Typisch Schweiz!

8 06 2010

 Foto: Blick (Toto Marti)

Das gibt es wohl in keinem anderen Fussballland. In wenigen Tagen beginnt die Fussball-WM in Südafrika und Fans und Medien schiessen gegen die Nationalspieler.

Da ist die Akte „Tranquillo Barnetta“. Ohne Zweifel ein begabter Fussballer, der in einem Formtief steckt. Nun aber Titel die Zeitung mit den grossen Buchstaben „Barnetta raus“. Nun sie macht es nicht selbst, sondern verweist auf die Meinung der Fans. Ausserdem gibt es auch die Akte „Alex Frei“. Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft wurde am letzten Samstag beim Spiel gegen Italien in Genf ausgepfiffen. Notabene an jenem Ort, wo die Erfolgsgeschichte Alex Frei erst begann, Nämlich als Stürmer bei Servette Genf. Die Pfiffe gegen Frei sind sicherlich damit zu sehen, dass Schweizer Fussballfans nicht zwischen ihrer Klubbrille (alle gegen den FCB) und jener für die Nationalmannschaft unterscheiden können. Ein kleines Land wie die Schweiz muss bedingungslos hinter seiner Nationalmannschaft stehen. Die Spieler brauchen den Rückhalt der Fans um in Südafrika unmögliches zu schaffen. Aber eben, wir Schweizer sind schon ein spezielles Fussballvolk.

Erinnern wir uns an Argentinien. Dort spielt ein Lionel Messi, der bisher in den Farben der Argentinier keine Stricke zerrissen hat. Denken wir an Portugal, wo der Fussballgockel Cristiano Ronaldo seine Hacken zelebriert und denken wir an Deutschland, wo ein nach der Form suchender Miroslav Klose Erfolgserlebnissen hinterher rennt. Bei all diesen Mannschaften sind die entsprechenden Spieler auf die eine oder andere Weise in der Kritik. Aber wenn es um die vier Wochen in Südafrika geht, packen sowohl die nationalen Medien als auch die Fans diese Spieler mit Samthandschuhen an. Denn sie wissen, dass ein übergeordnetes Interesse im Vordergrund steht: Der Erfolg der eigenen Nationalmannschaft!

Die Schweiz ist erst dann auf Augenhöhe mit diesen Nationen, wenn auch das Umfeld jene Professionalität an den Tag legt, welche nötig ist, um alles dem gemeinschaftlichen Erfolg unterzuordnen.

P.S. Damit meine ich aber ausdrücklich nicht, dass man kritische Sportkommentatoren von der WM ausschliessen sollte, wie wir heute im Blick lesen.

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One response

5 04 2011
Der Blick muss sich andere Feindbilder suchen | Hesch ghört

[…] Typisch Schweiz, Die Causa Frei, Chapeau Marco Streller, Und wer hat jetzt die Narrenkappe an […]

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