Markus Somm wird Chefredaktor der BaZ

30 08 2010

(Bild: bazonline.ch)

Der Aufschrei, der sich meldenden Minderheit (?) ist gross. Ein Aargauer mit Ostschweizer Wurzeln wechselt an die Spitze der Basler Zeitung. Geht das überhaupt? Ein Nichtbasler als Chef des hiesigen medialen Kulturgutes „Basler Zeitung“? Wieso nicht.

Der FCB feierte seine grössten Erfolge mit einem Deutschen respektive einem Zürcher. Nun ist wieder ein Deutscher am Ruder. Basels erfolgreichste Eigengewächse kommen aus dem Baselbiet oder dem Fricktal. Der FCB zeigt, dass der Begriff „Basler“ nicht allzu eng definiert werden sollte. Wieso also sollte man sich bei der Besetzung der hiesigen Zeitung auf eine Person aus dem Stadtkanon und damit auf einen Markt von gerade mal 37 Quadratkilometer beschränken?

Basel gibt sich weltoffen, macht aber nun plötzlich Vorbehalte, wenn der neue Mann am Ruder der Basler Zeitung von jenseits des Bözbergs kommt. Hört die Welt an der Stadtgrenze auf? In Foren melden sich bereits erste verärgerte Leser, welche ihr Abo künden wollen (bin gespannt auf die Alternativen). Vergessen aber wird, dass unter den Chefredaktoren in der „Post Platz“- Ära Tausende von Abonnemente gekündigt wurden und das obwohl zwischenzeitlich auch Chefredaktoren aus Basel am Ruder waren. Diese gilt es nun zurückzuholen.

Die diffusen Ängste, dass aus der Basler Zeitung ein rechtsbürgerliches Blatt à la Weltwoche wird, sind meines Erachtens fehl am Platz. Die Weltwoche als Wochenzeitung hat eine andere Ausrichtung, als eine regionale Tageszeitung. Ausserdem verfügt die Basler Zeitung nicht über einen redaktionellen Stamm an Journalisten, welcher von einem Tag auf den andern seinen Schreibstil um 180 Grad ändern kann. Aber selbst die eingefleischten politisch eher linksstehenden „Basler“ müssten erkennen, dass eine wirtschaftliche Überleben der Zeitung nur gewahrt werden kann, wenn die Basler Zeitung sich auch ausserhalb der Stadtgrenzen verkauft. Mit dem Baselbiet und dem wirtschaftliche ebenfalls prosperierenden Fricktal gehören Gebiete zum potentiellen Leserstamm der Basler Zeitung, welche politisch eher auf der bürgerlichen Linie sind. Die politische Vielfalt der Region Basel muss deshalb auch in einer echten Regionalzeitung zum Ausdruck kommen. Das dies längerfristig der Fall ist, dafür kann Markus Somm sorgen. Und zwar nicht, weil er politisch eher rechtsbürgerlich steht, sondern weil er ein guter Journalist ist. Ein guter Journalist muss eben auch Themen aufgreifen, die unbequem scheinen und damit den landläufigen journalistischen Mainstream hinterfragen.

Warten wir also die ersten 100 Tage ab und entscheiden dann, ob die Basler Zeitung auf dem Weg zu einer qualitativ besseren Zeitung ist. Denn es ist unbestritten, dass die Zeitung in dieser Hinsicht Nachholbedarf hat. Allerdings wird die Ernennung von Markus Somm alleine noch keine bessere Zeitung machen. Die Redaktion muss aufgestockt werden, damit die Journalisten wieder jene Geschichten verfolgen können, die Relevanz in der Region haben.

Basel ist in punkto Kultur, Sport und wirtschaftlicher Prosperität schon längst eine feste Grösse in der Schweiz. Es ist nichts falsch daran, dass sie auch in punkto Medien wieder dorthin gelangt, wo sie vor vielen Jahren einmal war.





The perfect 10 bicycle garage

25 08 2010

In Anlehnung an die „perfect 10 car garage“ präsentiere ich hier meine persönliche Hitliste der 10 tollsten Velos. Genau wie bei Autos kann man über Geschmack streiten. Genau das macht es ja aber so faszinierend. Streiten Sie mit!

