Der Köbi hat seine Schuldigkeit getan, der Köbi kann gehen

15 06 2008

(Künftig sagen andere, wo‘s langgeht.)

Nett war er ja, der Köbi. Erfolg hatte er bisweilen auch. Vergessen wir nicht die phantastische Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland. Spannung bis zum Schluss und eine Barrage gegen die Türkei, an die viele auch heute noch denken. Getragen von 30’000 begeisterten Fans im Stade de Suisse gelingt das 2:0 gegen die Türkei und dank Streller‘s Tor in Istanbul rettet ein 2:4 die Schweiz an die WM nach Deutschland. Was bleibt, ist, trotz der erfolgreichen Ära Kuhn, die Gegenwart. Die sieht düster aus. Daran wird auch das „Freundschaftsspiel“ heute Abend gegen Portugal nichts ändern.

Nach dem Penalty-Aus gegen die Ukraine in Deutschland und dem (Fehl)-entscheid, Frei damals vom Feld zu nehmen sowie zwei Jahren ohne Ernstkampf, steht man nach der Euro 2008 mit leeren Händen da. „Tiefer die Köpfe nie hängen“, schallt es durchs Land. Für die kleine Schweiz hängt der Erfolg zu hoch. Da kommen wir auch nicht heran, wenn wir uns strecken. Trotzdem: der Köbi war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Nicht für den Erfolg des Schweizer Fussballs, aber für den persönlichen Erfolg einiger Herren im SFV, die nur an das Schweinwerferlicht der Euro im eigenen Land dachten und keinen wollten, der auch nur die Kleinigkeit an Polemik für den Fussball und den Staff der Nati aufflackern lassen würde. Wie gesagt, der Köbi war nett. Er hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen.

Nun kommt Ottmar Hitzfeld. Ein Trainer mit Renommee. Der Lörracher hat im Gegensatz zu jedem einzelnen im Schweizer Team alles gewonnen, was man gewinnen kann – zumindest im Klubfussball. Kann er das Wettkampfglück auf die Schweizer Seite holen und das letzte aus den Spielern heraus kitzeln? Er muss! Mit dem Talent und der Jugendlichkeit des Kaders muss eine Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika möglich sein. Alles andere wäre eine Enttäuschung.

Was wir von Hitzfeld erwarten? Dass er die Entscheidungen am Rande und im Umfeld der Nationalmannschaft trifft, die Köbi Kuhn nie zu treffen bereit oder in der Lage war. Denn am Spielermaterial selbst, kann auch er wenig ändern. Goalgetter und Spielmacher wachsen in der Schweiz nicht auf den Bäumen. Seinen Einfluss kann er mit der Taktik und mit Nominationen auf und neben dem Feld geltend machen. Da dürfte einiges zu erwarten sein. Ausserdem stehen mit Senderos, Benaglio, Behrami, Fernandes, Derdiyok, Vonlanthen und Barnetta heute schon Spieler in der Startelf, die auch in acht Jahren noch locker mitspielen können. Das wären dann noch zwei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften. Genügend internationale Turniere, um vielleicht doch einmal über den Status eines unglücklichen und gut spielenden Verlierers hinaus zu kommen. Denn schlussendlich ist und bleibt der Verlierer vergessen, auch wenn er noch so aufopfernd gekämpft hat.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen Ottmar Hitzfeld – mögen Sie die Schweiz aus der Vergessenheit holen!

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