Ein Sommer macht noch keinen Frühling

9 08 2012

Dank Yann Sommer steht der FCB in der letzten Runde zur Champions-League. Soweit so gut. Doch mit Sommer alleine kämpft man im Frühling nicht um die Krone eines Schweizer Meisters. Trotzdem ist es noch zu früh, zu urteilen. Doch genau das wird nun gemacht. Die Nörgler schiessen bereits aus allen Ecken: schlechte Transferpolitik, keine Alternativen im Sturm, Vogel hat die Truppe nicht im Griff und so weiter. Dabei wird vergessen, dass praktisch das ganze Mittelfeld ausgetauscht wurde und auch die Abwehr mit Abraham einen ruhenden Pol verloren hat. Gaston Sauro und Marcelo Diaz kamen direkt von der Meisterschaft in Südamerika in die Vorbereitung bzw. machten gar nicht alles mit. Mohamed Salah spielte noch bei Olympia, etc.. Die bisher gezeigten Leistungen sind zwar nicht gerade berauschend, aber durchaus erklärbar.

Es gibt also noch keinen Grund, bereits die Feuerwehr zu rufen! In Situationen wie gestern Abend zeigt sich, wer die erfahrene Mannschaft ist. Sie kommt in 9 von 10 Fällen auch mal bei einer schlechten Leistung weiter. Das ist alles, was im Moment zählt. Die Nörgler sollen bis im Spätherbst warten und dann ihr Urteil fällen.

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Sind Trainer wie Christian Gross noch zeitgemäss?

30 04 2012

«Ich dachte ich sei bei YB erst am Anfang, aber es war schon das Ende.»

Dieser Satz an der heutigen Abschiedspressekonferenz von Christian Gross sagt alles und nichts. Christian Gross und das Projekt YB sind gescheitert. Die Frage, ob Trainer eines Schlages Christian Gross noch zeitgemäss ist, stellt sich seit seinem Abgang beim FC Basel. Die Schlagzeilen dominieren „moderne“ Trainer wie Murat Yakin, Thorsten Fink und Heiko Vogel. Doch das Scheitern von Christian Gross mit seiner Art abzustempeln greift zu kurz. Man wusste bei YB, welchen Trainer man sich an Bord holte. Vielmehr sind Umfeld und Medien ungeduldiger geworden. Otto Rehagel formulierte es mal in etwa so: Es gibt keinen modernen Fussball, nur erfolgreichen. Und dieser Erfolg fehlte Gross. Denkt man an eine der erfolgreichsten Jahre in Christian Gross Trainerlaufbahn, kommt man unweigerlich auf die Ära beim FC Basel.  Dort hatte er die Zeit – gewollt oder ungewollt – die einer wie er braucht, um Erfolg zu haben. Zuerst auf der Schützenmatte und dann das erste Jahr im neuen Stadion. Der Erfolg kam erst im dritten Jahr – und wie. Doch welcher Trainer der Welt, ob alte oder neue Schule, hat heute diese Zeit noch?

Wer heute im Schweizer Fussball für seine Mannschaft eine neue Ära einläuten will braucht diese Geduld. Da mag der Trainer eine Rolle spielen, viel wichtiger ist es aber, ein Umfeld innerhalb des Klubs zu haben, dass bereit ist, diesen Weg zu gehen und während drei Jahren hinter dem Trainer und damit seinen eigenen Entscheiden zu stehen. Der FC Basel kam in 13 Jahren mit drei Trainern aus (Gross, Fink und Vogel). YB hatte in derselben Zeit ganze 10 verschiedene Trainer an der Seitenlinie. Selbst der FC Zürich, welcher es verstand, die Dominanz des FCB in den vergangenen Jahren teilweise zu brechen, kam mit „nur“ 7 Trainern aus.

Bei allen Vorurteilen und Bedenken zu Christian Gross Methoden muss die Frage eher lauten. Sind langfristige Planungen im Fussball überhaupt noch zeitgemäss? Schaut man sich den FC Basel an, ist man versucht Ja zu sagen. Wir alle wissen aber, dass der FCB eine Ausnahmeerscheinung auf und neben dem Platz ist. Für den Rest der Liga heisst es Jahr für Jahr den schnellen Erfolg zu suchen, mit der Hoffnung, dass die Strukturen sich anschliessend aufgrund eines Titels ergeben und dass ein solcher dem Klub die nötige Zeit und die finanziellen Mittel gibt, langfristig zu planen. Getreu dem Motto: Zuerst der Erfolg, dann die Planung.





Neue Kräfte für den Verwaltungsrat des FC Basel

26 04 2012

Am Montag 30. April ladet der FC Basel zur Generalversammlung. Die Stimmung wird gut sein, einige werden wohl direkt vom Barfüsserplatz Richtung Generalversammlung ziehen, da am Sonntag rechnerisch und juristisch der 15. Meistertitel in der Geschichte gefeiert werden kann. Normalerweise interessiert den sportlich interessierten Fan vor allem das Geschehen auf dem Rasen. Doch die Rochaden im Verwaltungsrat sind für die Zukunft des Vereins nicht unerheblich und verdienen deshalb eine kurze Auseinandersetzung.

