Auf den Spuren von Helmut Benthaus

7 12 2009

Ob Christian Gross sich wohl bei der anderen grossen FCB-Trainerlegende informiert hat, bevor er in Stuttgart unterschrieb? Fakt ist, nach dem Erfolgstrainer Helmut Benthaus wechselt mit Christian Gross eine weitere FCB-Trainerikone nach Stuttgart. 18 Jahr nach Benthaus stehen die Vorzeichen für Gross aber auf Sturm. Die Mannschaft steckt im Abstiegskampf, kann sich aber noch für die Achtelfinals der Champions-League qualifizieren. In der Meisterschaft heissen die Gegner vor den Weihnachtsferien Mainz (auswärts) und Hoffenheim (zuhause). Vier Punkte sind sicherlich das Ziel von Christian Gross. Es wird schwer, aber Herausforderungen liebt der ex-FCB Trainer ja. Wenn er Stuttgart diese Saison vor dem Abstieg rettet und dann in der nächsten Saison wieder auf einen Europacupplatz führt, ist ihm der Platz in der Ahnengalerie neben Helmut Benthaus sicher. Er muss ja nicht gerade das Kunststück von Benthaus vollbringen, der bereits in der zweiten Saison bei Stuttgart den Meistertitel mit den Schwaben holte.





Kommunikation wirkt!

20 10 2009

Favre

(Ein Kommunkationsfehler kostet ihn Millionen: Der bei Hertha BSC entlassene Lucien Favre.)

Nun, man kann es nicht oft genug betonen. Kommunikation und das Wissen, sie richtig einzusetzen, ist heute über die Geschäftswelt hinaus ein Werkzeug der Strategie. Die richtige Kommunikation zum richtigen Zeitpunkt, kann einem aus misslichen Situationen helfen, falsch eingesetzt führt sie einem aber schnell ins Abseits. So wie im Beispiel des Lucien Favre. Eine Pressekonferenz nach seiner Freistellung als Trainer von Hertha BSC bringt ihm nun eine fristlose Entlassung, was seine Aussicht auf einen millionenschweren Vergleich schwinden lässt. Der Mann war schlecht beraten könnte man von Aussen her meinen. Einer seiner Berater ist ein ehemaliger Sportjournalist, welcher heute erfolgreich eine Spielervermittleragentur leitet. Der Mann sollte als Journalist etwas von Kommunikation verstehen, könnte man meinen.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder Journalist per se ein guter Kommunikator ist. Das haben schon unzählige Grossunternehmen festgestellt, welche in der Aussicht auf gute Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse Journalisten von der Redaktion weg als Kommunikatoren eingestellt haben und gescheitert sind. Ich möchte hier jetzt aber nicht, über das heutige Ausbildungsbild von Kommunikationsfachleuten referieren. Es geht um die Beratung. Man könnte also meinen, Lucien Favre ist schlecht beraten worden, was ihn nun mehrere Millionen kostet, vom Imageschaden abgesehen. Doch ich denke, es ist ganz anders und in der Beratung ein weit verbreitetes Phänomen. Lucien Favre dürfte ein Typ sein, der beratungsresistent ist und am Ende, hat er sich die Situation selbst eingebrockt. Wer sich als Trainer nicht dreinreden lässt, hat es schwer, nachher plötzlich auf andere zu hören.

Man kann davon ausgehen, dass der Romand, in seinem Stolz nach der Freistellung verletzt, den Weg an die Öffentlichkeit suchte. Wahrscheinlich haben ihm seine Berater davon sogar abgeraten (es wäre auf jeden Fall ihre Pflicht gewesen). Hört der „Chef“ aber nicht auf einem, dann hat man als Berater nur noch eine Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nun auch diese Strategie ging im Falle des Lucien Favre nach hinten los. Zwar las Favre bei der Pressekonferenz von einem Manuskript ab, was darauf schliessen liesse, dass die Berater eben versuchten, den Schaden einzugrenzen, aber in der Fragerunde, war er dann doch nicht zu stoppen.

Nun, wie auch immer es im Falle des Lucien Favre war. Eines ist in der Welt der Berater klar. Wenn es klappt, ist der Auftraggeber der Gefeierte, wenn es in die Hosen geht, ist der Berater schuld. Und zwar immer, egal ob der Auftraggeber gegen die Überzeugung des Beraters handelte.

