotz grosser Benachteiligung durch die Schiedsrichter nicht abgestiegen. Man könnte höchstens sagen, dass Thun aufgrund des „Direktduells“ mit Luzern um einen möglichen Europacup-Platz noch besser dastehen würde, hätten sich die Schiedsrichterentscheidungen wirklich übers Jahr ausgeglichen. Allerdings zeigt sich auch hier, dass sich die sportliche Leistungen schlussendlich durchsetzen. Thun liegt einen Punkt vor Luzern und möchte dies natürlich auch am Mittwoch Abend so haben.





Wenn Fussball-Hooligans zum Spielball werden

20 05 2011

Schweizer Lokalpolitiker proben den Aufstand gegen den Fussball und die Swiss Football League. Zankapfel im Jahr des allgegenwärtigen Wahlkampfes sind die Fussball-Hooligans und der Schrei nach „Law und Order“.

Im Grunde wird eine Bewilligungspflicht für Fussballspiele gefordert. „Dann entscheiden wir, wann ein Spiel stattfindet, wir entscheiden, ob Gästesektoren zu bleiben und wir entscheiden, wo ein Fanzug hält!“, meint der Berner Gemeinderat Reto Nause knapp. Der Aufschrei ist nach den Ausschreitungen am letzten Samstag beim Spiel FCZ gegen den FCB lauter geworden und auch an diesem Fussballwochenende werden die Augen auf die Fans gerichtet sein.

Die Schuldigen sind leicht gefunden. Die Klubs und ihre angeblich wirkungslosen Massnahmen und die Liga, welche nicht handelt. Doch wie so oft, wird alles wieder einmal zu einfach gemacht. Genau wie an einem 1. Mai ist der Grad zwischen Repression und Involvierung der Fans in Fussball (und Eishockey) ein schmaler. Fussballspiele sind wöchentliche Machtdemonstrationen der Klubs und die Fans sind ihre Botschafter. Ganz ausschliessen kann man Ausschreitungen nie, aber gerade im Umfeld des FC Basel, welcher allein aufgrund der schieren Zahl an Fans auch rechnerisch am meisten „schwarze Schafe“ hat, zeigt, dass Repression nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Nach dem unsäglichen Treiben zu St. Jakob im Mai 2006 wurde einiges unternommen. Ausschreitungen grösseren Ausmasses kommen immer dann vor, wenn bei Auswärtsspielen von meist privaten Sicherheitskräften die Karte „Repression“ gezogen wird. Keine Wunder stachelt das an und ist der Mob erstmal am Wüten, lässt sich das Adrenalin nur schwer zügeln. Dies ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.

Mit Drohungen der Politik löst sich das Problem nicht, es werden vielleicht höchstens Stimmen gewonnen und dies scheint als Aussenstehender im Jahre des Wahlkampfes wohl auch das zentrale Ziel.

Gewalt ist kein Phänomen des Fussballs, er ist als Magnet riesiger Menschenmassen oft halt ein Nährboden dafür, dass sich diese im grösseren Ausmass zeigt. Er fördert den Gewalttourismus, ist aber nicht der Grund. Den Fussball und die Spiele abzuschaffen oder abzusagen, ist keine Lösung, sondern steigert die Agressionen unnötig.

Es sind Lösungen gefordert, welche im Dialog erarbeitet werden, denn kein Klub und kein Fan hat ein Interesse daran, dass der Besuch von Fussballspielen zum Risiko wird. Ganz abgesehen davon, dass sich echte Hooligans mit Kodex sowieso am Rande solcher Veranstaltungen prügeln.

In die Pflicht nehmen muss man aber auch die Swiss Football League. Sie profitiert von den Klubs und lässt sich in der aktuellen Diskussion mit Schweigen im Regen stehen. Beamte eben!