Platz 10: Marrs Cycles Electric Beach Cruiser

Elektrovelos sind der kommende Renner. Ich halte es hier genau wie in Sachen Elektroautos. Grundsätzlich eine tolle Sache, aber sie müssen ja nicht so hässlich sein, wie jene, welche man zurzeit auf Schweizer Strassen sieht. Das es anders geht, beweist der Hersteller Marrs Cycles aus Südkalifornien.

Platz 9: Felt Vintage Iron

Horch, Horch. Die Firma Felt wurde vom Motocrossfahrer (motorisierter Verkehr!) Jim Felt gegründet. Die Firma baut Velos aller Art, aber nur das Vintage Iron zeigt, wo Jim Felts Wurzeln liegen.

Platz 8: Electra Delivery 3i

Für all die coolen und lässigen „Wochenendvelokuriere“ oder Mitvierziger, die gerne Velokurier geworden wären, während dem Studium ihr Geld aber als Taxifahrer verdient haben.

Platz 7: Backspin von Fixie Inc. Cycles for heroes

Keine Velohitliste ohne ein Fixie.

Platz 6: Ordonanzrad 05

Was wäre die Velonation Schweiz ohne das Militärvelo. Aber Achtung: Nur für Fahrer mit genügend Muskelsubstanz in den Waden!

Platz 5: Big Flyer von Radio Fyler

So haben wir alle angefangen, in die Pedalen zu treten!

Platz 4: BMW Enduro

Ja, sie sehen richtig. Ein Velo eines Automobilherstellers. Nichts ungewöhnliches. Von Mercedes, über BMW, Volvo, Peugeot, Cadillac und vielen mehr, werden auch Velos fabriziert. Aber keine Angst liebe Umweltpolitiker, diese Modelle werden nicht in die CO2 Bilanz der Hersteller miteingerechnet…

Platz 3: Pashley’s Guvnor Plus 4

Ein klassisches Velo von einem der ältesten Velomanufakturen Englands.

Platz 2: Radon Bikes RCS 7.0

Wie bei Autos gilt auch bei Velos, je leichter desto besser. Carbon heisst das Zauberwort.

Platz 1: Aurumanias Gold Bike Crystal Edition

Die Velo der limiterten Edition der skandinavischen Designerbude Aurumania gehörten zum teuersten der Welt. Dieses hier kostet über 100’000 CHF!





Was Le Bron James von Massimo Ceccaroni unterscheidet

19 07 2010

(Während No. 23 bei den Cavaliers nie Kultstatus erhalten wird, hat es No. 2 beim FCB geschafft.)

Seit fast drei Wochen gibt es in der NBA kein anderes Thema mehr als die Big 3 in Miami. Miami Superstar Dwayne Wade hat auf die neue Saison hin mit Chris Bosh und allen voran mit Le Bron James zwei neue Superstar-Kollegen erhalten. Mit Geld kann man im amerikanischen Sport alles machen und doch, und das ist das Schöne im kapitalistischen Sportgeschäft, wird genau dies nun hinterfragt und heftig diskutiert. Le Bron James ist ein Junge Clevelands. Eine triste Industrie-Metropole am Eriesee. Sport ist eine der wenigen Abwechslungen. Wie in vielen amerikanischen Metropolen liegen die Hoffnungen auf Baseball, Football und Basketball. Dabei ist Cleveland vom sportlichen Erfolg in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt worden.

Die Cleveland Indians, das Baseballteam der Stadt, sind seit 1901 dort beheimatet und gewannen nur zweimal die World Series: 1920 und 1948. Immerhin gewannen sie vor drei Jahren ihre Divison, schieden dann aber in den Playoffs aus. Anfang der 90er Jahre machte das Team in Europa vor allem durch den Film „Die Indianer von Cleveland“ (Original: Major League) von sich reden.

Das Football-Team, die Cleveland Browns, sind ebenfalls ein Underdog. Sie gewannen den Super Bowl der Neuzeit zwar viermal, das letzte Mal allerdings in den 60er Jahren. Seither tummeln sie sich im Mittelfeld.

Kein Wunder waren die Cleveland Cavaliers und ihr Superstar Le Bron James der Stolz der Stadt. Endlich konnte das Team dank einem der ihrigen mit den Grossen in der NBA mithalten. Doch dem 25jährigen geht es nicht schnell genug. Dieses Jahr schieden die Cavaliers gegen den nachmaligen Finalisten Boston aus und damit war auch der Traum vom Titel ausgeträumt. James will unbedingt ein ganz Grosser werden. Ein Titel mit Cleveland hätte ihn unsterblich gemacht, nun hat er sich verkauft und sich damit zur Zielscheibe aller Basketball-Puristen (von Jordan bis Barkley) gemacht. Egal wie viele Titel er im neu zusammen gewürfelten Team der Miami Heat holen wird, es wird nie so sein, wie wenn er nur einen mit den Cavaliers geholt hätte.

