Der nächste Stadt/Land-Konflikt

21 03 2011

Die Menschen in Japan machen diese Tage schwierige Zeiten durch. Erdbeben, Tsunami und der drohenden GAU (nicht Super GAU liebe Journalisten, GAU heisst Grösster Anzunehmender Unfall, das ist schon ein Superlativ!!) im Atomkraftwerk Fukushima sind mehr, als man in einem Menschenleben normalerweise verkraften kann.

Hierzulande reden Politiker von links (vor allem) und rechts (wegen den Wahlen) jetzt vorschnell vom Atomausstieg. Ganz nebenbei bahnt sich hier schon der nächster Stadt/Land-Konflikt unseres Landes an. Schon heute stehen unsere Stromkraftwerke auf dem Land und mit der Ruf nach erneuerbaren Energien wird dies zunehmen oder haben Sie schon mal ein Windkraftwerk in der Stadt Zürich gesehen?

In einem Leserbrief las ich diese Woche, dass eine Solarkraftwerk auf einer Fläche von 7×7 Kilometern in etwa dieselbe Menge Strom produziert wie ein Atomkraftwerk. Schön, wenn wir in der Wüste von Arizona leben, schlecht, wenn das Schweizer Mittelland heute schon zubetoniert ist.

Es wird noch einige politische Überzeugungsarbeit benötigen, um das Land und dessen Bevölkerung davon zu überzeugen, das Land, die Berge und die Flüsse für den Bau von alternativen Stromkraftwerken herzugeben. Die Diskussion um die erneurbaren Energien wird deshalb nicht nur eine der Weltanschauungen sein, sondern auch eine Diskussion Stadt-Land.

Nach der verlorenen Abstimmung um die Waffeninitiative hat Anita Fetz gemeint, dass die Städter den wirtschaftlichen Erfolg garantieren und die Landschäfter deshalb nicht so Hinterwäldlerisch sein sollen. Nun stehen die Städter als Bittsteller vor dem Land. Zeit also, sich über das Miteinander und die Art des Umgangs Gedanken zu machen…





Baldrian für Valentin Stocker

6 03 2011

Neben dem Platz kann Valentin Stocker keiner Fliege was zu Leide tun. Auf dem Platz ist er wie in einer anderen Welt und spielt in Trance. Nach dem heutigen Spitzenkampf gegen den FCZ hat er aber die Grenze der Unsportlichkeit überschritten. Wie er nach dem 3:1 den am Boden liegenden Teixera (der hatte Stocker Minuten vorher böse gefoult, was nicht geahndet wurde) angeschriehen hat, gehört nicht auf einen Fussballplatz. Das hat nichts mit Fairness tun, so hart der Spitzenkampf auch geführt wurde.

Neben ein paar Baldriantropfen könnte eine interne Busse Valentin Stocker wieder beruhigen. Vielleicht hilft es auch nur, wenn er sich die Szene im Fernsehen ansieht, dann wir es ihm automatisch peinlich sein!

Vorbildlich verhielt sich das Publikum. Der wegen Hirnerschütterung vom Feld getragene Alphonse erhielt von den Zuschauern beider Lager aufmunternter Applaus.





Wann wird es endlich Sommer?

6 03 2011

 





Van Gaal ist so gut wie weg!

5 03 2011

Die unausweichliche Niederlage gegen Hannover (beim Schreiben dieses Blogs steht es 3:1 für Hannover und  noch 15 Minuten zu spielen) wird das Ende von Louis van Gaal sein. Muss man sich beim FCB jetzt Angst um Thorsten Fink machen? Schon soll er bei den Bayern im Gespräch sein.

Ich sage: Nein! Thorsten Fink hat in Basel noch eine Mission und wenn sein Vertrag 2013 abläuft wird wieder ein Bayern Trainer rausgeworfen und wahrscheinlich wird es der Nachfolger von van Gaal sein. Denn in München bleibt einer selten länger als drei Jahre. Die Gelegenheit für Fink kommt also immer wieder…





„The call it a classic!“ FCB vs. FCZ

5 03 2011

Am Sonntag ist es wieder einmal soweit. Die Erzrivalen stehen sich gegenüber. Thorsten Fink und der FCB sollen sich nach der Cupniederlage ein Beispiel an Dortmund nehmen. Die Meisteschaft vor Augen und im Cupfinal steht der Erzrivale aus Schalke gegen einen Unterklassigen.

So könnte es auch in der Schweiz laufen. Hesch ghört gönnt dem FC Zürich den Cuptitel (auch wenn er in Basel geholt werden sollte). Dafür gewinnen wir die Meisterschaft und am Sonntag das Spiel.





Hans Jucker R.I.P.

20 02 2011

Eine Legende ist von uns gegangen. Damit gewinnen seine Highlights nun traurige Bedeutung. Bye, bye Hans Jucker!





