Endlich wieder Fussball

8 02 2013

Draussen toben noch Schneestürme und in Zürich werden Fans zum Freischaufeln des Trainingsgelände aufgerufen. Dies ist die Zeit, in welcher die Super League ihren Rückrundenstart einläutet. Endlich. Vater Fussball hält wieder Einzug, selbst wenn schon jetzt die eine oder andere Spielverschiebung vorprogrammiert ist, geht es wieder los. Im Joggeli startet die Rückrunde am Samstag gleich mit einem Kracher. Im Spiel gegen den FC Sion treffen die beiden meistgenannten Meisterschaftsfavoriten aufeinander. Das Spiel wird für Murat Yakin und den FCB bereits richtungsweisend. Als Transfersieger des Winters kann das Team nur verlieren und ist damit in der Situation, in welcher die Mannschaft in den letzten Jahren immer am besten agierte: Als Verfolger der nur ein Ziel hat, die Meisterschaft zu gewinnen.

Genau wie beim deutschen FCB erwartet die Fans des FC Basels im Frühling ein „FC Hollywood light“. Spannung auf und neben dem Rasen ist garantiert. Im letzten Heimspiel am ersten Juniwochenden wäre nicht nur eine allfällige Meisterschaftsfeier angesagt, sondern auch der Abschied einer der grössten Schweizer Stürmer aller Zeiten: Alex Frei. Bis dahin gibt es aber noch viele Fragezeichen. Wird Alex Frei seinen letzten Fussballerfrühling auf der Bank verbringen? Gelingen ihm nochmals entscheidende Tore und wird er sich zum Abschluss definitiv in die Herzen der Muttenzerkurve schiessen? Die Antworten auf diese Fragen hängen nur bedingt von ihm ab. Er wird nochmals 120% geben, aber Regie in diesem mehrteiligen Abschiedsepos führt Steven „Murat“ Spielberg, welcher den Erfolg der Mannschaft über die Interessen Einzelner stellt.

Aber auch im Mittelfeld wird einiges Los sein. Mit Serey Die trägt nun ein Mitteldtank sondergleich die Farben rotblau. Wird er der lang ersehnte Mittelfeldmotor des FCB? Und was, ja was, läuft mit Raul Bobadilla. Ist er gesund, wenn seine Sperren abgelaufen sind. Harmoniert er mit Marco Streller und macht er ihn mit seiner Präsenz und der Tatsache, Gegenspieler auf sich zu ziehen, zum Torschützenkönig?

Antworten auf all diese Fragen gibt es Wochenende für Wochenende (und manchmal auch unter der Woche). Der FCB 2013 als Unterhaltungsmaschine. Suchtgefahr ist vorprogrammiert und man reserviert sich lieber schon heute als morgen einen Platz in der ersten Reihe!





Aadie Josef

1 02 2013

Die Nachricht von Raul Bobadillas Knieverletzung dominierte gestern und heute die Schlagzeilen. Dabei hat sich gestern beim FCB weit bewegenderes ereignet. Josef Zindel legt sein Amt als Pressechef des erfolgreichsten Schweizer Fussballclubs des vergangenen Jahrzehnts nieder. Es mag eine Randnotiz sein und seine Nachfolgerin wird die Lücke fachlich sicher schnell schliessen. Mit Josef Zindel tritt beim FCB aber nicht nur Fachwissen in die zweite Reihe (er bleibt dem FCB als Schreiberling erhalten), sondern ein Stück FCB. Josef Zindel lebte den Fussball, er lebte den FCB (und das, obwohl er kein Basler ist). Zindel, das waren Emotionen pur. Es gibt kaum ein Journalist, der bei Niederlagen oder unbequemen Fragen nicht mal Opfer des „aufbrausenden“ Josef wurde. Er stellte sich schützend vor die Spieler und den Club und blieb trotzdem ein herzensguter Mensch.

Als junger Sportjournalist war meine erste Begegnung mit Josef Zindel für ihn typisch. Er stritt sich während eines Spiels (damals noch bei der BaZ) auf der Journalistentribüne der alten Luzerner Allmend mit einem anderen Journalisten. Fast kam es zu Handgreiflichkeiten, wären andere nicht dazwischen gegangen. Aber so war Josef. Immer impulsiv, immer voll bei der Sache, was seiner Gesundheit in den letzten Jahren nicht immer zuträglich war. Noch kann man sich einen FCB ohne Zindel nicht vorstellen. Er gehört einfach dazu. Das Fussballleben geht weiter, aber Typen und Originale sterben langsam aus. Ich gönne es Josef Zindel, dass er sich in den kommenden Jahren wieder aufs Schreiben konzentrieren kann. In diesem Sinne wünsche ich ihm in seinem zweiten Leben als FCB-Angestellter alles Gute.