Und was unterscheidet ihn von Massimo Ceccaroni? Nun, Le Bron James hat im egozentrischen Sportbusiness der heutigen Zeit einfach keine Geduld. Massimo Ceccaroni ist auch deswegen zu einer Legende geworden (und das trotz seiner spielerischen Limiten im Vergleich zu anderen Fussballern) weil er zeitlebens bei einem Team spielte und am Ende seiner Karriere, nach 15 Jahren FCB, mit dem Double 2020 belohnt wurde. Seine Nummer 2 wird seither nicht mehr vergeben und auch heute, schreit noch jeder FCB-Fan, wenn es heisst: Mit der Nummer 2, Massimo… CECCARONI! So werden Legenden gemacht!





Wimbledon over FIFA Worldcup

24 06 2010

Ich gebe es zu. Die Fernbedienung war gestern Abend mein ständiger Begleiter und ich hab das Tor von Özil gegen Ghana verpasst. Eigentlich hab ich kaum was vom Spiel gesehen, da ich ständig auf BBC 2 war um dem Jahrhunderereignis schlechthin zuzuschauen: John Isner vs. Nicolas Mahut. Was die beiden gestern (und vorgestern) ablieferten war nicht zu toppen. Jetzt hab ich eigentlich heute nur ein Problem, falls die beiden tatsächlich wieder um 16.30 Uhr auf dem Court No. 18 stehen, der künftig sicher Isner/Mahut Court heissen wird. Auf Wilmaa Schweiz gibt es kein BBC, hingegen eine Menge Sender die Fussball bringen. Wie lanngweilig.





Angst um den (Industrie-) Arbeitsplatz – Gedanken und ein Erklärungsversuch

29 03 2010

Arbeitsplätze in der Industrie werden seit Jahren abgebaut oder in andere Länder verlagert. Neustes Beispiel am Standort Basel ist die Firma Clariant. Tele Basel arbeitet die Situation und die Ängste der Mitarbeitenden über ihre Zukunft im aktuellen Report auf. (Tele Basel Report vom 24. März)

400 Arbeitsplätze sollen ab 2011 abgebaut werden. Der Report zeigt Einzellschicksale und ist sich damit der Anteilnahme der Zuschauer sicher. Wieso kam es aber soweit und was kann man dagegen tun? Nun allgemeine verbindliche Antworten, schon gar nicht solche, welche den Betroffenen kurzfristig helfen, gibt es nicht. Dennoch sei ein Erklärungsversuch, welcher keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, erlaubt.

Vom Industrie- zum Dienstleistungsarbeitsplatz

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Standort Schweiz und damit auch der Wirtschaftsstandort Nordwestschweiz gewandelt. Einzigartige Ressourcen sind in einer globalisierten Geschäftswelt unabdinglich. Nun soll es hier keinen Exkurs über das Für und das Wider der Globalisierung geben. Fakt aber ist, keiner kann sich ihr entziehen. Die Schweiz verfügt kaum über natürliche Ressourcen, weshalb Innovation und konkurrenzfähige Produkte sowie ein hoher Bildungsstandort für einen nachhaltigen Erfolg der Wirtschaft zwingend sind. In diesem Sinne hat sich der Werkplatz hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Die Bedeutung der Industrie, also jener Teil der Wirtschaft, welcher gekennzeichnet ist durch die Produktion und Weiterverarbeitung von materiellen Gütern oder Waren in Fabriken und Anlagen, verbunden mit einem hohen Grad an Mechanisierung und Automatisierung, nimmt laufend ab. Neue Arbeitsplätze entstehen vor allem im Dienstleistungssektor.

Im Jahre 2006 arbeiten gemäss Bundesamt für Statistik fast 73% aller Erwerbstätigen in der Schweiz im Dienstleistungssektor, womit die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt liegt, getoppt nur von Ländern wie Grossbritannien (76,7%), den Niederlanden (76,3%) und Schweden (75,8%). Nur noch 23 % sind in der klassischen Industrie angestellt. Die Entwicklung wird kaum zu stoppen sein. Ein Ausbau von Industriearbeitsplätzen scheint aktuell nicht realistisch, es gilt in den nächsten Jahren diese solange zu erhalten, wie es betriebswirtschaftlich verkraftbar ist.

