Was die SBB von der Swisscom lernen kann

16 12 2009

Der Monopolist und der ex-Monopolist beschäftigen Herr und Frau Schweizer jeden Tag. Kein Wunder kann jeder eine Geschichte erzählen in der SBB und Swisscom vorkommt. Während sich der Dienst am Kunden bei der Swisscom seit der Ära Carsten Schloter ständig verbessert, sind Kulanz und Kundendienst bei den SBB immer noch ein Schwachpunkt.

Nun, was ist das Problem? Grundsätzlich ist es die Unternehmenskultur. Was wird von der Firma erwartet, wie identifiziere ich mich mit der Kultur und wie kann ich sie ausleben. Bei der Swisscom gibt es keine „starren“ Vorgaben. Das Verkaufspersonal an der Front hat höchste Flexibilität und Kompetenzen selbst zu entscheiden, ob Rabatte gewährt werden und wie der Kunde zufrieden gestellt wird. Natürlich geht das nicht von einem Tag auf den andern, aber heute hat man das Gefühl, in einem Swisscomshop meist fair behandelt zu werden.

Ganz im Gegensatz zu den SBB. Dort ist man auf die Kulanz eines einzelnen Kontrolleurs im Zug angewiesen. Meist handeln die aber starr nach den Vorgaben aus der Konzernzentrale und lassen dabei gesunden Menschenverstand vermissen. Kein Wunder, wenn die Führung ihnen keine Freiheiten gibt und die Kultur der Kundenorientierung nicht gelebt, sondern nur im Marketing existiert (hier ist die SBB übrigens nicht alleine).

Kundendienst an der Front geht heute weiter, als nur die nächsten Anschlüsse mitzuteilen und wie man am besten umsteigt. Kondukteure bestimmen das Image der SBB, sie prägen es jeden Tag und wenn es nicht der Werbung entspricht, zerstören sie es jeden Tag. Von ihnen wir mehr erwartet als je zuvor, aber es scheint, als ob sie nicht das nötige Rüstzeug haben, um ein Botschafter der SBB zu sein. Wer keine Freiheiten hat und wem das „Empowerement“ von oben fehlt, der schiebt Dienst nach Vorschrift. Und das sieht dann so aus.

Kurz nach sieben Uhr morgens in der der 1. Klasse von Brugg nach Basel. Eine Frau zeigt dem Kondukteur ihr Ticket, welches sie im Internet selbst ausgedruckt hat. Da die Frau im Internet auch die Rückfahrt angefragt hat, steht auf dem Ticket Basel – Brugg – Basel anstatt Brugg – Basel – Brugg. Und was macht der Mann von der SBB an der Front. Den gesunden Menschenverstand einschalten? Nein, mitnichten. Obwohl die Frau noch keinen Stempel auf dem Ticket hat, unterstellt er ihr, dass Sie frühmorgens um 7 Uhr bereits wieder auf der Rückfahrt nach Basel ist. Ein Witz! Die Frau muss also nochmals eine Wegstrecke Brugg – Basel 1. Klasse lösen und ist begeistert, dass die SBB ihr bereits den Tag versaut hat. „Sie haben das Ticket gelöst liebe Frau, nicht ich“, sagt der nette Herr von der SBB und ist damit das Paradebeispiel für schlechten Kundenservice.

Nun, wir wollen aber die Schuld nicht dem Herrn an der Front in die Schuhe schieben, denn oberster Vertreter und Förderer der Unternehmenskultur ist immer der Chef. Es wäre an der Zeit, dass sich Andreas Meyer mal zu einem Bier mit Carsten Schloter trifft und über Kundenservice spricht. Und vielleicht nimmt er den neuen Marketingchef Jürg Schmid gleich mit zum Feierabendbier.

Das Ergebnis könnte unglaublich sein. Stellen Sie sich vor, die SBB bringen nicht nur Hunderttausenden Schweizerinnen und Schweizer tagtäglich von A nach B, sondern macht sie auch noch zufrieden!





