Was 2010 alles (anders) wird

12 01 2010

Anfang Jahr weiss jeder Wahrsager wie das Jahr so wird. Nach dem Motto: Es wird Unwetter geben, im Sommer herrscht Dürre und wir werden auch freudige Momente erleben. Das gewohnte Bild also, zumal solche Vorhersagen manchmal gar nicht so schwer sind und der Mensch oft nicht aus der Geschichte lernt, die sich wiederholt. Das heutige Gedächtnis geht kaum über den Eintrag in Wikipedia hinaus. Aus diesem Grund wage auch ich, gratis und franko einen Ausblick auf 2010.

Die Börsenkurse werden wieder steigen und sinken, Ottonormalverbraucher wird je nach Budget konsumieren oder auch nicht und die Medienlandschaft wird bei jedem „Up“ – das Ende der Krise und bei jedem „Down“ – die Misere ausrufen. 

Im Frühjahr werden wir alle wettern, weil die Banker und Chefs der SMI-Unternehmen wieder ihre Boni erhalten, dabei aber vergessen, dass der Durchschnittslohn von uns allen in den letzten Jahren immer gestiegen ist und viele Arbeitnehmer gerade in den Betrieben, wo die Chefs Millionen kassieren, sehr gut verdienen. Nach dem Motto: spart bei den andern, nicht bei mir. 

Am Genfer Autosalon werden alle die Hybrid-, Elektro- und sonstige Ökoautos bestaunen und sich dabei keine Gedanken darüber machen, wer all die Batterien einmal entsorgt. Der Konsument wird aber weiterhin Benziner kaufen, weil es sich in der Krise erst recht keiner leisten kann, den hohen Kaufpreis für ein solches Auto zu bezahlen und damit die Entwicklungskosten der Hersteller mitzutragen. 

Die Berner Young Boys werden Schweizer Meister und der FCB gewinnt den Cup und zieht danach im Gegensatz zu YB in die Gruppenphase der Champions-League ein.

Roger Federer gewinnt Wimbledon und nimmt Pete Sampras auch den letzten Rekord, allerdings wird er das Jahr nicht als Nummer 1 beenden.

Im Sommer werden wir alle schwitzen, Europa wird unter einer wahren Hitzewelle leiden und die Feinstaub Fanatiker werden Auftrieb erhalten. Auf den Autobahnen wird Tempo 80 eingeführt, die Bauern jammern und die Winzer werden sich im Herbst über den besten Weinjahrgang in der Schweiz seit anno dazumal freuen. 

Spanien wird Fussball-Weltmeister, weil es die Iberer den  Deutschen (72 und 74) nachmachen wollen. Seither hat keiner mehr die EM und anschliessend die WM gewonnen. Den Franzosen ist das Kunststück 1998 und 2000 umgekehrt geglückt. Sepp Blatter wird anschliessend von der „besten WM aller Zeiten reden“.

Die Krankenkassenprämien werden wieder steigen und es wird überall gespart, wo keine Lobby ist. Bei den Pflegern, Physiotherapeuten und so weiter, aber nicht dort, wo die Kosten wirklich entstehen, nämlich bei der Infrastruktur. Wieso? Wenn man Gesundheitskosten sparen will und Spitäler schliesst, heisst das auch Arbeitsplatz und Serviceabbau. Aber eben sparen heisst verzichten! Mit Zauberei geht das nicht. 

Im Herbst wird wieder irgendeine Pandemie vor der Türe stehen und selbst wenn sie nun die gefährlichste aller Zeiten ist, werden es die Leute mit der nötige Gelassenheit nehmen.

Im Winter wird kein Schnee fallen. Die Hoteliers machen sich Sorge über das Weihnachtsgeschäft und die Medien werden das Ende des Schweizer Wintertourismus ausrufen. Im Dezember stellen wir dann aber fest, dass es doch keine bezahlbaren Betten mehr für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gibt.

Und falls es dann doch anders kommt, dann wird halt 2011 alles wieder anders!

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2 responses

12 07 2010
Spanien als würdiger Nachfolger von Italien « Hesch ghört

[…] zwei Jahren an. Kraken-Paul hat ebenfalls recht getippt und die Leser dieses Blogs wissen schon seit dem 13. Januar diesen Jahres, dass Spanien Weltmeiter […]

8 01 2011
Der nächste Mike Shiva | Hesch ghört

[…] einem Jahr habe ich diverse Voraussagen gemacht. Dies in der Annahme, dass jeder Dahergelaufene in die Glaskugel schauen kann, um die […]

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