Wenn schon abschreiben, dann richtig, liebe Bazonline

4 08 2010

Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Online-Plattformen durchaus interessante Artikel aus dem englischen, auch deutschsprechenden Lesern zugänglich machen. Aber wenn schon abgeschrieben resp. übersetzt wird, dann richtig. Im Bazonline-Artikel wird geschrieben, dass die Hotelkette Westin die Löhne um 20 Prozent gesenkt hat. Das ist nur bedingt richtig. Es handelt sich nämlich nur um ein Hotel in Providence, Rhode Island. Von einem Hotel auf eine ganze Kette zu schliessen, ist meines Erachtens gewagt!

Der Originalartikel aus der New York Times.

Der bearbeitete zum Teil falsche Artikel auf Bazonline.





Keep on dreamin‘

4 08 2010

Kennen Sie den Unterschied zwischen Journalismus und Public Relations? Nun, bei der PR konzentriert man sich auf jene Messages, welche man einer Öffentlichkeit vermitteln will, man formuliert diese und kommuniziert mit der entsprechenden Zielgruppe. Im Journalismus geben die Journalisten den Ton an. Sie stellen Fragen und man antwortet. Die PR ist hier nur dafür zuständig, dass man sich auf die zu erwartenden Fragen vorbereitet. Die Fragen selbst bestimmen, dass kann man nicht. So etwas nennt man bezahlte PR und hat mit Journalismus nichts zu tun. Soweit also in einer Kurzfassung die Theorie.

Sharon Angle, Republikanerin und Kandidatin für den Senatssitz für den Staat Nevada hat aber ihre ganz eigene Theorie von Journalismus. Die Journalisten müssten sich darauf beschränken, jene Fragen zu stellen, welche man beantworten wolle. Dieses Verständnis von Journalismus ist sogar dem amerikanischen Kollegen von FOX zuviel. Aber schauen Sie selbst.





Bilder sagen mehr als tausend Worte

6 07 2010

Ein Bild ist ausdrucksstark, es kann aber auch irreführend sein. Richtig eingesetzt löst es beim Betrachter Gedanken aus, die Worte kaum können. Diese alte Weisheit nehmen sich Medienschaffenden immer wieder zu Nutze. So auch die Zeitschrift „The Economist“, welche Obama am Strand vor Louisiana zeigt, im Hintergrund eine Ölplattform. Der Regierung wird momentan Untätigkeit und Hilflosigkeit im Umgang mit der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vorgeworfen. Da kommt ein solches Bild gerade recht. Doch Achtung: Laut „New York Times“ ist das Bild gefälscht respektive zeigt nicht die wahre Situation, welche der Fotograf einmal festhielt.

Die Botschaft ist klar: Im Bild links steht US-Präsident Obama, den Kopf nach unten geneigt. Es scheint, als ob er den Kopf fallen lässt und damit seine Hilflosigkeit non-verbal zum Ausdruck bringt. Das Bild rechts zeigt aber, was er tatsächlich macht. Er hört den Erklärungen einer Lokalpolitikerin zu. Da diese kleiner ist als er, senkt er dazu sein Haupt. Soviel zur Macht der Medien respektive zur Macht des Bildes.





Achtung: 1. April!

1 04 2010

Jetzt kommen Sie wieder über uns: die 1. Aprilscherze. Seid auf der Hut.

Radio Basel: Christian Heeb verkauft sein Radio an Ringier. Es heisst neu, Energy Basel. Wahr hingegen ist, dass aus dem Ringier-Sender Radio BE 1, neu Enegry Bern wird. Die senden in Bern übrigens auf derselben UKW-Frequenz, wie Radio Basel in der Nordwestschweiz. Auf 101,7! So ist wahrscheinlich auch die Idee zum Scherz entstanden.

SWR3: Die Post führt ab 1. Mai eine Gebühr für den Versand pro eMail von einem Eurocent pro eMail ein.

Basler Zeitung: Auf dem Landhof gibt es statt Wohnungen eine Anlage für Skater. Heute um 13 Uhr ist Einweihung. (Diesen Scherz erkennt man übrigens daran, dass der Artikel aus der BaZ, bereits seit 7.07 Uhr gratis auf bazonline steht. Etwas, was die BaZ sonst nie macht…)





Psychokrieg im Skispringen

19 02 2010

Toni Innauer’s verlängerter Arm (und Kopf?): Alexander Pointner.

