King Roger muss man einfach verzeihen

7 06 2011

Roger Federer verzichtet auf das Rasenturnier von Halle und Turnierdirektor Ralf Weber ist sauer. Logisch! Aber Roger Federer macht keine Gefälligkeiten, solange er noch an den sportlichen Erfolg glaubt. Deshalb verzichtet er, um sich auf das grosse Ziel Wimbledon vorzubereiten.

Roger Federer wird dieses Jahr 30 Jahre alt und gehört weiterhin zur Weltspitze. Er hält mit Spielern mit, die sieben und mehr Jahre jünger als er sind. Das kann er aber nur, weil er immer wieder unpopuläre Entscheidungen trifft und auf Turniere oder den Davis Cup verzichtet. Sich contre coeur zu entscheiden, ist ebenfalls eine Leistung, welche Champions auszeichnet.





Wenn Fussball-Hooligans zum Spielball werden

20 05 2011

Schweizer Lokalpolitiker proben den Aufstand gegen den Fussball und die Swiss Football League. Zankapfel im Jahr des allgegenwärtigen Wahlkampfes sind die Fussball-Hooligans und der Schrei nach „Law und Order“.

Im Grunde wird eine Bewilligungspflicht für Fussballspiele gefordert. „Dann entscheiden wir, wann ein Spiel stattfindet, wir entscheiden, ob Gästesektoren zu bleiben und wir entscheiden, wo ein Fanzug hält!“, meint der Berner Gemeinderat Reto Nause knapp. Der Aufschrei ist nach den Ausschreitungen am letzten Samstag beim Spiel FCZ gegen den FCB lauter geworden und auch an diesem Fussballwochenende werden die Augen auf die Fans gerichtet sein.

Die Schuldigen sind leicht gefunden. Die Klubs und ihre angeblich wirkungslosen Massnahmen und die Liga, welche nicht handelt. Doch wie so oft, wird alles wieder einmal zu einfach gemacht. Genau wie an einem 1. Mai ist der Grad zwischen Repression und Involvierung der Fans in Fussball (und Eishockey) ein schmaler. Fussballspiele sind wöchentliche Machtdemonstrationen der Klubs und die Fans sind ihre Botschafter. Ganz ausschliessen kann man Ausschreitungen nie, aber gerade im Umfeld des FC Basel, welcher allein aufgrund der schieren Zahl an Fans auch rechnerisch am meisten „schwarze Schafe“ hat, zeigt, dass Repression nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Nach dem unsäglichen Treiben zu St. Jakob im Mai 2006 wurde einiges unternommen. Ausschreitungen grösseren Ausmasses kommen immer dann vor, wenn bei Auswärtsspielen von meist privaten Sicherheitskräften die Karte „Repression“ gezogen wird. Keine Wunder stachelt das an und ist der Mob erstmal am Wüten, lässt sich das Adrenalin nur schwer zügeln. Dies ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.

Mit Drohungen der Politik löst sich das Problem nicht, es werden vielleicht höchstens Stimmen gewonnen und dies scheint als Aussenstehender im Jahre des Wahlkampfes wohl auch das zentrale Ziel.

Gewalt ist kein Phänomen des Fussballs, er ist als Magnet riesiger Menschenmassen oft halt ein Nährboden dafür, dass sich diese im grösseren Ausmass zeigt. Er fördert den Gewalttourismus, ist aber nicht der Grund. Den Fussball und die Spiele abzuschaffen oder abzusagen, ist keine Lösung, sondern steigert die Agressionen unnötig.

Es sind Lösungen gefordert, welche im Dialog erarbeitet werden, denn kein Klub und kein Fan hat ein Interesse daran, dass der Besuch von Fussballspielen zum Risiko wird. Ganz abgesehen davon, dass sich echte Hooligans mit Kodex sowieso am Rande solcher Veranstaltungen prügeln.

In die Pflicht nehmen muss man aber auch die Swiss Football League. Sie profitiert von den Klubs und lässt sich in der aktuellen Diskussion mit Schweigen im Regen stehen. Beamte eben!





Happy Birthday

2 05 2011

„Hesch ghört“ bloggt nun schon seit drei Jahren. Wie die Zeit doch vergeht. Wir konnten in dieser Zeit auf eine kleine aber feinde Leserschaft zählen und bald wird die 100’000er Marke überschritten.

Hesch ghört wird weiter nach Lust und Laune bloggen.





Die Verletzung als Karriereschritt

25 04 2011

Bitter für den FCB und Valentin Stocker. Am Samstag 23. April macht Valentin Stocker im Spiel gegen die Berner Young Boys eine dumme Bewegung und reisst sich die Kreuzbänder. Ein monatelanges Aus ist die Folge. Er wird dem FCB weder im Meisterschaftsendspurt, noch zu Beginn der nächsten Saison zur Verfügung stehen. So schlimm die Verletzung aber auch sein mag und so ungewiss die Rückkehr auf den Fussballplatz ist, für Valentin Stocker könnte die Verletzung sich als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem ganz grossen Fussballer erweisen.