Lebenslanges Lernen

„Man lernt nie aus“, ist ein altes und internationales Sprichwort das auf das lebenslange Lernen hinzielt. Dazu sind aber meines Erachtens zwei Grundvoraussetzungen elementar.

Zum einen wäre dies ein möglichst freier, unabhängig von sozioökonomischen Grundvoraussetzungen, Zugang zur Bildung. Hier arbeiten wir in der Schweiz immer noch daran. Zum andern impliziert dieses Sprichwort auch eine mentale Komponente und eine gegenüber früheren Jahren veränderte Einstellung zur Arbeit. DEN Arbeitgeber für ein Leben gibt es heute kaum mehr und man sollte sich als Arbeitnehmer auch nicht darauf verlassen. Wer heute in die Arbeitswelt eintritt, sollte sich als selbst als „Unternehmen“ sehen, das gewissen Fähigkeiten besitzt, erlernt und weiterentwickelt und diese im Laufe einer Karriere für eine gewissen Zeitraum verschiedenen Arbeitgebern zur Verfügung stellt. Dies erfordert ohne Zweifel ein Umdenken und ständiges Anpassen an neue Situationen.

Seit dem Eintritt ins Berufsleben vor fast 20 Jahren war ich mit zwei Konkursen und einer Übernahme meines damals jeweils aktuellen Arbeitgebers konfrontiert. Arbeitsplatzverlust, Arbeitslosigkeit und Neuorientierung sind deshalb immer wieder Situationen, denen ich mich stellen musste. Sicherlich fällt dies einem als jüngerer Arbeitnehmern einfacher. Aber auch ich werde älter. Trotzdem denke ich, dass man auch als älterer Arbeitnehmer anders mit einer solchen Situation umgeht, wenn man von Anfang an damit aufgewachsen ist.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, auch im Berufsleben. Ein Rezept gegen den drohenden Arbeitsplatzverlust ist deshalb auch, sich auf den Bruch von Gewohnheiten auch „kopfmässig“ einzustellen. Das schützt zwar bisweilen nicht vor dem Arbeitsplatzverlust, hilft aber, besser damit umgehen zu können und sich neu zu orientieren. Doch eines ist auch klar, eine für alle zufrieden stellende Lösung gibt es nie. Vollbeschäftigung für alle ist und bleibt eine Utopie.





Die Religion von heute

21 03 2010

Was ist Religion? Die Art von Religion, welche man christliche Werte nennt, die an die Geburt Jesu und die 10 Gebote glaubt? Oder ist Religion etwas, mit sich selbst im Reinen zu sein, das sich aber nicht an irgendwelchen starren Lehren aus schlecht übersetzten lateinischen Schriften orientiert? Nun, eine solch philosophische Frage zu beantworten, würde ganze Bibliotheken und Bücher (ja liebe Kinder, so was gibt es noch) füllen.

Eines ist auf jeden Fall sicher, Religion ist heute für jeden etwas anderes und bekannte christliche Rituale werden oft nur noch mitgemacht, damit man in der Gesellschaft nicht geächtet wird, respektive seinen Platz auf dem Friedhof erhält.

In der Schweiz möchte die EVP nun die christlichen Werte und die „altbekannten Religionen“ in der Bundesverfassung verankern. Zuerst aber sollte man überhaupt schauen, welche Religionen überhaupt existieren. Man würde auf interessantes stossen, wie zum Beispiel in England. Dort ist der „Jediismus“ die drittgrösste Religionsgruppe. Bei den Volksbefragungen gibt es sogar eine eigene Nummer, unter welcher man diese Religion eintragen kann (Nr. 896 „Jedi Knight, siehe Seite 18 im PDF). Und seien wir ehrlich: Irgendwie ist das Leuchtschwert cooler, als der Kessel mit Weihwasser. Religion von heute ist manchmal halt anders, als man denkt.





Fasnachtszyschtig: Ab uff d Strooss

23 02 2010

Noch es paar Joor unorganisiertem fasnächtle, hänn mir letscht Joor dr Zyschdig-Club gründet. An dr Fasnacht 2010 sinn mir also zem erscht Mool als Zyschdig-Club am Fasnachtszyschdig uff dr Gass.