Neues vom Agent Provocateur

7 12 2009

Was würde die Super League nur ohne Carlos Varela machen? Er sorgt in den Stadien bei gegnerischen Fans für rote Köpfe und bei den eigenen für Unterhaltung. Nach dem verbalen Ausrutscher gegen den FCB  im Dress von YB hat sich der heutige Xamax -Spieler nun mit YB-Goalie Wölfli ein neues Opfer gesucht. Hören Sie selbst bei Blick.ch





Auf den Spuren von Helmut Benthaus

7 12 2009

Ob Christian Gross sich wohl bei der anderen grossen FCB-Trainerlegende informiert hat, bevor er in Stuttgart unterschrieb? Fakt ist, nach dem Erfolgstrainer Helmut Benthaus wechselt mit Christian Gross eine weitere FCB-Trainerikone nach Stuttgart. 18 Jahr nach Benthaus stehen die Vorzeichen für Gross aber auf Sturm. Die Mannschaft steckt im Abstiegskampf, kann sich aber noch für die Achtelfinals der Champions-League qualifizieren. In der Meisterschaft heissen die Gegner vor den Weihnachtsferien Mainz (auswärts) und Hoffenheim (zuhause). Vier Punkte sind sicherlich das Ziel von Christian Gross. Es wird schwer, aber Herausforderungen liebt der ex-FCB Trainer ja. Wenn er Stuttgart diese Saison vor dem Abstieg rettet und dann in der nächsten Saison wieder auf einen Europacupplatz führt, ist ihm der Platz in der Ahnengalerie neben Helmut Benthaus sicher. Er muss ja nicht gerade das Kunststück von Benthaus vollbringen, der bereits in der zweiten Saison bei Stuttgart den Meistertitel mit den Schwaben holte.





Mit dem Rücken zur Wand

5 12 2009

Den Zeitungen in der Schweiz geht es schlecht und die Leser sind die Leidtragenden. Qualitativer Journalismus ist rar geworden. Die Jagd nach Skandalisierung und einer immer noch tolleren Story hat eine regelrechte Boulevardisierungswelle ausgelöst, die selbst vor dem staatlichen Fernsehen keinen Halt macht. Es wird versucht, mit einem Pseudo-Sensationsjournalismus Leser bei der Stange zu halten. Die Folge davon ist, dass früher angesehene Tageszeitungen sich immer mehr den Gratisblättern von 20Minuten und Blick am Abend ähneln. Wieso soll der Abonnement denn noch was dafür bezahlen? In vielen Gegenden  kommt ein Zeitungsabo einem Beitrag an einen Verein gleich, den man halt unterstützt, weil er zur Region gehört. Doch echten Mehrwert erhält man schon lange nicht mehr.

Teures und gutes Personal muss wegen dem finanziellen Druck auf den Redaktionen den jungen Journalisten weichen. Diese schreiben oft nach dem Mund der Öffentlichkeit, selten aber mit Tiefgrund. Wie sollen sie auch? Zeit ist eine teure Mangelware auf den Redaktionen. Als guter Rechercheur gilt heute ein Journalist, welcher Zeit hat, mehr zu lesen als die Konkurrenz und zwei Seiten einer Pressedokumentation. Heute sind Schlagzeilen gefragt. Der Leser wird dabei Tag für Tag verarscht. Oder sagen wir, für dumm verkauft. So geschehen in der Baz von heute. Da wird ein neues Kreuzworträtsel, ein Sudoku und ein künftig umfangreicheres TV-Programm tatsächlich unter dem Titel „Mehr Service für BaZ-Leser“ angekündigt“! So weit sind wir schon.

Das wird sich auch nicht ändern, wenn Zeitungen fusionieren, so wie die gestern in den Medien aufgetauchte Spekulation, dass die NZZ die Baz kaufe. Der Inhalt einer Zeitung wird erst dann besser, wenn die Redaktionen wieder Geld haben. Eine gut funktionierenden Gesellschaft ist auf eine qualitativ hochstehende Medienlandschaft angewiesen. Nur dann funktioniert ihr System, gerade jenes so komplexe System einer direkten Demokratie, wie es die Schweiz praktiziert. Medien sind immer noch Informationsquelle Nummer 1 bei den Leuten, seien es TV, Radio, Internet oder Zeitungen. Wenn alle nur noch in Richtung Boulevard tendieren, dann ist dies das Aus einer gut informierten Gesellschaft.

