Ceterum censeo!

31 08 2009

Es war vorauszusehen, doch wollte es niemand hören.

Thorsten Fink soll’s richten

Platz 2 und möglichst weit im Cupwettbewerb zukommen, ist alles was noch bleibt. Hoffen wir nur, dass dies nicht der Anfang der 7 mageren Jahre ist (es wären sieben teure Jahre).

Advertisements




Die Antwort lautet: heute!

19 07 2009

1

Bereits am 6. März hab ich mich an dieser Stelle gefragt: Wann kommt Alex Frei? Nun, die Antwort gibt er heute um 13 Uhr gleich selbst. Dann wird der Nati-Stürmer seine Rückkehr an Rheinknie kommentieren und der FCB wieder zum Titelfavoriten küren.

Toll das Alex Frei sich an die Herausforderungen „FCB“ wagt. Innert kürzerster Zeit ist es dem FCB-Vorstand gelungen, mit dem unerfahreren aber Dynamik versprühenden Thorsten Fink sowie dem Hammer-Transfer Alex Frei wieder „Feuer“ ins Dach des Joggeli zu bringen. Damit lässt man für den Moment einen Namen vergessen machen: Christian Gross.

Wirklich vergessen ist er aber erst, wenn auch auf dem Rasen endlich wieder das Feuer ausbricht. Trotzdem: Danke Alex Frei für diesen mutigen Entscheid. Danke dem FCB-Vorstand für diesen mutigen Entscheid. Risiken sind vorhanden, aber heute wollen wir uns nicht um die Nebenwirkungen kümmern.





Misserfolge Schönschreiben

14 07 2009

thorsten_fink_1_2709805_1244563601

(Thorsten Fink: Nicht der erste FCB-Trainer, der eine Startniederlage erklären muss: Bild: nzz.ch)

Thorsten Fink ist nicht zu beneiden. Nach dem Aus von Christian Gross setzt eine Fussballregion all ihre Hoffnung in den neuen Messias. Doch schon das erste Spiel zeigte, dass Euphorie und frischer Wind nicht den Erfolg alleine bringen. Noch will keiner die Lanze über der Trainerneuverpflichtung brechen. Dazu ist es sicherlich auch zu früh, doch die Behutsamkeit, mit der die Startniederlage bewertet wird, ist doch erstaunend.

Die Basler Zeitung rechtfertigt die Startniederlage mit den Erkenntnissen aus der kürzeren FCB-Vergangenheit. Seit Karl Engel hat kein neuer FCB Trainer mehr ein Startspiel gewonnen und auch Christian Gross erreichte bei seinem Debüt vor 10 Jahren nur ein 1:1 auswärts gegen Lugano. Kritische Betrachtungen werden mit den fehlenden Mechanismen erklärt. Wirkliche Kritik ist noch keine zu hören, dabei könnte man sich durchaus fragen, wieso Fink am Sonntag Stocker vom Feld nahm, und zudem mit Mustafi einen dritten Stürmer für einen Mittelfeldmann sowie mit Perovic einen Mittelfeldspieler für einen Verteidiger brachte. Sicherlich, alles nach Vorne hiess die Devise, aber Systematik schien das, zumindest von Aussen betrachtet, nicht zu haben. Hier merkte man, dass die Ruhe nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz fehlte.

Es ist definitiv zu früh, ein abschliessendes Urteil über den FCB Ausgabe 2009/2010 zu fällen. Sicher aber ist seit Sonntag, dass die Durststrecke länger anhalten wird, als manchem lieb ist. Die Mittellandzeitung tippt den FCB auf Rang 3 und lag damit zu Beginn der Meisterschaft sicherlich nicht schlecht. Ob dies aber im Frühling 2010 dem erfolgsverwöhnten Anhang und der Vorstandsspitze des FCB auch reicht, hängt in erster Linie von der Art und Weise ab, wie Fussball in den kommenden Wochen gespielt wird. Schnell, wirblig und offensiv, das sind die Vorgaben. In St. Gallen war davon noch wenig zu sehen.