Spieler wie Bobadilla kommen und gehen. Sie sind verletzt und werden wieder gesund. Aber einen Josef Zindel gibt es nur einmal. Danke Josef!





Die Argumentation im Bobadilla Transfer

3 01 2013

Raul Bobadilla wird wohl bald beim FCB stürmen. So vermeldet es heute die Basler Zeitung. Ich mache keine Hehl daraus, dass ich diesen Transfer nicht lautstark beklatsche. Bobadilla hat sich bei seinen letzten Stationen im Ausland und auch bei YB nicht immer als „pflegeleicht“ erwiesen, wenn es nicht gerade nach seinem Gusto lief. Unbestritten sind seine fussballerischen Qualitäten, welche ihn nicht nur in der Super League zu einem gefürchteten und abschlussstarken Stürmer machen. Explosiv ist aber auch Dynamit und genau deswegen wird es selten in der Nähe von Feuer gelagert….

Bobadilla hat nämlich das Potential nicht nur im Strafraum für Unruhe zu sorgen. Seine bisweilen vorkommenden Ausraster können auch mal einer ganzen Mannschaft schaden. Beim FCB ist man derzeit der Ansicht, dass die Mannschaft auf dem Platz „zu brav“ ist. Ausserdem – und das scheint mit zumindest in den Medien – argumentiert man damit, dass Murat Yakin wisse, wie man Raul Bobadillas ungezähmte Energie in die richtigen Bahnen leite. Er hat dies schon einmal bewiesen. Vor bald sechs Jahren bei einem Verein, welcher im Volksmund auch als „Congeli“ bezeichnet wird. Soweit so gut. Aber wir wissen nicht erst seit Rolf Dobelli, dass wir nicht auf Denkfehler hereinfallen sollten. Zumindest sollten wir Entscheidungen hinterfragen. Obwohl ich die Situation von vor sechs Jahren nur aus den Medien kenne, dürften die Vorzeichen damals anders gewesen sein. Bobadilla spielte bei einem (damaligen Nati B) Verein. Er kam aus Argentinien und brauchte als 19jähriger eine Vorbildfigur, welche ihm den Weg nach Fussballeuropa ebnete. Ein solche „Vaterrolle“ nahm Murat Yakin damals wohl ein. Wir wissen alle, dass es mit Bobadillas Weg nach Europa nicht klappte. Bei Gladbach setzte er sich nach drei Jahren nicht durch, wurde kurz nach Griechenland ausgeliehen und landetet wieder in der Schweiz.

Bobadilla ist erst 25 Jahre alt. Es ist davon auszugehen, dass er mit dem Gang nach Fussballeuropa noch nicht abgeschlossen hat. Auch Christian Gimenez wechselte erst mit 31 Jahren ins Ausland (und dies, wie FCB Fans wissen, eher im Hauruckstil). Nun ist es aus Sicht von Bobadilla durchaus verständlich, dass er zurück zu seiner „Vaterfigur“ der ersten Stunde auf europäischem Boden möchte – zu Murat Yakin. Dies um wieder zu seiner alten Stärke zurückzufinden. Es kann durchaus sein, dass Bobadilla in den ersten Monaten seine Stärken auf dem Platz zeigt und dem FCB viel Freude bereiten wird. Aber je erfolgreicher Murat Yakin mit der Integrationsarbeit ist und je erfolgreicher Bobadilla spielen wird, desto schneller kommt die Zeit, in welcherBobadilla denkt, den erneuten Sprung ins Ausland wagen zu können. Und wehe die Verantwortlichen des FCB wollen dann nicht wie Bobadilla. Er mag ein guter Fussballer sein, aber seine Art kann er nicht leugnen. Es wartet eine Herkulesaufgabe auf den Trainer, den Staff und die ganze Mannschaft. Denn die Mannschaft und ihr Zusammenhalt werden gefordert sein, sollte es mal nicht so laufen wie Bobadilla will.





Danke YB!