Werner Schmid (Marketing) und Mathieu S. Jaus (Finanzen) scheiden aus dem Verwaltungsrat aus. Vor allem der Abgang des langjährigen Finanzchefs Jaus ist für den Verein nicht unerheblich. Wer sich an die Zeiten anfang der 90er Jahre zurückerinnern vermag weiss, wie wichtig ein umsichtiger und besonnener Finanzchef ist. Jaus hat diese Funktion hervorragend ausgefüllt und ist auch in Zeiten der hohen Einnahmen und gestiegenen Ausgaben auf dem Boden geblieben. Ihm ist es mitzuverdanken, dass die Strukturen und finanziellen Verhältnisse des FCB nicht überbordet haben und der Verein auch mal mit Einkommensschwächeren Jahren über die Runden käme.  Auf ihn soll Stephan Werthmüller folgen, Unternehmer und Vorgänger von Mathieu S. Jaus. Auf den Steuerberater Werthmüller wartet keine leichte Aufgabe, denn ein Finanzchef muss bei aller Begeisterung für den Fussball auch eine „Spassbremse“ sein, damit der Klub auch weiterhin auf gesunde finanzielle Strukturen bauen kann.

Neu soll auch René Kamm, CEO MCH Schweiz, das Gremium verstärken. Da der FCB trotz seiner Marktmacht gerade im Merchandising Bereich weiterhin Potenzial hat, kann dessen Know-how als Marketingfachmann nur positiv sein. Ebenso ist die Verstärkung des sportlichen Know-hows durch Georg Heitz zu begrüssen.

Auf dem Papier liest sich der neue Verwaltungsrat gut. Man konnte die Abgänge nicht nur ersetzen, sondern in gewissen Bereichen sogar verstärken. Falls die neuen Amtsträgern ihren Vorschusslorbeeren gerecht werden, wird der FCB nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch über viele Jahre seiner Schweizer Konkurrenz davonlaufen.

Wir haben es an dieser Stelle schon mehrmals betont: Sport ist nicht planbar, aber der FCB unternimmt zurzeit alles, dass die Strukturen so professionell sind, damit die Fussballer die besten Rahmenbedingungen vorfinden. Rahmenbedinungen notabene, die es auch locker mit Bundesligaklubs aus den Top 5 aufnehmen können.





Soll Granit Xhaka in die Bundesliga?

10 04 2012

Über die Ostertage hat sich Granit Xhaka laut dem „Kölner Express“ mit den Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach angeblich über einen Transfer zu den „Fohlen“ geeinigt. Die Meldung an sich beunruhigt in Basel noch niemanden, da erstens dem FC Basel keine offizielle Offerte vorliegt und zweitens Xhaka mit den Verantwortlichen seines Klubs noch gar nicht geredet hat. Trotzdem stellt sich die Frage, ob ein Transfer aus heutiger Sicht Sinn macht.

Wer wie Granit Xhaka in jugendlichem Alter ist, wird natürlich kaum auf Meinungen von Aussen hören (meist hören Jugendliche ja nicht mal auf ihre Eltern). Das hält uns aber nicht davon ab, diese kund zu tun.

Kurz gesagt lautet die Antwort Jein. Länger erklärt, stellt es sich folgendermassen dar.

Im Gegensatz zu Xherdan Shaqiri könnte Xhaka ruhig noch eine Saison beim FCB reifen. Er hatte einen starken Herbst und gute Auftritte in der Champions-League, aber er ist noch nicht soweit wie Shaqiri. Mit anderen Worten: der Trainer seines nächsten Klubs spielt in den Überlegungen eine wichtige Rolle. Lucien Favre und auch Jürgen Klopp (Dortmund wird auch als möglicher Kandidat gehandelt) sind sicherlich Typen, welche einen Granit Xhaka fördern und fordern können. Favre sitzt aber aufgrund seines Erfolges auf einem wackligen Stuhl, im positiven Sinne. Er ist ein heisser Kandidat bei anderen Klubs, allen voran bei den Bayern und das trotz Vertrag bis Ende 2013. Ist Favre weg, wäre die Situation bei Gladbach für Xhaka wieder eine andere. Kein Thema dürfte Thorsten Finks HSV sein. Ein Spieler vom Format eines Granit Xhaka sollte vom FCB zu einem Spitzenklub wechseln. Bliebe also noch Dortmund. Hier zeichnet sich eher ab, dass Klopp noch einige Jahre im Pott wirken wird. Allerdings scheint es den Spieler nach aktuellem Kenntnisstand nach Gladbach zu ziehen.