Doktorentitel werden überschätzt

18 02 2011

Der Fall des ehrenwerten Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg gibt uns die Gelegenheit, uns wieder mal allgemein über die akademische Würde der Dissertation Gedanken zu machen. Der Doktortitel, von vielen mit Stolz getragen und oft auch Bestandteil der e-mail-Adresse, ist fast schon ein Statussymbol. Aufwändig zu erlangen und rechnet man den entgangenen Lohn im Berufsleben bei einer rund 3-jährigen wissenschaftlichen Arbeit dazu, mindestens so teuer wie ein Aston Martin oder Ferrari. Mit dem Unterschied, dass dieses Statussymbol ein Leben lang hält.

Was aber ist der Titel wirklich wert? Sind deren Titelträger bessere Manager, Politiker oder Unternehmer? Nun, es ist auf jeden Fall in der heutigen Gesellschaft immer noch so, dass deren Titelträger oft als etwas Besonderes behandelt werden. Es gibt Unternehmen, welche Träger der Doktorenwürde Salärmässig höher einstufen und das auch bei Stellenbeschreibungen, bei denen eine Dissertation keinen Mehrwert bringt. Nun, das mag den Doktoren auch gegönnt sein, schliesslich sind mit einer Dissertation oft Entbehrungen verbunden und man will dafür schliesslich auch etwas zurückhaben.

Die Kernfrage die sich mir aber stellt, ist eine andere. Und zwar welchen Einfluss die Dissertation auf die berufliche Qualifikation eines Menschen hat? Mit anderen Worten: Wann zeigt uns der Titel, dass diese Person „mehr auf dem Kasten“ hat und wann ist er ein Anhängsel gleich einem echten oder falschen Adelstitel?

Ich wage aber zu behaupten, dass eine Dissertation nur bedingt einen beruflichen Mehrwert bringt. Offensichtlich ist dieser dort gegeben, wo die Dissertation mit der eingeschlagenen beruflichen Karriere korreliert. Sei dies bei Forschern, bei Ärzten oder teilweise auch bei Juristen, welche sich auf Spezialgebiete fokussieren. In vielen Bereichen ist der Doktortitel aber kaum oder gar nicht dafür verantwortlich, was ein Mensch beruflich zu leisten vermag. Abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass eine abgeschlossene Doktorarbeit Beleg dafür ist, dass man sich drei Jahre in etwas reinhängen kann, selbständig arbeitet, organisatorisch versiert ist und am Schluss auch in der Lage sein muss, sich mit Worten zu artikulieren.

Trotzdem darf man sich fragen, ob Christoph Blocher auch ohne seine Dissertation zum Thema „Die Funktion der Landwirtschaftszone und ihre Vereinbarkeit mit der schweizerischen Eigentumsgarantie“ ein erfolgreicher Unternehmer geworden wäre. Ich meine ja. Oder hat Roger Schawinski seine Diss. zum Thema „Die sozio-ökonomischen Faktoren des Fremdenverkehrs in Entwicklungsländern: Der Fall Guatemala“ im Rahmen seiner Tätigkeit als Privatradio- und TV-Pionier vorwärts gebracht? Wohl kaum und die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Und genau so verhält es sich auch beim lieben Herr zu Guttenberg. Selbst wenn ihm seine Doktorenwürde aberkannt würde, hätte das keinen Einfluss auf seine Qualitäten als Politiker. Er ist und leistet was er ist auch ohne seinen Titel. Es stellt sich höchstens die Frage, ob ein Politiker Ansprüchen der höchsten Glaubwürdigkeit und Integrität genügen muss. Und hier sieht die Welt dann vielleicht wieder anders aus… Hätte er sich doch nur mit dem Adelstitel begnügt. Er wäre auch so in der Politik gross rausgekommen, denn Doktorentitel werden überschätzt.

Ausser natürlich in hierarisch aufgebauten und deutsch geprägten Unternehmen. Dort ist es immer von Vorteil, hat man einen solchen Titel.

P.S. Der Verfasser wäre zu einer Dissertation zugelassen gewesen, hat es aber vorgezogen praktische Berufserfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen. Und natürlich habe ich höchste Achtung vor all jenen, welche sich in eine wissenschaftliche Arbeit einer Dissertation stürzen und dafür einen nicht geringen Teil ihres kurzweiligen Lebens opfern.





Überschätzt sich der FCB?

16 02 2011

Ein Tag vor dem Europaleague-Spiel des FC Basels gegen Spartak Moskau kratzt der Vorverkauf erst knapp an der 10’000 Zuschauer-Marke. Was ist los? Interessiert der FCB nicht mehr, angesichts der Tatsache, dass er seit Jahren zwischen 20’000 und 25’000 Jahreskarten verkauft?