Am Nomidaag triffsch uns mit de Kinder und em Waage in der Innestadt, am Oobe bim Gässle und Intrigiere.

Unser Sujet 2010 „Baselopoly“.

Fiir alli, wo uns nit träffe, do unsre Zeedel.

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Dr Wirtschaft granggt und unsri UBS liigt im Drägg

In suur Öpfel bisst dr Styyrzahler, au si Batze isch wäg

Es paar Männer in dunggle Azüg hänn uns ins Eländ gritte

Nit s Fasnachtscomité, sondern Bängger mit digge Schlitte

Dr Lagg isch ab, dr Glanz verblasst, s isch ganz übel

Als Retter in dr Not kunnt e alt Maa, dr Ossi Grübel

Äär machts wäg dr Eer, em Eergyz und em Stutz sicher au

Fascht gratis macht’s dr Schumi, dä will wäg vo dr Frau

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Dr Schwoob vo dr Stadtreinigung isch am gleene, ach ojee

D Sperrguetabfuhr wurd schlimm missbrucht, immer mee

Au d’Gigi duet Groos-zügig entsorge und nadierlig usestelle

Und au bi Ziiri darf dr Trainer bald uf sy Entsorgig zelle

Villicht hetti me dä Ziircher nit solle uss dr Stadt verjage

Denn jetzt hänn bim FCB nur no d Schwoobe saage

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Me kunnt hit kuum dra verbyy, s hett en jede Lappi

Kai iPod hösch, sondern als Stadtfiirscht e Stapi

Bi uns z Basel treit dr Guy Morin stolz dä Huet

Und ein jede froogt sich, für was isch dä guet

Vyyl gseit hett är nonig, sich meischt uhsegwunde

Als Arzt isch är halt an d Schwyygepflicht bunde

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Drämmli, Drämmli, Drämmli und no e Drämmli

Nei dasch nit de Väärs vom “uff di warti nämmli”

Auti, Auti, Auti und e Stau bis fascht uff Solothurn

Dasch s Stroosebild an dr Eröffnig vom nei Saturn

Und bisch denn im Stücki aakoo, grad bi dr BaZ

Waartsch nomol, uff der Suechi nocheme Parkplatz

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Ob Schönebuech, Muttenz oder Gränzach, alli glaage

Si mien d Konsequänze vo de Chemiedeponie draage

Dr BaZ- Hagemaa kennt sich uss mit sonere Buurdi

Und äär weiss au, wie me sone Altlast wiider los wurdi

Die BaZ gheert jetzt eme Rambass und eme Tessiner au

Bim Tessiner stimme ämmel d Farbe, die sinn rotblau

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Im Glaibasel hets Charivari das Johr e Päuseli gmacht

e grooss Loch im Unterhaltigsprogramm vo dr Fasnacht

ganzi Löcher duen sich au in dr global Finanzwelt uff,

die einzig Branche mit schwarze Zahle sin alwä d Puff

Aber sälbst im Rotliechtmilieu isch d Konkurränz grooss

Wägem Rauchverbot gönn nämmli bald alli uff d Strooss

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Al Dschasira brichtet  iber d Fasnacht, dasch kei Bruns

Ob die Baseldytsch verstöön, das frooge mir uns

I ha drum welle e änglisch Väärsli brinzle, ganz digg

Aber exgyysi my friends, my english is under all pig

Geegeniiber Minarett Initiative isch me z’Basel liberal,

ob Burka, Ueli, Pierrot isch an dr Fasnacht doch egal

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Gedanken eines Pendlers

15 01 2010

Heute lese ich im Newsnetz Interview mit VCS-Präsidentin Franziska Teuscher folgenden Satz: „…Zudem müssen die Züge zuverlässig sein. Denn das ist doch der grosse Trumpf der Bahn gegenüber dem Autofahren: man erreicht pünktlich seinen Arbeitsplatz.“

Nun diese Aussage mag ich auf der Wegstrecke vom Fricktal nach Basel doch stark bezweifeln. Seit der Fahrplanumstellung kommt der Zug regelmässig zwischen 5 und 10 Minuten zu spät an und die Verbindung der vielgelobten Tri-Regio S-Bahn-Verbindung mit Anschluss ans St. Johann ist dann immer schon weg. Bleibt also nur der Gang zum Tram, so dass man meist „verspätet“ im Geschäft ankommt.