Wie aber rettet man die Zeitungen. In den USA kam die Idee von Stiftungen auf, welche dann die Redaktionen unabhängig vom Inseraterfolg finanzieren können. Man könnte aber auch an eine Staatshilfe für Zeitungen denken. Wieso eigentlich nicht? Ein Versuchballon zur Eröffnung einer Diskussion wäre es auf jeden Fall wert. Sicherlich werden die schlecht geführten Zeitungen nicht überleben. So soll es auch sein, gerettet werden soll nur, wer auch ein überzeugendes und nachhaltiges Konzept hat. Aber wenn auf den Redaktionen erstmal wieder die Qualität steigt, dann können sich einige langfristig auch wieder auf dem Leser- und Werbemarkt durchsetzen. Dann haben dieLeser wieder eine Wahl. Die haben Sie heute nicht. Heute sind 80% der Tageszeitungen in der Schweiz gleichgestrickt und dann gibt es noch die NZZ, die Weltwoche und die WOZ. Salopp gesagt.





Eine Schande für den Fussball

23 11 2009

Eines Tages musste es ja soweit kommen. Nach den Randalen im FCZ-Fansektor am vergangenen Freitag zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich greift der Schweizer Meister hart durch. Ab sofort werden keine Auswärtstickets mehr verkauft und bei Hochrisikospielen (und dazu dürften dann auch Spiele des FCB im Letzigrund zählen) bleiben die Gästesektoren leer.

Die Massnahme ist irgendwie einleuchtend, doch leider hilft sie nicht, das gesellschaftliche Problem zu lösen. Die Randalen werden sich auf ausserhalb des Stadions verlagern. Damit sind die Fussballvereine vorerst aus dem Schneider. Trotzdem: das Problem an sich ist nicht gelöst. Bevor man dieses lösen kann, müssten man zuerst Ursachenforschung betreiben.

Aber hier fängt es schon an. Wieso gibt es Woche für Woche unnötige und völlig sinnlose Gewalt rund um Schweizer Sportstadien? Wieso werden Unbeteiligte in Schweizer Städten Woche für Woche Opfer von Angriffen von nach Gewalt dürstenden Jugendlichen? Die Antworten wissen die Täter selbst oft nicht, weshalb kurzfristige und nachhaltige Lösungen schwer zu finden sind.

„Muss es erst Tote geben“, ist eine viel zitierte Mahnung bei solchen Auswüchsen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch dies selten hilft. Die Gesellschaft ist zurzeit machtlos. Leider! Das soll aber nicht heissen, dass wir untätig bleiben. Es braucht unpopuläre Entscheidungen, denn die Vorfälle haben eines bewiesen. Die Fans selbst haben ihre schwarzen Schafe nicht mehr im Griff.





Thorsten Fink aufgepasst

5 11 2009

Xhaka

Die U-17 rang gestern Deutschland an der WM in Nigeria nieder. Mit dabei auf dem Platz auch einige Spieler aus dem Nachwuchs des FCB. Auch wenn er kein Tor geschossen hat, Granit Xhaka war so etwas wie der Mann des Spiels. Er hat aus allen Rohren geschossen, Durschsetzungskraft und eine gute Technik. Also, Augen auf FCB und Thorsten Fink. Solche Spieler darf man nicht aus den Händen geben. Der Junge ist erst 17 Jahr alt, aber könnte schon bald der nächste Valentin Stocker sein.





Vorbereitung auf die Zeit nach Tabak und Federer

2 11 2009

Si

Die Davidoff Swiss Indoors sind eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Was Roger Brennwald und sein Team dank akribischer Arbeit und einer grossen Portion Begeisterung seit Jahren immer wieder auf den Hartplatz zu St. Jakob bringen, ist einzigartig in der Schweiz. Die Davidoff Swiss Indoors gehören zum Besten, was an internationale Anlässen in der Schweiz organisiert wird. Ausserdem hat es das Turnier auch im umgekrempelten Spielkalender der ATP geschafft, seine Stellung zu halten. Den Erfolg verdankt dieses Turnier neben Roger Brennwald und seinen Team vor allem zwei Namen: Ernst Schneider und Roger Federer.