Vor Jahren sagte mir ein FCB-Vorstandsmitglied in der Euphorie der Championsleague, dass die Zahl von 25’000 Zuschauern dem „harten“ Kern der FCB-Gemeinde entspräche. Schon damals reibte ich mir nach Jahren in der Nati B die Augen. Meines Erachtens liegt der, immer noch erstaunliche, harte Kern der FCB Fangemeinde zwischen 7’000 und 11’000 Zuschauern. Das lukrative Geschäft mit den Jahreskarten hat den Verantwortlichen in den letzten Jahren aber ein wenig die Sicht für die Realität genommen. Ausserdem wurden im Hype des sportlichen und finanziellen Erfolges auch Fehler gemacht.

Jahreskartenbesitzer waren (und sind es heute meist noch) mehr Wert als Mitglieder. Die Jahreskarte wurde quasi zu einer für den FCB finanziell einträglichen zweiten Art der Mitgliedschaft. Dies mag und soll man dem FCB gönnen, allerdings dürfen daraus nicht die falschen Schlüsse gezogen werden.

Jahreskartenbesitzer sind Käufer. Vielleicht langjährige, das mag sein, aber keine Kunden. Ausserdem ist die emotionale Verbundenheit zum Verein eine andere. Mitglieder sind stolz auf ihren Status und künden eine solche Mitgliedschaft auch nicht einfach auf Jahresende. Noch heute ist es ein Privileg, das manchen mit Stolz erfasst, wenn er nach 25 Jahren Klubzugehörigkeit „Freimitglied“ wird! (Bei mir dauert es noch 7 Jahre.)

Mitglieder muss man pflegen, sie sind die Seele eines Klubs. Sie sind da, wenn es schlecht läuft.

Jahreskartenbesitzer mögen gewisse dieser Eigenschaften ebenfalls besitzen. Allerdings überlegen Sie sich auch jedes Jahr aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und der sportlichen Aussichten, ob Sie ihre Karte verlängern. Ein Mitglied zögert keine Sekunde! Jahreskartenbesitzer sind zudem oft auch Firmen, die ihren Mitarbeitern und Kunden mal was bieten wollen. Im nächsten Jahr kann aber durchaus was anders „hip“ sein.

Langer Rede kurzer Sinn. Die Tatsache, dass nur knapp 10’000 FCB Fans Karten für das Spiel gegen Spartak gekauft haben, hängt (abgesehen vielleicht von der späten Anspielzeit) vor allem damit zusammen, dass die Zahl dem „harten“ Kern entspricht. Der FCB und die Verantwortlichen sollten sich dieser Tatsache mal wieder bewusst werden und versuchen, diesen etwas zu bieten.

Ein Klub lebt von Geschichten und Mythen. Die Mitglieder prägen diesen über Jahre mit und geben ihre Liebe entlang des Stammbaums weiter.

„FCB Fan kasch nit wärde, FCB Fan das muesch sy!“





Die Machtlosigkeit der Diplomatie

3 02 2011

Ägypten ist nicht Tunesien. Was friedlich begann und fast nach einem Märchen für einen friedlichen Umbruch aussah, scheint nach den aktuellsten Vorkommnissen zu eskalieren. Der Fall zeigt aber einmal mehr die Machtlosigkeit der Diplomatie und der internationale Politik. Ägyptens Machthaber provozieren die Unruhe und legitimieren ihre Position durch die „Wiederherstellung“ der Ruhe: Ausländische Einmischung unerwünscht. Kann ein Umbruch in einer faktischen Dikatur überhaupt friedlich über die Bühne gehen? Wie soll der Westen reagieren? Mit Waffengewalt und Armeen oder doch mit Diplomatie?

Wo Macht und Uneinsichtigkeit aufeinandertreffen, sind Lösungen nur schwer zu finden. Aus der Ferne stimmt einem das nachdenklich. Man wagt sich kaum vorzustellen, was passieren wird, wenn die Massen der Wirtschaftsmacht China einst den Aufstand proben sollten…





Wem gehören die Jets?

23 01 2011

New York und New Jersey sind im Streit. Spätestens seit die New York Jets letzten Samstag die favorisierten New England Patriots aus dem Titelrennen geworfen haben, streitet man sich darüber, zu wem das Football-Team der Jets gehört. Die Jets tragen zwar genau wie die Giants das „New York“ im Namen, doch beide spielen in East Rutherford, New Jersey. Ausserdem sind die Jets auch noch grün, also ganz nach dem Farben des „Garden State“. Wenn es aber um Erfolg auf nationaler Ebene geht, sind die New Yorker abgesehen von den Baseballern der Yankees nicht gerade erfolgsverwöhnt. Kein Wunder, will nun jeder sein Stück an den Jets.

Bisher waren die Jets immer das Team der Aussenseiter und Arbeiter sowie wie Ray Romano von „Everybody loves Raymond“ oder Kevin James von „King of Queens“. Fest steht: Wenn die Jets heute auch noch die Steelers aus dem Titelrennen werfen, dann wir der Streit um die Jets weitergehen. Go Jets!