Die Medien werden wieder einmal moblisiert und der Psychokrieg Schweiz vs. Österreich ist in vollem Gange. Nachdem der „Schliri“ auf der Normalschanze „nur“ Bronze geholt hat, gilt es nun, ihm den Weg zu Gold auf der Grossschanze zu ebnen. Dabei versuchen die Österreicher um ihren Cheftrainer Alexander Pointner alles, um den Schweizer Springer Simon Amman in seiner Vorbereitung zu stören. Das ist im Prinzip legitim, ist Springen doch eine „mentale“ Sache. Auch Skilegende Jens Weissflog mache  früher davon Gebrauch. Er gratulierte nach dem ersten Durchgang dem Führenden auch schon mal zu seinem Sieg, nur um ihn damit unter Druck zu setzen und dann selbst zu gewinnen.

Was die Österreicher hier aber vorführen, ist nicht zu überbieten. Nicht nur kommt die Diskussion um die angeblich illegale Bindung zu einem äusserst komischen Zeitpunkt – nein – sie liefern damit auch gleich Argumente dafür, wenn es dann im Wettkampf doch nicht zu Gold für Schlierenzauer & Co. reicht. Schade! Olympische Spiele und der olympische Geist waren immer schon von würdevollen Gewinnern und fairen Verlierern geprägt. Im Skispringen scheint dies nicht der Fall zu sein.





Mit dem Rücken zur Wand

5 12 2009

Den Zeitungen in der Schweiz geht es schlecht und die Leser sind die Leidtragenden. Qualitativer Journalismus ist rar geworden. Die Jagd nach Skandalisierung und einer immer noch tolleren Story hat eine regelrechte Boulevardisierungswelle ausgelöst, die selbst vor dem staatlichen Fernsehen keinen Halt macht. Es wird versucht, mit einem Pseudo-Sensationsjournalismus Leser bei der Stange zu halten. Die Folge davon ist, dass früher angesehene Tageszeitungen sich immer mehr den Gratisblättern von 20Minuten und Blick am Abend ähneln. Wieso soll der Abonnement denn noch was dafür bezahlen? In vielen Gegenden  kommt ein Zeitungsabo einem Beitrag an einen Verein gleich, den man halt unterstützt, weil er zur Region gehört. Doch echten Mehrwert erhält man schon lange nicht mehr.

Teures und gutes Personal muss wegen dem finanziellen Druck auf den Redaktionen den jungen Journalisten weichen. Diese schreiben oft nach dem Mund der Öffentlichkeit, selten aber mit Tiefgrund. Wie sollen sie auch? Zeit ist eine teure Mangelware auf den Redaktionen. Als guter Rechercheur gilt heute ein Journalist, welcher Zeit hat, mehr zu lesen als die Konkurrenz und zwei Seiten einer Pressedokumentation. Heute sind Schlagzeilen gefragt. Der Leser wird dabei Tag für Tag verarscht. Oder sagen wir, für dumm verkauft. So geschehen in der Baz von heute. Da wird ein neues Kreuzworträtsel, ein Sudoku und ein künftig umfangreicheres TV-Programm tatsächlich unter dem Titel „Mehr Service für BaZ-Leser“ angekündigt“! So weit sind wir schon.

Das wird sich auch nicht ändern, wenn Zeitungen fusionieren, so wie die gestern in den Medien aufgetauchte Spekulation, dass die NZZ die Baz kaufe. Der Inhalt einer Zeitung wird erst dann besser, wenn die Redaktionen wieder Geld haben. Eine gut funktionierenden Gesellschaft ist auf eine qualitativ hochstehende Medienlandschaft angewiesen. Nur dann funktioniert ihr System, gerade jenes so komplexe System einer direkten Demokratie, wie es die Schweiz praktiziert. Medien sind immer noch Informationsquelle Nummer 1 bei den Leuten, seien es TV, Radio, Internet oder Zeitungen. Wenn alle nur noch in Richtung Boulevard tendieren, dann ist dies das Aus einer gut informierten Gesellschaft.

Wie aber rettet man die Zeitungen. In den USA kam die Idee von Stiftungen auf, welche dann die Redaktionen unabhängig vom Inseraterfolg finanzieren können. Man könnte aber auch an eine Staatshilfe für Zeitungen denken. Wieso eigentlich nicht? Ein Versuchballon zur Eröffnung einer Diskussion wäre es auf jeden Fall wert. Sicherlich werden die schlecht geführten Zeitungen nicht überleben. So soll es auch sein, gerettet werden soll nur, wer auch ein überzeugendes und nachhaltiges Konzept hat. Aber wenn auf den Redaktionen erstmal wieder die Qualität steigt, dann können sich einige langfristig auch wieder auf dem Leser- und Werbemarkt durchsetzen. Dann haben dieLeser wieder eine Wahl. Die haben Sie heute nicht. Heute sind 80% der Tageszeitungen in der Schweiz gleichgestrickt und dann gibt es noch die NZZ, die Weltwoche und die WOZ. Salopp gesagt.