Seit 1994 engagiert sich die Oettinger Davidoff Group als Titelsponsor bei den Swiss Indoors. Die Beziehung zwischen Sponsor und Turnier war aber vor allem auch eine persönliche Beziehung zwischen den Männer Roger Brennwald und dem kürzlich verstorbenen VR-Präsidenten Ernst Schneider. Der Basler Unternehmer Schneider engagierte sich mit Davidoff nicht nur, weil ihm dies aus Sponsorensicht eine gewisse Werbeaufmerksamkeit gab, sondern auch, weil er einen Beitrag an die Attraktivität zu Basel leisten wollte. Denn die Davidoff Swiss Indoors sind ein Aushängeschild, welches Basel auf die internationale Landkarte setzt. Davon profitieren schlussendlich auch die Touristiker.

Der zweite Glücksfall heisst Roger Federer. Nicht nur ist er der wahrscheinlich beste Tennisspieler aller Zeiten, er ist auch ein Kind der Region Basel. Ausserdem trägt seine vom Balljungen zum Turniersieger Geschichte zum Mythos bei. Die Identifikation der Bevölkerung mit dem Turnier hängt auch ganz stark mit Roger Federer zusammen. Ein Beweis fällig? Das Turnier ist in diesem Jahr bereits an jedem Tag ausser Dienstag ausverkauft. Müssig zu sagen, dass der Dienstag der einzige Tag ist, an dem Roger Federer nicht im Einsatz steht. Doch auch dies dürfte sich ändern. Kurzfristig hat sich der Baselbieter entschieden, mit seinem Jugendfreund Marco Chiudinelli Doppel zu spielen. Erster Einsatz am Dienstag. Die Organisatoren dürften sich damit darauf freuen, dass auch dieser Tag in die Kategorie „ausverkauft“ fallen wird. Ein neuer Rekord an den Davidoff Swiss Indoors.

Wie lange noch?

Doch die Frage nach der Zukunft darf gestellt werden. Roger Federer spielt vielleicht noch drei bis vier Jahre Tennis, dann ist Schluss. Das Turnier braucht ein neues Zugpferd oder eine andere Ausrichtung. Auch an der Sponsorenfront macht die Politik seit Jahren Druck. Aufgrund des Tabakverbotes in der Werbung soll Davidoff aus dem Engagement gedrängt werden. Doch wer könnte und wollte hier einspringen. Es wird in der heutigen Zeit schwer sein, einen Sponsor dieser Grössenordnung zu finden, zumal ein solches Engagement mehr braucht, als „return on investement“-Denken. Es braucht Sponsoren mit Idealen, Begeisterung  und dem Wille etwas für Basel zu machen. Doch diese sind rar.

Neben der wirtschaftlichen Zukunft, wird aber vor allem die sportliche Zukunft Grundlage für den Erfolg des Turniers sein. Hier gilt es, die Philosophie zu verfolgen, die seit Jahren den Erfolg garantiert. Junge und aufstrebenden Stars vor allen anderen zu entdecken, sie zu verwöhnen und darauf zu zählen, dass sie wiederkommen, wenn sie in den Top 10 sind. Dies wird natürlich Jahr für Jahr schwieriger. Deshalb sollten die Organisatoren dem „Scouting von Talenten“ ein besonderes Augenmerk schenken. Es könnte die Lebensversicherung des Turniers sein, zumal sich ein zweiter Roger Federer so schnell nicht abzeichnet.





Wer bin ich?

1 11 2009

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Ich komme aus dem Äther. Ich spiele gute und abwechslungsreiche Musik. Ich bin noch relativ jung und meine Wortbeiträge klingen nach DRS 1. Ich hab noch viel zu lernen und enormes Steigerungspotential.

Na? Ratet mal.