Deshalb wäre ihm zu raten, abzuwarten, was der Sommer an der Transferfront so bringt und keine überstürzten Entscheide zu treffen. Das Beispiel Shaqiri zeigt, dass es sich lohnt zu warten.





Danke FCB!

24 02 2012

Es ist wieder mal an der Zeit, dass der Schweizer Fussball ein Dankesschreiben Richtung Rheinknie absetzt. Der 1:0-Erfolg gegen Bayern München in der Champions-League ermöglicht den anderen Schweizer Klubs in der nächsten Saison nämlich einen weiteren Platz in europäischen Wettbewerben. Zwei Klubs können 2013 mit der Qualifikation zur Champions-League liebäugeln, drei dürfen in die Europa-League. Bei unserer 10-er Liga können also 50% der Klubs an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Eine auch finanziell nicht unerhebliche Tatsache. Dies sollte Ansporn für andere Klubverantwortliche sein, in die Infrastrukturen ihrer Klubs zu investieren. Denn mit der Teilnahme als solches ist es nicht getan. Es reicht nämlich nicht, wenn Jahr für Jahr nur der FC Basel Punkte für das UEFA-Ranking sammelt. Da muss auch von anderen Klubs mehr kommen. Der FC Basel hat in den letzten fünf Jahren über 51 Punkte für die Schweiz gesammelt, allein über 18 in dieser Saison. Da sieht es bei den anderen europäisch spielenden Schweizer Klubs weniger gut aus.

Wahrscheinlich ausser Reichweite dürfte ein Platz für die direkte Chapions-League Qualifikation liegen. Dazu fehlen aktuell noch 3,6 Punkte. Dazu müsste der FCB gegen die Bayern weiterkommen und weitere Punkte sammeln. Hätten in diesem Jahr andere Klubs mehr an den Fussball als an anderes gedacht (zB. Sion), wäre es am Ende nicht an Basel gelegen, diese 3,6 Punkte noch zu holen…





Diktator Blatter und Krieger Constantin

19 12 2011

An was erinnern Sie solche Aussagen? „Es wird in vielerlei Hinsicht ein Blutvergiessen geben“ und „Es wird wohl ein Blutbad geben.“ Nun angesichts der tagtäglichen Schlagzeilen der Ereignisse aus Syrien, Ägypten, Lybien etc. ordnet man diese Aussagen der Berichterstattung aus dem Ausland zu. Dieser Fall hier ist aber anders. Es sind Aussagen von Präsidenten Schweizer Fussballklubs (FCB Heusler und YB Känzig). Es scheint, wir sind im Krieg und das ist tatsächlich so. FIFA-Diktator Blatter hat den Zweihänder ausgefahren und will die Schweiz aus der FIFA werfen (notabene das Land, welches ihm aufgrund seines liberalen Vereinrechts erlaubt, haufenweise Gelder zu scheffeln und dabei keine Steuern zu zahlen). Gegner ist der Krieger Constantin, welcher keinem juristischen Schlachtfeld aus dem Weg geht. Die Verlierer werden wie in jedem Krieg die Zivilisten sein, sprich die Fussballschweiz und der FCB.

Es sei denn, Diktator Blatter oder Krieger Constantin zeigen Einsicht. Die Weltgeschichte hat uns aber gelehrt, dass es im Krieg selten ein Nachgeben gibt. Wieso soll das in dieser Sportposse anders sein. Vor diesem Hintergrund sind die zitierten und martialischen Aussagen durchaus angebracht.

Für den SFV und den FCB brennt der Baum, bevor die erste Kerze überhaupt gezündet wurde.





Sternstunde für den Schweizer Fussball

8 12 2011

In den fremden Stadien und in der Nationalmannschaft werden sie bisweilen ausgepfiffen. Gestern aber leisteten sie einen Beitrag zur Wertsteigerung des Schweizer Fussballs. Die Mannschaft des FCB Basel erreichte nach einem 2:1 gegen Manchester United die Achtelfinals der Champions-League.

Der Sieg ist sehr hoch einzustufen. Insgesamt holte Basel gegen ManU 4 Punkte, gegen Benfica einen und gegen Galati 6. Wenn man beachtet, dass der deutsche Meister Borussia Dortmund nicht mal die Europa-League Qualifikation erreichte, sieht man welche hohes Niveau die Champions-League hat.

Der FCB sammelt aber auch kräfitig Punkte, damit auch andere Schweizer Klubs künftig von der guten Schweizer Platzierung in Europa profitieren können. Das grösste Geschenke machte er sich aber selbst. Dank seinen Erfolgen in Europa, war der Meister dieses Jahr direkt für die Gruppenphase der Champions-League qualifiziert. Der FCB wurde Meister und nutzte die Chance! Es ist zu hoffen, dass diese Erfolge bald Nachahmer im Schweizer Fussball finden und nicht die Neider anspornen.