Vorbereitung auf die Zeit nach Tabak und Federer

2 11 2009

Si

Die Davidoff Swiss Indoors sind eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Was Roger Brennwald und sein Team dank akribischer Arbeit und einer grossen Portion Begeisterung seit Jahren immer wieder auf den Hartplatz zu St. Jakob bringen, ist einzigartig in der Schweiz. Die Davidoff Swiss Indoors gehören zum Besten, was an internationale Anlässen in der Schweiz organisiert wird. Ausserdem hat es das Turnier auch im umgekrempelten Spielkalender der ATP geschafft, seine Stellung zu halten. Den Erfolg verdankt dieses Turnier neben Roger Brennwald und seinen Team vor allem zwei Namen: Ernst Schneider und Roger Federer.

Seit 1994 engagiert sich die Oettinger Davidoff Group als Titelsponsor bei den Swiss Indoors. Die Beziehung zwischen Sponsor und Turnier war aber vor allem auch eine persönliche Beziehung zwischen den Männer Roger Brennwald und dem kürzlich verstorbenen VR-Präsidenten Ernst Schneider. Der Basler Unternehmer Schneider engagierte sich mit Davidoff nicht nur, weil ihm dies aus Sponsorensicht eine gewisse Werbeaufmerksamkeit gab, sondern auch, weil er einen Beitrag an die Attraktivität zu Basel leisten wollte. Denn die Davidoff Swiss Indoors sind ein Aushängeschild, welches Basel auf die internationale Landkarte setzt. Davon profitieren schlussendlich auch die Touristiker.

Der zweite Glücksfall heisst Roger Federer. Nicht nur ist er der wahrscheinlich beste Tennisspieler aller Zeiten, er ist auch ein Kind der Region Basel. Ausserdem trägt seine vom Balljungen zum Turniersieger Geschichte zum Mythos bei. Die Identifikation der Bevölkerung mit dem Turnier hängt auch ganz stark mit Roger Federer zusammen. Ein Beweis fällig? Das Turnier ist in diesem Jahr bereits an jedem Tag ausser Dienstag ausverkauft. Müssig zu sagen, dass der Dienstag der einzige Tag ist, an dem Roger Federer nicht im Einsatz steht. Doch auch dies dürfte sich ändern. Kurzfristig hat sich der Baselbieter entschieden, mit seinem Jugendfreund Marco Chiudinelli Doppel zu spielen. Erster Einsatz am Dienstag. Die Organisatoren dürften sich damit darauf freuen, dass auch dieser Tag in die Kategorie „ausverkauft“ fallen wird. Ein neuer Rekord an den Davidoff Swiss Indoors.

Wie lange noch?

Doch die Frage nach der Zukunft darf gestellt werden. Roger Federer spielt vielleicht noch drei bis vier Jahre Tennis, dann ist Schluss. Das Turnier braucht ein neues Zugpferd oder eine andere Ausrichtung. Auch an der Sponsorenfront macht die Politik seit Jahren Druck. Aufgrund des Tabakverbotes in der Werbung soll Davidoff aus dem Engagement gedrängt werden. Doch wer könnte und wollte hier einspringen. Es wird in der heutigen Zeit schwer sein, einen Sponsor dieser Grössenordnung zu finden, zumal ein solches Engagement mehr braucht, als „return on investement“-Denken. Es braucht Sponsoren mit Idealen, Begeisterung  und dem Wille etwas für Basel zu machen. Doch diese sind rar.

Neben der wirtschaftlichen Zukunft, wird aber vor allem die sportliche Zukunft Grundlage für den Erfolg des Turniers sein. Hier gilt es, die Philosophie zu verfolgen, die seit Jahren den Erfolg garantiert. Junge und aufstrebenden Stars vor allen anderen zu entdecken, sie zu verwöhnen und darauf zu zählen, dass sie wiederkommen, wenn sie in den Top 10 sind. Dies wird natürlich Jahr für Jahr schwieriger. Deshalb sollten die Organisatoren dem „Scouting von Talenten“ ein besonderes Augenmerk schenken. Es könnte die Lebensversicherung des Turniers sein, zumal sich ein zweiter Roger Federer so schnell nicht abzeichnet.





Wer bin ich?