P.S. Wie immer hat der Blick seine eigene unverblümte Meinung zum Theater.





Wann kommt Alex Frei?

6 03 2009

Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen des FCB mal Alex Frei anrufen. Der Stürmer versauert in Dortmund (siehe BILD-Zeitung). Wenn der FCB wieder zu einem torgefährlichen Zweimannsturm zurückkehren will, dann wäre die Kombination Streller/Frei sicherlich nicht das Schlechteste.

Der grosse Streller und der quirrlige und mit Goalinstinkt versehene Frei würden endlich wieder für Gefahr sorgen.

Ich bin sicher, dass Frei nach Rennes und Dortmund die Welt gesehen hat und sich nicht mehr bei einem anderen internationalen Klub abmühen will. Die Zeit für den FCB wäre reif und auch Ottmar Hitzfeld hätte sicher seine Freude!





Geld macht nicht unglücklich

20 05 2008

Geld gewinnt keine Fussballspiele, aber es bringt einem in die 1. Bundesliga“. Der das sagt ist Chinedu Obasi, Stürmer bei der Bundesliga-Aufsteigerin 1899 Hoffenheim und mit seinen Toren massgeblich am Wunder des Dorfvereins beteiligt. Welch philosophisch anmutende Antwort eines Fussballers. Was er eigentlich sagen will ist: Geld macht zumindest nicht unglücklich. Aber der Reihe nach. Von was sprechen wir hier eigentlich.

Geld ist ein Zwischentauschmittel, welches sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern aufgrund allgemeiner Anerkennung zum weiteren Tausch eingesetzt werden kann. Deshalb auch die Binsenweisheit: „Geld kann man nicht essen“ oder in den Worten des Fussballers Obasi „Geld gewinnt keine Spiele“. Damit wären die theoretischen Grundlagen abgehandelt. Jetzt wissen aber schon die Kleinsten, man lernt fürs Leben nicht für die Schule. Wo also liegt aufgrund dieser Erkenntnis jetzt die innere Weisheit fürs Leben?

Ganz einfach. Geld verdirbt einem nicht das Leben, aber den Charakter. Grundsätzlich hat doch jeder immer zu wenig davon. Oft braucht man zum Leben weniger, als man denkt. Ich rede hier nicht vom Existenzminimum, sondern davon, dass es eine imaginäre Grenze gibt, wo die Annehmlichkeiten eines sorglosen Lebens der Entwicklung eines schlechten Charakters die Hand geben. Das Problem ist nur, dass man die Grenze nicht kennt und hat man sie erstmal überschritten, ist es schwer wieder zurückzugehen. Wenn man darüber lästert, dass Geld den Sport oder im Speziellen den Fussball verdirbt, dann sollte man dies differenziert betrachten. Wer die Grenze kennt und sie nicht überschreitet, der gewinnt nicht nur Spiele, sondern hat nachhaltigen Erfolg. Beispiele gibt es genug: die Oeri‘s, Hopp‘s und Abramowitsch‘s dieser Welt versuchen, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen, dafür zu sorgen, dass der „Charakter“ erhalten bleibt.

Der FCB verdankt seinen Erfolg der guten Infrastruktur und der professionellen Organisation (vom Trainerstab bis zur Nachwuchsarbeit), welche dank den Millionen aufgebaut wurden. Diese sind Grundlage für den Erfolg. Dietmar Hopp versucht dasselbe in Hoffenheim aufzubauen und ist meines Erachtens zu früh aufgestiegen. Roman Abramowitsch hatte das Glück auf José Mourhino zu treffen, der aus den Millionen eine Mannschaft formte, die zwar bis heute (das wird sich morgen ändern) nie die Champions-League gewann, aber zweimal Meister und Liga-Cup Sieger wurde.

Es gibt aber auch die andern: Christian Constantin. Auch er hat Geld, auch er investiert, aber hier wurde die ob genannte Grenze schon lang überschritten.

Es kann sehr schnell gehen. Wie sagte doch Obasi: Geld bringt dich in die 1. Bundesliga. Es hält einem oft auch dort und seien es auch nur die Spieler die bleiben, nachdem der Klub wieder auf dem Weg nach unten ist.