Für Stocker gab es bisher immer nur einen Weg: verschont von schweren Verletzungen zeigte dieser nach oben. Bereits wurde darüber spekuliert, ob er im Sommer ins Ausland wechselt. Daraus wird nun diesen Sommer nichts. Wer verpflichtet schon einen verletzten Fussballer. Trotzdem: übersteht er die Verletzung, dann wir die schwere Zeit der Reha seinen Charakter und seinen Willen wieder auf den Platz zu kommen stärken. In einer solchen schweren Phase, sind sich Fussballer erst über die tollen Seiten ihres Berufes bewusst. Deshalb ist diese Verletzung ein wichtiger Schritt im Reifeprozess des Valentin Stocker.

Gelingt ihm eine Rückkehr auf den Platz und kann er dort anknüpfen, wo er vor seiner Verletzung war, dann wird er ein ganz Grosser. Es ist ihm zuztrauen.





Erneuerbare Energie – Aber nicht vor meiner Haustüre

18 04 2011

Atomkraftgegner, und das sind laut Umfragen ja fast alle von uns, müssen sich eines bewusst sein. Jeder will erneuerbare Energien, aber nicht vor seiner Haustüre.

SWR3 beleuchtet das Dilemma auf gute Weise. Reinhören.





Alle jammern übers Wetter – egal wie es wird

18 04 2011

«Der Temperaturüberschuss ist krass»

Diese Überschrift lese ich soeben auf bazonline. Krass finde ich auch den Begriff. Früher hiess es, es ist zu heiss, heute reden wir von „Temperaturüberschuss“. Das Wort hat Potential zum Wort des Jahres.





Danke Franco!

14 04 2011

Der Kapitän geht von Bord. Der Entscheid ist richtig und konsequent. Der FCB ist eine Fussballmannschaft. Im Fussball stehen Emotionen zuoberst. Allerdings ist der Fussball auch ein Geschäft und es braucht strategisch und nach vorne gerichtete Entscheidungsträger, welche die Emotionen ab und zu im Zaume halten. Deshalb muss man sich jetzt von Costanzo trennen, auch wenn er der beste Goalie der Super League ist. Denn Yann Sommer gehört die Zukunft und dieser kann man, will man langrfristig und nachhaltig planen, nicht noch einen Saison versauern lassen. Auch er muss durch Stahlbald der Niederlagen und Fehlgriffe. Dann wir auch er ein ganz Grosser. Einer wie Franco Costanzo es schon ist. Danke Franco!





Und Sport ist eben doch ein Geschäft

30 03 2011

Der Tages-Anzeiger beschreibt kurz und prägnant, wie das Geschäft im US-amerikanischen Sport funktioniert (oder eben auch nicht). Eine wirklich gute Übersicht über das System der Franchises im amerikanischen Sport.

Mehr zum Thema bietet auch Wikipedia.





Wenn es denn so einfach wäre

28 03 2011

Alex Frei muss jetzt weg! Das meint zumindest der Blick, welcher seit Monaten ein Kampagne gegen den Nati-Captain reitet. Unter ihm können sich die Jungen nicht entwickeln. Horch, horch! Das sind alles gestandene Profis (Inler, Schwegler, Barnetta, etc.), weshalb ich mich frage, wieso es denn an einem Alex Frei liegen soll. Fakt ist, die Schweiz hat ihren Zenit überschritten. Bewährte Kräfte sind zurückgetreten (N’Kufo, Huggel) oder am Ende ihrer Karriere (Yakin, Frei, Streller?).

Übrige bleiben Spieler, denen die Schweiz zu klein war und die im Ausland gross rauskommen wollten (Inler, Dzemaili, Barnetta, Derdiyok, Ziegler) oder Spieler, die bei keinen Spitzenklub der Super League oder gar nicht in der Super League spielten und im Ausland meist die Bank drücken (Senderos, Djourou, Ben Kalifa, Gavranovic, etc.).

Dazwischen sind noch ein paar bewährte und gestande Super League Spieler und Legionäre (Benaglio, Lichtsteiner, Shaquiri, Stocker).

Klar ist, die EM-Qualifikation war schon vor dem Bulgarien-Spiel gegessen. Es gilt schon lange, sich auf die WM vorzubereiten. Hier ist Ottmar HItzfeld gefordert, eine völlig neue Mannschaft zu formen.

Jene schwache Pflänzchen, welche angeblich unter Alex Frei litten, haben nun keine Ausreden mehr und müssen zeigen, was sie drauf haben. Aufgedrängt hat sich bisher keiner. Die Schweiz liegt irgendwo zwischen Übersättigung aus vergangenen Erfolgen und Selbstüberschätzung aufgrund der vielen Jungen, welche es im Ausland versuchen. Es ist zu hoffen, dass Hitzfeld den richtigen Mix findet. Am schwersten wiegt die Tatsache, dass uns ein Spielmacher fehlt.

P.S. Da jeder mitreden kann, wenn es um die Nati geht, werde ich das nicht tun.





Der Dunkin‘ King

22 03 2011

Die Los Angeles Clippers galten in der vergangenen Jahren als das Verlierer-Team schlechthin. Inzwischen spielen sie attraktiver, werden die Playoffs aber auch diese Saison kaum erreichen. Mit Blake Griffin haben sie aber den ultimativen Dunkin‘ Meister in ihren Reihen.

Einfach unglaublich!