Meine Erfahrung auch als Autopendler in der Region Nordwestschweiz ist, dass ich in 12 Monaten Autofahren im Schnitt 2 bis 3 mal zu spät komme, während das beim Zug in dieser Woche schon viermal der Fall war.

Für mich hat der Zug nur eine Stärke: man kann die Zeitung lesen oder ein Buch (wenn sich nebenan nicht gerade irgendeiner ein äusserst wichtiges Handygespräch führt).

Wenn Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und genügend Bahnwagen zum Stossverkehr (jüngst wurden dem Pendlerzug am Morgen zwei Wagons weggenommen – so dass man in der 2. Klasse jetzt auch schon stehend zur Arbeit fährt) dazukommen, erst dann ist die Bahn eine ECHTE Alternative.





Was 2010 alles (anders) wird

12 01 2010

Anfang Jahr weiss jeder Wahrsager wie das Jahr so wird. Nach dem Motto: Es wird Unwetter geben, im Sommer herrscht Dürre und wir werden auch freudige Momente erleben. Das gewohnte Bild also, zumal solche Vorhersagen manchmal gar nicht so schwer sind und der Mensch oft nicht aus der Geschichte lernt, die sich wiederholt. Das heutige Gedächtnis geht kaum über den Eintrag in Wikipedia hinaus. Aus diesem Grund wage auch ich, gratis und franko einen Ausblick auf 2010.

Die Börsenkurse werden wieder steigen und sinken, Ottonormalverbraucher wird je nach Budget konsumieren oder auch nicht und die Medienlandschaft wird bei jedem „Up“ – das Ende der Krise und bei jedem „Down“ – die Misere ausrufen. 

Im Frühjahr werden wir alle wettern, weil die Banker und Chefs der SMI-Unternehmen wieder ihre Boni erhalten, dabei aber vergessen, dass der Durchschnittslohn von uns allen in den letzten Jahren immer gestiegen ist und viele Arbeitnehmer gerade in den Betrieben, wo die Chefs Millionen kassieren, sehr gut verdienen. Nach dem Motto: spart bei den andern, nicht bei mir. 

Am Genfer Autosalon werden alle die Hybrid-, Elektro- und sonstige Ökoautos bestaunen und sich dabei keine Gedanken darüber machen, wer all die Batterien einmal entsorgt. Der Konsument wird aber weiterhin Benziner kaufen, weil es sich in der Krise erst recht keiner leisten kann, den hohen Kaufpreis für ein solches Auto zu bezahlen und damit die Entwicklungskosten der Hersteller mitzutragen. 

Die Berner Young Boys werden Schweizer Meister und der FCB gewinnt den Cup und zieht danach im Gegensatz zu YB in die Gruppenphase der Champions-League ein.

Roger Federer gewinnt Wimbledon und nimmt Pete Sampras auch den letzten Rekord, allerdings wird er das Jahr nicht als Nummer 1 beenden.

Im Sommer werden wir alle schwitzen, Europa wird unter einer wahren Hitzewelle leiden und die Feinstaub Fanatiker werden Auftrieb erhalten. Auf den Autobahnen wird Tempo 80 eingeführt, die Bauern jammern und die Winzer werden sich im Herbst über den besten Weinjahrgang in der Schweiz seit anno dazumal freuen. 

Spanien wird Fussball-Weltmeister, weil es die Iberer den  Deutschen (72 und 74) nachmachen wollen. Seither hat keiner mehr die EM und anschliessend die WM gewonnen. Den Franzosen ist das Kunststück 1998 und 2000 umgekehrt geglückt. Sepp Blatter wird anschliessend von der „besten WM aller Zeiten reden“.

Die Krankenkassenprämien werden wieder steigen und es wird überall gespart, wo keine Lobby ist. Bei den Pflegern, Physiotherapeuten und so weiter, aber nicht dort, wo die Kosten wirklich entstehen, nämlich bei der Infrastruktur. Wieso? Wenn man Gesundheitskosten sparen will und Spitäler schliesst, heisst das auch Arbeitsplatz und Serviceabbau. Aber eben sparen heisst verzichten! Mit Zauberei geht das nicht. 

Im Herbst wird wieder irgendeine Pandemie vor der Türe stehen und selbst wenn sie nun die gefährlichste aller Zeiten ist, werden es die Leute mit der nötige Gelassenheit nehmen.

