Munteres Bier-Guerilla

30 05 2008

Die Kleinen proben den Aufstand. Wirtschaftlich muss sich die Grosskonkurrenz keine Gedanken machen. Das Geschäft wird durch all die „Inoffiziellen“ nicht beeinträchtigt. Aber punkto Idee, Witz und Umsetzung könnte sich der eine oder andere Marketing-Guru eine Scheibe vom Kleinen abschneiden.

Schaut her! http://www.unser-bier.ch/content/view/164/1

Wieso sollte nicht auch der Grossverteiler mal „guerillische Züge“ annehmen oder gehen den Damen und Herren im Marketing vor lauter Geld die Ideen aus?

Hier mein Slogan für Carlsberg zur Gegenattacke:

„Unsere Stadt, unsere Nationalmannschaft, unsere Begeisterung, MEIN Bier. Carlsberg!„

Nun gut, daran lässt sich noch arbeiten, aber schliesslich kann ich nicht die ganze Arbeit machen. Bin ja schliesslich nicht von denen bezahlt. Angebote nehme ich aber gerne entgegen.





Nachher sind wir alle schlauer

27 05 2008

Prognosen haben Hochkonjunktur. Jetzt, wo sich die Zeit des Wartens dem Ende zuneigt. Keine Berichterstattung über die Europameisterschaften 2008 ohne eine Prognose. Es gibt ernstere und weniger ernst gemeinte. Doch schlussendlich ist allen eines gemeinsam: nachher sind wir alle schlauer und Europameister wird, wer am 29. Juni mindestens ein Tor mehr schiesst als der Gegner.

Auch wenn ich nicht die Erfahrung internationaler Turniere eines Beni Turnheer habe oder die Prognoseüberzeugtheit eines Kubilay Türkilmaz, so wage ich heute doch folgende Prognose: Frankreich wird Europameister und es wimmelt nur so von Überraschungen. Wieso ich das sage? Nun, vielleicht, weil ich das seit 1984 bei jedem internationalen Turnier so prophezeie. Nur, diesmal weiss ich es. Bestimmt! Mindestens so bestimmt, wie Kubi wusste, dass der FCB nicht Meister wird. So läuft es ab.

Die Viertelfinals:

Tschechien gg. Deutschland

Kroatien gg. Schweiz

Holland gg. Schweden

Russland gg. Frankreich

Die Halbfinals:

Deutschland gg. Kroatien

Holland gg. Frankreich

Das Finale:

Deutschland gg. Frankreich

Aber eben. Nachher sind wir alle schlauer, die Prognosen sind für die Geschichte und Portugal wird Europameister…





Na also!

23 05 2008

Es geht doch. Köbi muss nur auf den Putz hauen.

Patrick Müller kommt ins Trainingslager.

Patrick Müller muss zu diesem Schritt gratuliert werden. Dieses rebellische Manöver ist es, was noch gefehlt hat, um endlich den Funken der Begeisterung auszulösen. Dieser Mann setzt Prioritäten! Dieser Mann beweist, dass sein Herz auf dem rechten Fleck sitzt. Geradewegs unter der Schweizer Kreuz auf dem Trikot.

Seid gewarnt ihr EM-Gegner. Wir sind bereit!





Sei mutig Köbi!

23 05 2008

Wer sind wir eigentlich, als dass wir uns von einem französischen Klubtrainer auf der Nase herumtrampeln lassen? Das Theater um Patrick Müller muss endlich beendet werden. Köbi Kuhn soll nicht nur drohen, sondern handeln! Er muss heute ein klares Ultimatum stellen. Die Gelegenheit einer EM im eigenen Land kommt nur einmal, da können wir keine Unruhen benötigen. Es mutet eh komisch an, dass Patrick Müller falsche Loyalität zu seinem Klub Olympique Lyon zeigt, obwohl dieser im nächsten Jahr gar nicht mehr mit ihm plan. Ein Ultimatum seitens Kuhns, könnte Müller endlich aus seiner „Wohlfühlumgebung“ heraus treiben. Wenn Patrick Müller in seinem fortgeschrittenen Fussballalter überhaupt noch mal angreifen will, dann muss er seine Zukunft jetzt selbst in die Hände nehmen. Deshalb: sei mutig Köbi und streich Patrick Müller von der Liste, wenn der bis Samstag 12 Uhr nicht in Lugano ist!





Hab ich was verpasst?