7 12 2012

Die Berner Young Boys haben in jüngerer Zeit mehr für den Schweizer Fussball getan als der FC Zürich. Wieso? Der FCZ konnte zwar in den 2000er Jahren die Dominanz des FC Basel einige Male brechen und den Schweizer Meistertitel erringen. International hat die Equipe aber nie wirklich Stricke zerrissen. Die Berner Young Boys träumen zwar immer noch von einem Titelgewinn in jüngerer Zeit und werden im Frühjahr auch international nicht mehr dabei sein. Ihre Punkte, welche sie dank Siegen gegen Udinese und die Retortenmannschaft aus Machatschkala errungen haben, sind für den UEFA-Koeffizient der Schweiz goldwert. Bereits jetzt ist sicher, dass die Swiss Football League wie im kommenden Jahr auch 2014 mit fünf Teams im Europacup vertreten sein wird, darunter zwei, die um die Teilnahme an der Champions-League spielen. Nicht schlecht für eine Liga mit gerade mal 10 Teams! YB hat für diese Leistung meinen Respekt!

Sollte der FCB  in der K.o.-Runde im nächsten Frühjahr mindestens ein Remis erreichen, kommt es aber noch besser. Dann würde die Schweiz auf Platz 13 vorrücken und der Schweizer Meister wäre 2014 höchstwahrscheinlich wieder einmal direkt für die Champions-League-Gruppenphase qualifiziert.





Alex Frei hört auf

16 11 2012

Es gibt nicht viel zu sagen. Chapeau. Frei wie er leibt und lebt. Er blieb sich in seiner unbeschreiblichen Karriere immer treu. Wenn du an die Spitze willst, musst du dir Feinde (oder Neider) machen. Dangge Alex. Das letzte Spiel gegen St. Gallen wird seinen Platz in der FCB Geschichte erhalten.





Man spricht deutsch

9 11 2012

Die Handschrift von Murat Yakin ist beim FC Basel langsam zu erkennen. Und eines ist klar: In der Winterpause ist die Sprachschule des FC gefordert. Denn wer das System Yakin verstehen will, muss deutsch sprechen oder zumindest verstehen. Auch gestern fungierte in der Startaustellung mit Marcelo Diaz nur ein Spieler, welcher dieser Sprache noch nicht mächtig ist. Für die Herren Sauro, Park, Pak und Salah blieb, nicht nur aber auch wegen den mangelnden Deutschkenntnissen, nur der Platz auf der Bank. Zwar heisst es, die Sprache des Fussballs verstehen alle, aber im heute von Taktik geprägten Fussball stimmt das nur noch begrenzt. Mit anderen Worten: Wollen Fussballer weiterkommen, liegt ihre Zukunft nicht nur in den Füssen sondern auch im Kopf. Es ist also fast wie im normalen Berufsleben. Auf der anderen Seite sind die Klubs gefordert, die bestmögliche Integration zu ermöglichen.

Dass Fussballer auch „etwas“ im Kopf haben, hat der FCB gestern auf negative Art bewiesen. Nach der Führung vielen die Spieler wieder in die alte „den Ball nach hinten schieben“ Taktik zurück und brachten sich dadurch selbst noch in die Bredouille. Es ist halt auch schwer, das einmal gelernte wieder abzulegen und neue Wege zu bestreiten…





Politiker und Sport – eine Liebe bröckelt

2 11 2012

Früher galt, wer gewählt werden will, muss an Sportveranstaltungen auftreten, Hände schütteln und Pokale übergeben. Heute sind die Sportfans selbst zum Politikum geworden. Die politischen Parteien des Landes stehen praktisch geschlossen hinter der Idee des Kombitickets. Diese Idee verlangt, dass nur jener Fan (Fussball- und Eishockeyspiele) einen Zutritt zum Gästesektor erhalten soll, der auch gleichzeitig ein Ticket für den Extrazug gelöst hat. Diese Extrazüge sollen dann auch gleich noch von den Vereinen selbst gechartert werden. Im Sport soll es also nicht anders sein, als im richtigen Leben. Wegen des zu verurteilenden Verhaltens weniger, wird eine grosse Masse abgestraft und die Fankultur in Frage gestellt.

Was aus der Sicht der Parlamentsstuben toll aussieht, wird in der Realität nicht funktionieren respektive die Fankultur in den Stadien verändern. Wieso?