Im Winter wird kein Schnee fallen. Die Hoteliers machen sich Sorge über das Weihnachtsgeschäft und die Medien werden das Ende des Schweizer Wintertourismus ausrufen. Im Dezember stellen wir dann aber fest, dass es doch keine bezahlbaren Betten mehr für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gibt.

Und falls es dann doch anders kommt, dann wird halt 2011 alles wieder anders!





Was die SBB von der Swisscom lernen kann

16 12 2009

Der Monopolist und der ex-Monopolist beschäftigen Herr und Frau Schweizer jeden Tag. Kein Wunder kann jeder eine Geschichte erzählen in der SBB und Swisscom vorkommt. Während sich der Dienst am Kunden bei der Swisscom seit der Ära Carsten Schloter ständig verbessert, sind Kulanz und Kundendienst bei den SBB immer noch ein Schwachpunkt.

Nun, was ist das Problem? Grundsätzlich ist es die Unternehmenskultur. Was wird von der Firma erwartet, wie identifiziere ich mich mit der Kultur und wie kann ich sie ausleben. Bei der Swisscom gibt es keine „starren“ Vorgaben. Das Verkaufspersonal an der Front hat höchste Flexibilität und Kompetenzen selbst zu entscheiden, ob Rabatte gewährt werden und wie der Kunde zufrieden gestellt wird. Natürlich geht das nicht von einem Tag auf den andern, aber heute hat man das Gefühl, in einem Swisscomshop meist fair behandelt zu werden.

Ganz im Gegensatz zu den SBB. Dort ist man auf die Kulanz eines einzelnen Kontrolleurs im Zug angewiesen. Meist handeln die aber starr nach den Vorgaben aus der Konzernzentrale und lassen dabei gesunden Menschenverstand vermissen. Kein Wunder, wenn die Führung ihnen keine Freiheiten gibt und die Kultur der Kundenorientierung nicht gelebt, sondern nur im Marketing existiert (hier ist die SBB übrigens nicht alleine).

Kundendienst an der Front geht heute weiter, als nur die nächsten Anschlüsse mitzuteilen und wie man am besten umsteigt. Kondukteure bestimmen das Image der SBB, sie prägen es jeden Tag und wenn es nicht der Werbung entspricht, zerstören sie es jeden Tag. Von ihnen wir mehr erwartet als je zuvor, aber es scheint, als ob sie nicht das nötige Rüstzeug haben, um ein Botschafter der SBB zu sein. Wer keine Freiheiten hat und wem das „Empowerement“ von oben fehlt, der schiebt Dienst nach Vorschrift. Und das sieht dann so aus.

Kurz nach sieben Uhr morgens in der der 1. Klasse von Brugg nach Basel. Eine Frau zeigt dem Kondukteur ihr Ticket, welches sie im Internet selbst ausgedruckt hat. Da die Frau im Internet auch die Rückfahrt angefragt hat, steht auf dem Ticket Basel – Brugg – Basel anstatt Brugg – Basel – Brugg. Und was macht der Mann von der SBB an der Front. Den gesunden Menschenverstand einschalten? Nein, mitnichten. Obwohl die Frau noch keinen Stempel auf dem Ticket hat, unterstellt er ihr, dass Sie frühmorgens um 7 Uhr bereits wieder auf der Rückfahrt nach Basel ist. Ein Witz! Die Frau muss also nochmals eine Wegstrecke Brugg – Basel 1. Klasse lösen und ist begeistert, dass die SBB ihr bereits den Tag versaut hat. „Sie haben das Ticket gelöst liebe Frau, nicht ich“, sagt der nette Herr von der SBB und ist damit das Paradebeispiel für schlechten Kundenservice.

Nun, wir wollen aber die Schuld nicht dem Herrn an der Front in die Schuhe schieben, denn oberster Vertreter und Förderer der Unternehmenskultur ist immer der Chef. Es wäre an der Zeit, dass sich Andreas Meyer mal zu einem Bier mit Carsten Schloter trifft und über Kundenservice spricht. Und vielleicht nimmt er den neuen Marketingchef Jürg Schmid gleich mit zum Feierabendbier.

Das Ergebnis könnte unglaublich sein. Stellen Sie sich vor, die SBB bringen nicht nur Hunderttausenden Schweizerinnen und Schweizer tagtäglich von A nach B, sondern macht sie auch noch zufrieden!