16 05 2008

Autofahne Schweiz

Jetzt fängt es also an. Die EM-Euphorie bricht durch. Seit heute mehren sich Autos mit Schweizer Fahnen. Gibt’s die im Supermarkt um die Ecke gratis oder lagen die als Beilage in der grössten Boulevardzeitung der Schweiz? Das beliebte Accessoire bekannt von der Fussball-WM in Deutschland erobert nun auch unsere Strassen. Und ich bin nicht drauf vorbereitet. Aber wie soll ich mich verhalten? Kann man sich gegen den Trend überhaupt wehren, ohne gleich als Banause oder Miesepeter verschrien zu werden? Genau das wäre den Österreichischen Paragraphenreitern fast passiert. Nachdem eine Horde Juristen sich mit der Anwendung von „Kraftfahrgesetz Paragraf 54“ und der „Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung Paragraf 26a“ beschäftigt haben, gab der Innenminister grünes Licht: Euphorie per Dekret! Fahne, Auto, Marsch! (Österreich und die Posse um die Autofähnchen).

Soweit sind wir in der Schweiz noch nicht. Wir lassen uns nichts vorschreiben, das haben wir 1291 nicht und wieso soll das heute bei den Autofähnchen anders sein! Genau! Trotzdem. Irgendwie bin ich noch nicht bereit. Nicht, dass ich mich nicht als Patriot outen würde. Es geht um die Umwelt. Meine eh schon schlechte CO-2 Bilanz wäre mit der Fahne völlig im Keller. Der Luftwiderstand wäre zu hoch, das ohnehin schon teure Benzin, würde meine Monatskasse noch mehr belasten… Wenn ich mir das so überlege, dann muss vielleicht auch bei uns die Regierung noch einschreiten. Wenn plötzlich alle mit diesen Fahnen rumfahren, dann erreicht Moritz Leuenberger das CO-2 Ziel für die Schweiz nie und nimmer. Aber lassen wir das, das ist Politik und Sport ist ja bekanntlich unpolitisch und steht über dem Gesetz. Österreich beweist es.





Ein Stocker macht noch keinen Frühling

12 05 2008

Valetin Stocker

Valentin Stocker, 19 Jahre alt, Mittelfeldspieler, FC Basel: merken Sie sich diesen Namen. Der unbeschwert aufspielende Stocker, machte beim 4:0 gegen den FC Zürich am 2. Mai und nur acht Tage später bei der Finalissima gegen die Berner Young Boys die Spiele seines bisherigen Lebens.
Ein Jahrhunderttalent? Vielleicht. Ein Fall fürs Ausland? Wahrscheinlich. Ein Versprechen für die nahe Zukunft des FC Basel? Auf jeden Fall!!
Bereits einen Tag nach dem Spiel schrieben die ersten Zeitungen den jungen Stocker in die Nati. So einen müsse Köbi Kuhn mit an die EM nehmen. Muss er das wirklich? Vergessen wir nicht, dass Stocker erst 19 Jahre alt ist. Er hat diesen Frühling den Durchbruch geschafft und einige Spiel von Beginn an gespielt und er war einer der entscheidenden Spieler im Endspurt um die Meisterschaft. Aber reicht das für die Nati? Reicht das für internationale Spiele? Gut, Kuhn könnte ihn mitnehmen und EM Luft schnuppern lassen, auf der Bank und im Training. So wie es Ronaldo 1994 als 17jähriger an der WM in den USA erfahren hat.
Ich sage: nein. Lasst Valentin Stocker zuhause. Lasst ihn den Sommer, seinen kometenhaften Aufstieg im Frühling und das Double mit dem FC Basel geniessen! Der Junge ist erst 19 Jahre alt. Niemand weiss besser als Christian Gross, dass man junge Spieler behutsam aufbauen muss und von ihnen nicht Samstag für Samstag konstante Leistungen erwarten kann. Bereits am 19. Juli beginnt in der Schweiz wieder die Fussballmeisterschaft. Dann startet der junge Stocker hoffentlich als Stammspieler in die neue Saison und versucht sich im vertrauten Umfeld an der Champions League.
Wenn der Herbst dann mal durch ist, Stocker noch immer auf hohem Niveau spielt und sich von den Angeboten der ausländischen Klubs noch nicht versauen lassen hat, dann, erst dann hat er bewiesen, dass er mehr als ein Stocker für einen Frühling ist. Dann ist Valentin Stocker einer für Ottmar Hitzfeld, dann ist er bereit für die WM 2010. 21 Jahre alt wäre er dann, mit weiteren Titeln mit dem FC Basel bestückt und immer noch in einem guten Alter, um den Sprung ins Ausland zu wagen.