Dazu muss man erstmal die Bedeutung des Gästesektors verstehen. Dies ist der Platz jener Gästefans, welche ihren Klub – egal wie dieser resultatmässig gerade dasteht – unterstützen. Diese Fans bilden den Grundstock jedes Vereins. Sie sorgen für die Stimmung, welche das Spiel auf dem Rasen nicht zu einer bloss technischen Angelegenheit um Punkte, sondern zum Erlebnis machen. Sie bringen die Ambiance in ein Stadion, welche die anderen Fans mitziehen lässt und dafür sorgt, dass ein Spiel auch zuhause am TV zum Erlebnis wird und dem Mythos jedes Vereins ausmachen. Wer schon mal in der Curva Nord der Resega, der Südkurve im Letzi oder in der Muttenzerkurve im Joggeli gestanden hat, weiss wovon ich spreche. Hier werden Fans geboren, hierhin möchte jedes Kind, dass nach dem ersten Matchbesuch seines Vereins an der Hand des Vaters vom Virus gepackt wurde, einmal stehen. Nirgends ist die Liebe und die Verbundenheit zu seinem Klub grösser. Das innere Feuer, welches in diesen Kurven entfacht wird, nimmtman  später auch mit, wenn man angesichts seines gesetzten Alters an anderen Orten im Stadion Platz nimmt. Die Kurven sind auch der Grund, wieso diese Fans ihre Mannschaft an den Auswärtsspielen im Gästesektor unterstützen möchten. Wenn dieser leer bleibt, wie bereits einige Male bei Duellen zwischen dem FCZ und dem FCB, dann verkommt ein Fussballspiel zu einer trostlosen Angelegenheit. Das schadet dem Sport, mindert die Einsatzbereitschaft der Spieler (bewusst oder unbewusst) und macht das Spiel schlussendlich langfristig auch für den normalen Fan weniger attraktiv.

Das Kombiticket mag die Sachbeschädigungen und Gewalt am Rande der Fussballspiele sowie die Zerstörung der Extrazüge vielleicht ein wenig reduzieren. Aber was erhalten wir dafür im Gegenzug?

In der kleinräumigen Schweiz stammt längst nicht jeder Fan eines Klubs aus der Stadt seines Klubs. Bei Auswärtsspielen muss er entweder den Umweg über den Hauptbahnhof seines Klubs machen (was Mehraufwand bedeutet und grotestk anmutet) oder er verzichtet auf den Besuch des Spiels oder den Eintrit in den Gästesektor. Zudem besteht die Gefahr, dass Fussball- und Eishockeyspiele künftig unter Ausschluss der Gästefans stattfinden, weil diese das Kombiticket einfach ablehnen. Das dies nicht nur der Stimmung in den Stadien schadet, sondern zu finanzielle Einbussen für viele Heimklubs führt, liegt auf der Hand. Gerade in der Schweiz sind aber die Zuschauereinnahmen ein wesentlicher Teil eines Vereinsbudgets. Zudem könnte diese Idee kurzfristig zu einer Zerstreuung der Gästefans auf andere Sektoren führen, was der Sicherheit in den Stadien genausowenig dienlich ist wie der Stimmung. Soll dies dann durch Polizeigewalt verhindert werden, wären wir in der Frage der Gewalt im Sport keinen Schritt weiter!

Es ist zu hoffen, dass die Politik diese Thema entpolemisiert und vernünftige, in der Realität umsetzbare, Lösungen findet, welche die Interessen der Fankultur und der Sicherheit unter einen Hut bringen. Dabei soll auch an die Vernunft aller Parteien (und hier sind nicht die politischen gemeint) appelliert werden. Der Sport hat keine Lobby, Fankurven schon gar nicht, weshalb sich auch jene Fans wehren sollten, welche nie einen Gästesektor besuchen. Wehret den Anfgängen, bevor die Emotionen – wie in vielen amerikanischen Sportstadien – nur noch aus den Lautsprechern kommen und die Stadionorgel die verbliebenen Matchbesucher zu einem rhythmischen Klatschen animiert.





Der FCB ist definitiv in Europa angekommen

15 10 2012

FCB Trainer Heiko Vogel ist Geschichte. Vor 10 Tagen haben wir an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass Murat Yakin nicht ewig Golf spielen wird. Nun hat er das Green schneller verlassen, als erwartet werden konnte. Heiko Vogel wurde Opfer seines Erfolges. Er hat seinen verdienten Platz in der FCB Geschichte, aber wer heute bei den Aussagen von Bernhard Heusler zwischen den Zeilen lesen wollte, der wurde den Verdacht nicht los, dass Vogel der Erfolg über den Kopf gewachsen ist. Es ist durchaus möglich, dass er die Leichtigkeit, welche ihn vor einem Jahr auszeichnete verlor und damit die Fähigkeit, welche ihn damals auszeichnete. Was zwischen Trainer und Vorstand ablief, wird nie in die Öffentlichkeit kommen, aber bei aller Kritik am Entscheid des Vorstandes, welcher nun auf die FCB Führung niederprasselt, sollte man drei Fakten im Auge behalten. 1. Bernhard Heusler ist ein seriöser Arbeiter, der bisher nie ohne Grund aus den Hüften geschossen hat. 2. Bernhard Heusler wäscht keine dreckige Wäsche, damit er in der Öffentlichkeit „besser“ dasteht und 3. als der Vorstand vor einem Jahr auf Vogel setzte, klatschten auch nicht alle Beifall.