1 11 2009

2428-wer-bin-ich

Ich komme aus dem Äther. Ich spiele gute und abwechslungsreiche Musik. Ich bin noch relativ jung und meine Wortbeiträge klingen nach DRS 1. Ich hab noch viel zu lernen und enormes Steigerungspotential.

Na? Ratet mal.





Kommunikation wirkt!

20 10 2009

Favre

(Ein Kommunkationsfehler kostet ihn Millionen: Der bei Hertha BSC entlassene Lucien Favre.)

Nun, man kann es nicht oft genug betonen. Kommunikation und das Wissen, sie richtig einzusetzen, ist heute über die Geschäftswelt hinaus ein Werkzeug der Strategie. Die richtige Kommunikation zum richtigen Zeitpunkt, kann einem aus misslichen Situationen helfen, falsch eingesetzt führt sie einem aber schnell ins Abseits. So wie im Beispiel des Lucien Favre. Eine Pressekonferenz nach seiner Freistellung als Trainer von Hertha BSC bringt ihm nun eine fristlose Entlassung, was seine Aussicht auf einen millionenschweren Vergleich schwinden lässt. Der Mann war schlecht beraten könnte man von Aussen her meinen. Einer seiner Berater ist ein ehemaliger Sportjournalist, welcher heute erfolgreich eine Spielervermittleragentur leitet. Der Mann sollte als Journalist etwas von Kommunikation verstehen, könnte man meinen.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder Journalist per se ein guter Kommunikator ist. Das haben schon unzählige Grossunternehmen festgestellt, welche in der Aussicht auf gute Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse Journalisten von der Redaktion weg als Kommunikatoren eingestellt haben und gescheitert sind. Ich möchte hier jetzt aber nicht, über das heutige Ausbildungsbild von Kommunikationsfachleuten referieren. Es geht um die Beratung. Man könnte also meinen, Lucien Favre ist schlecht beraten worden, was ihn nun mehrere Millionen kostet, vom Imageschaden abgesehen. Doch ich denke, es ist ganz anders und in der Beratung ein weit verbreitetes Phänomen. Lucien Favre dürfte ein Typ sein, der beratungsresistent ist und am Ende, hat er sich die Situation selbst eingebrockt. Wer sich als Trainer nicht dreinreden lässt, hat es schwer, nachher plötzlich auf andere zu hören.

Man kann davon ausgehen, dass der Romand, in seinem Stolz nach der Freistellung verletzt, den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Wahrscheinlich haben ihm seine Berater davon sogar abgeraten (es wäre auf jeden Fall ihre Pflicht gewesen). Hört der „Chef“ aber nicht auf einem, dann hat man als Berater nur noch eine Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nun auch diese Strategie ging im Falle des Lucien Favre nach hinten los. Zwar las Favre bei der Pressekonferenz von einem Manuskript ab, was darauf schliessen liesse, dass die Berater eben versuchten, den Schaden einzugrenzen, aber in der Fragerunde, war er dann doch nicht zu stoppen.

Nun, wie auch immer es im Falle des Lucien Favre war. Eines ist in der Welt der Berater klar. Wenn es klappt, ist der Auftraggeber der Gefeierte, wenn es in die Hosen geht, ist der Berater schuld. Und zwar immer, egal ob der Auftraggeber gegen die Überzeugung des Beraters handelte.

P.S. Wie immer hat der Blick seine eigene unverblümte Meinung zum Theater.





Radio Basel mit FCB

19 10 2009

Radio Basel scheint nun auch in Sachen Sport auf „alte Hasen“ zu setzen. Wie Radio Basilisk Chefredaktor Benedikt Erni heute gegenüber onlinereports bestätigt, wechseln René Häfliger und Jakob Gubler vom Stadtsender zu Radio Basel. Dabei werden die beiden sich kaum mit Themen wie Wasserball, rhythmische Sportgymnastik oder Feldhockey beschäftigen. Es ist davon auszugehen, dass auch Radio Basel in Sachen Sportübetragungen nicht am Thema FCB vorbeikommt.

Da der neue Sender den Wortanteil hochhalten wird, ist anzunehmen, dass die Spiele komplett und am Stück übertragen werden. Man hätte dann zumindest eine Konkurrenz zur Live-Übertragung von DRS 4. Und gerade beim Staatsradio möchte sich Radio-Basel Gründer Christian Heeb ja sein neues Publikum abholen.

Übrigens: der Schreibende war auch mal in Sportreporter in Sachen FCB und hat sich seit Ende letzten Jahres zur „Ruhe“ gesetzt. „Never say never again“, meine Koordinaten sind ja bekannt:-).