Die Euphorie vom Geld verdienen und der vergessene Nationalstolz

3 05 2008

EM-Eurphorie  - Köbinho

Stellen Sie sich vor es ist EM und keiner geht hin. Nun, ganz so schlimm ist es knapp 5 Wochen vor dem Start zur Fussballeuropameisterschaft nicht. Trotzdem beklagt man sich Land auf Land ab ob der mangelnden Euphorie. An was mag es liegen, wieso schwelgt das Land noch nicht im Pränatalen Freudentaumel? Jetzt so kurz vor der Geburt dieses für die Alpenländer Schweiz und Österreich einmaligen Events? Einverstanden, die Österreicher mit ihrem Josef aus Amstetten haben andere Probleme, aber auch bei uns in der Schweiz löst die Tatsache einer EM noch keinen Freudentaumel aus. Die Frage bleibt also bisher Antworten schuldig. Begeben wir uns auf Ursachenforschung.

Nun, wenn wir ehrlich sind, sie war schon mal da, die Euphorie. Vor einem Jahr glaubte jeder und jede, jetzt komme die Stunde des grossen Geldes: die EM als Gelddruckmaschine und Eldorado aller Guerilla-Marketingspezialisten. Doch die organisierte Fussballmacht UEFA machte all den kleinen Geschäftsleuten schnell mal klar, wer hier die Lizenz zum Geld verdienen besitzt. Aus war es mit der Hoffnung auf das schnelle Geld. Futsch war sie, die Euphorie vom Geld verdienen. Ein paar Unentwegte glauben aber immer noch daran, mit grossflächigen Bildschirmen, loungigen Sesseln sowie Essen aus dem „Fine Food“-Regal, das grossen Geld zu machen. Da werden VIP-Tickets angeboten und das oft kilometerweit vom eigentlichen Stadiongeschehen entfernt. Doch selbst etablierte Fussballkenner wie der FC Basel und Klaus Littmann müssen erkennen: eine EM macht noch keinen Frühling. Die Euphorie um den nationalen Fussball ist kein Selbstläufer. Aber wieso eigentlich? Ganz einfach, euphorisch kann nur sein, wer einmal an einem Fussballspiel war und genau darin besteht eines der Grundprobleme. Wer hat schon Tickets? Ich nicht. Sie etwa? Wenn also die Mehrheit jetzt schon weiss, dass sie die EM vor der Glotze verbringt, dann eilt es nicht mit der Euphorie: die kommt dann schon, auf Knopfdruck per Satellit oder Kabel aus der Steckdose.

Ein weiteres Problem liegt in des Schweizers verklemmten Haltung, Nationalstolz zu zeigen. Da singen die Fans des FC Basel am Cupfinal das „Basler Lied“ anstelle der Nationalhymne und Marco Streller wird bei einem Länderspiel ausgepfiffen, weil er Basler ist. Obwohl die Schweizer Nati sich an der WM in Deutschland in die Herzen vieler gespielt hat, ist der Klubfussball allgegenwärtig. Kein Wunder, denkt eine Woche vor dem Herzschlagfinale zwischen dem FCB und den Berner Young Boys niemand an die EM. Ausser natürlich die Anwohner der Fan-Zonen, welche sich jetzt schon Sorgen machen, ob der Orleander im Vorgarten die Urinattacke tschechischer und polnischer Fussballfans überlebt.

Aber keine Angst, glauben sie mir, unser Land wird aus der Lethargie erwachen. Was es dazu braucht? Ganz einfach. 30 Tage Sonnenschein, ein Unentschieden im Startspiel gegen Tschechien und eine Niederlage der deutschen Mannschaft im Finale. Freuen wir uns also auf tollen Fussball, Bier aus der lokalen Brauerei und die Cervelat vom eigenen Grill. Die Euphorie kommt ganz von alleine, auch wenn der eine oder andere am Schluss nicht das grosse Geld mit der Ware EM macht. Ausser der UEFA natürlich, aber was verstehen die schon von Euphorie. Die sind bereits in vier Jahren wieder in einem anderen Land.