Bei aller Kritik, welche wir in de Leserbriefen und Kommentarspalten lesen werden, darf eines nicht vergessen werden. Der FCB ist in Europa angekommen und will dort einen Stammplatz. Dazu gehört es auch, dass ab und zu ein Trainer entlassen wird und man einen unpopulären Entscheid fällt. Im europäischen Spitzenfussball ist nur der Erfolg Gradmesser, ob einem das nun gefällt oder nicht. So gesehen, ist auch der FCB „Opfer“ seiner Erfolge.





Es fehlt eine Nummer 10

5 10 2012

Der FC Basel dümpelt zurzeit durch die Tabellen der Super und Europa League. Lässt man das Ausscheiden in der Champions-League Qualifikation bei Seite, hat der FCB in diesen beiden Ligen erst einmal verloren. Trotzdem: Fussball sieht anders aus, als was der FCB zurzeit spielt. Nach knapp drei Monaten kann man deshalb eine erste Bilanz fällen. Diese fällt ernüchternd aus. Es fehlt eine Nummer 10 oder anders ausgedrückt, ein offensiver Mittelfeldspieler. Die Verantwortlichen müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie richtig hingeschaut haben, als sie Marcelo Diaz verpflichteten. Diaz und Cabral geben zwei gute Sechser, aber das Resultat sind Unentschieden am Laufband und kein Zug nach vorne. Und sprechen wir von vorne. Die Baisse von Alex Frei zeigt ein zweites Manko. Anscheinend gelingt es dem FCB seit der Rückkehr von Frei aus der Bundesliga nicht,  einen dritten Topstürmer zu verpflichten. Wie soll man auch, wenn normalerweise am Duo Streller/Frei kein vorbeikommen ist. Nun rächt es sich aber, da Frei ohne Wenn und Aber in einem Formtief steckt (was man ihm angesichts seiner Verdienst aber nicht anlasten kann). Der FCB hat hier zumindest aus der Aussenperspektive keine weitsichtige Planung betrieben.

Ein weiteres Problem ist die Psyche der Spieler. Die Automatismen sind verloren gegangen. Das neue Ensemble hat sich auch nach zahlreichen Spielen noch nicht gefunden und keiner weiss, wo der andere steht. Dies führt dazu, dass kaum überraschenden Offensivaktionen zustande kommen. Die Belgier aus Genk haben gestern gezeigt, was gutes und sicheres Passspiel ist. Kaum ein Fehlpass und viele gewonnene Zweikämpfe und sogenannte zweite Bälle. Der FCB ist gefordert, allen voran Heiko Vogel, der nach dem Double und dem Abgang vopn Xhaka, Shaqiri und Huggel zeigen muss, dass er mehr kann, als die Moral der Spieler nach jeder Aufholjagd zu loben (Murat Yakin wird nicht ewig Golf spielen). Es dürfte auch dem FCB nicht entgangen sein, dass es seit längerer Zeit für Siege 3 Punkte gibt. Nicht verlieren alleine holt keine Meisterschaft und keinen Blumentopf. Ziel des FCB muss es sein, nächsten Frühling wenigstens auf Platz 2 zu stehen. Das würde für die Champions-League Qualifikation reichen. Ansonsten werden weitere Spieler (Stocker, Cabral, Dragovic, ?) den FCB verlassen und die Zeiten dürften definitiv frostig werden.





Basel Bonus?

24 09 2012

Es ist immer dasselbe. Wochenende für Wochenende gibt es Schiedsrichterfehlentscheidungen und die sogenannten „Kleinen“ jammern, dass die sogenannten „Grossen“ bevorteilt werden. Auch nach dem nichtgegebenen Penalty vom Wochenende im Spiel zwischen YB und dem FCB lamentieren die YB-Spieler vom „Basel Bonus“ anstatt die zahlreichen Chancen aus dem Spiel heraus genutzt zu haben. Wir nehmen die Diskussion gelassen, denn unsere Analyse in der Spielzeit 2010/2011 hat gezeigt, dass es diesen Bonus nicht gibt (schon gar nicht punkto FCB) und sich Schiedsrichterfehlentscheidungen über die Saison mehrheitlich ausgleichen respektive die Meisterschaft schlussendlich auf dem Rasen entschieden wir.

Wer’s nicht glaubt, kann es hier nachlesen.