Lang leben die „Töfflibueben“

28 10 2009

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Eine einfache und kurze Online-Meldung auf dem Baz-Portal hat heute meine Aufmerksamkeit erheischt. „Frisiertes Töffli erreicht 64 km/h„. Eigentlich nichts besonderes, doch es beweist eines. Die „Töfflibueben“ sind noch nicht ausgestorben. Das Puch Maxi war und ist unter den Nostalgikern die Töfflilegende schlechthin. Bis 1995 wurde es gebaut, ehe das Unternehmen Steyr-Daimler-Puch schliessen musste.

Auch der Zweitakter von Sachs war ein beliebtes „Frisierobjekt“. Aber auch diese Firma stellt heute weit moderneres her und ist der allgemeinen „Roller-Mania“ verfallen. (siehe SACHS BIKES).

Nun, im St. Galler Hinterland scheint die Töffliwelt aber noch in Ordnung zu sein, wie der Artikel zeigt: „Mini Schwyz, mi’s Töffli“.





Kommunikation wirkt!

20 10 2009

Favre

(Ein Kommunkationsfehler kostet ihn Millionen: Der bei Hertha BSC entlassene Lucien Favre.)

Nun, man kann es nicht oft genug betonen. Kommunikation und das Wissen, sie richtig einzusetzen, ist heute über die Geschäftswelt hinaus ein Werkzeug der Strategie. Die richtige Kommunikation zum richtigen Zeitpunkt, kann einem aus misslichen Situationen helfen, falsch eingesetzt führt sie einem aber schnell ins Abseits. So wie im Beispiel des Lucien Favre. Eine Pressekonferenz nach seiner Freistellung als Trainer von Hertha BSC bringt ihm nun eine fristlose Entlassung, was seine Aussicht auf einen millionenschweren Vergleich schwinden lässt. Der Mann war schlecht beraten könnte man von Aussen her meinen. Einer seiner Berater ist ein ehemaliger Sportjournalist, welcher heute erfolgreich eine Spielervermittleragentur leitet. Der Mann sollte als Journalist etwas von Kommunikation verstehen, könnte man meinen.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder Journalist per se ein guter Kommunikator ist. Das haben schon unzählige Grossunternehmen festgestellt, welche in der Aussicht auf gute Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse Journalisten von der Redaktion weg als Kommunikatoren eingestellt haben und gescheitert sind. Ich möchte hier jetzt aber nicht, über das heutige Ausbildungsbild von Kommunikationsfachleuten referieren. Es geht um die Beratung. Man könnte also meinen, Lucien Favre ist schlecht beraten worden, was ihn nun mehrere Millionen kostet, vom Imageschaden abgesehen. Doch ich denke, es ist ganz anders und in der Beratung ein weit verbreitetes Phänomen. Lucien Favre dürfte ein Typ sein, der beratungsresistent ist und am Ende, hat er sich die Situation selbst eingebrockt. Wer sich als Trainer nicht dreinreden lässt, hat es schwer, nachher plötzlich auf andere zu hören.

Man kann davon ausgehen, dass der Romand, in seinem Stolz nach der Freistellung verletzt, den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Wahrscheinlich haben ihm seine Berater davon sogar abgeraten (es wäre auf jeden Fall ihre Pflicht gewesen). Hört der „Chef“ aber nicht auf einem, dann hat man als Berater nur noch eine Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nun auch diese Strategie ging im Falle des Lucien Favre nach hinten los. Zwar las Favre bei der Pressekonferenz von einem Manuskript ab, was darauf schliessen liesse, dass die Berater eben versuchten, den Schaden einzugrenzen, aber in der Fragerunde, war er dann doch nicht zu stoppen.

Nun, wie auch immer es im Falle des Lucien Favre war. Eines ist in der Welt der Berater klar. Wenn es klappt, ist der Auftraggeber der Gefeierte, wenn es in die Hosen geht, ist der Berater schuld. Und zwar immer, egal ob der Auftraggeber gegen die Überzeugung des Beraters handelte.

P.S. Wie immer hat der Blick seine eigene unverblümte Meinung zum Theater.