Thorsten Fink soll’s richten

9 06 2009

imago

(Ein Trainer Neuling aus der 2. Bundesliga beim FCB. Thorsten Fink. Foto: imago)

Die Ära der deutschen beim FCB bricht wieder an. Nach dem Experiment in den 90er Jahren mit Jörg Berger und alt gedienten deutschen Fussballprofis wie Maurizio Gaudino, Franco Foda, Markus Schupp, Axel Kruse und Jürgen Hartmann, soll es wieder eine Mann aus dem Land des mitteleuropäischen Fussballs richten: Thorsten Fink. Nichts gegen deutsche Trainer, aber eine Schweizer Lösung wäre für den Branchenprimus FC Basel zu favorisieren gewesen. Denn junge Spieler zu fördern, heisst auch, den Schweizer Fussball zu kennen und sich der Verantwortung als Grossklub auch gegenüber der Nationalmannschaft bewusst zu sein. Was Fink mit der Schweiz und den FCB verbindet, ist dass er seine beste Zeit ebenfalls bei einem FCB hatte. Der aber hiess Bayern und hat mit Basel sonst wenig zu tun.

Als Trainer ist Fink in mancher Hinsicht ein Experiment auf dünnem Eis. Er muss mit dem Stempel des „Fussballdeutschen“ leben, zudem hat er kaum Trainererfolge vorzuweisen. Nichts gegen die 2. Bundesliga und den FC Ingoldstadt, den er dorthin gebracht hat (und der auch nach seiner Entlassung wieder in die 3. Liga abgestiegen ist), aber Ingoldstadt und Basel sind andere Welten. Als Spieler hat er oben mitgespielt, als Trainer bisher nicht. Und gerade weil er ein Internationaler war, wird er als Trainer auch an seiner fussballerischen Vergangenheit gemessen.

Eine Bürde die zu gross ist? Man wird es sehen. Vielleicht hat der Vorstand ja auch noch andere Hintergedanken. Vielleicht hofft man ja durch die Beziehungen von Fink zum grossen FCB, mal den einen oder anderen Spieler ausleihen zu können. Wir werden es sehen. Auf jeden Fall könnte das Erbe für den Neuling schwerer nicht sein. Nicht nur wird er Nachfolger vom erfolgreichsten Schweizer Klubtrainer der Neuzeit, er hat dem selbst auch keine eigenen Erfolge in die Wagschale zu werfen. Sein Respekt gegenüber den Spielern muss er sich also anderswie erarbeiten.

Stellvertretend für viele Kommentare, welche in den nächsten Tagen zu Fink abgegeben werden, möchte ich jenen von Sportjournalist Benjamin Schmid nicht vorenthalten (mit seiner freundlichen Genehmigung). 

„Irgendwenn het är jo müesse koh: Dr neui Trainer vom FC Basel. Aber es isch nit irgend e Trainer, es isch dä Trainer, wo nach em Christian Gross kunnt – und drmit nach däm Maa, wo us eme durchschnittlige Nati A-Klub e Schwiizer Spitzeklub mit europäische Ambitione gmacht het. Es isch für jede Maa schwer, Nochfolger vom Christian Gross z’si – zue gross und zue kompakt sin sini Spure, wo är z’Basel hinterloht. Jetzt söll dr Thorsten Fink die FuessSpure also usfülle. – Vornewäg: D’FCB-Füehrig dürfti us de 40 seriöse und de tuusig unseriöse Trainer, wo ihne abotte worde sin oder wo si prüeft hän, mit Sicherheit dä usgwählt ha, wo us ihrer Sicht dr Beschti Maa isch für dr FC Basel. Und wohrschinlig dürfti’s bi jedem vo dene 40 seriöse und tuusig unseriöse Trainer mindeschtens 95 Prozänt vo de Fans gäh ha, wo no die besseri Lösig parat kah hätte und sich ganz sicher nit für dä Maa entschiede hätte, wo sich dr FCB ebbe entschiede het. Und trotzdäm: Ich ha mini Zwiefel, ob dr Thorsten Fink wirklich dä Maa isch, wo dr FC Basel in dr jetzige Situation bruucht. E Maa, wo vor allem als Spieler vo Bayern Münche bekannt worde isch, sunscht aber als Trainer no keini grosse Strick verrisse het. E Maa, wo als Dütsche sicher nit s’Ziel het, in dr Super League z’schaffe, sondern dä Poschte sowieso numme als DurchlaufErhitzer gseht, zum mögligscht schnäll in d’Bundesliga z’koh – e Maa, wo e SälbschtBewusstSii nach Basel mitbringt, wo ebbe genau ins Klische iinepasst vom Dütsche, wo meint, är müess de Schwiizer erkläre, was Fuessball isch, bzw. dass dr Ball ebbe rund isch und keini Löcher het… als Bispiel eins vo sine Zitat us sinere Ziit bi Ingolstadt:  villicht schwinge do au z’viil Erinnerige mit an s’Abverheyt Experimänt mit em Jörg Bärger vor über 10 Joor, wo aber elai scho vo sim Palmares und Alter e ganz e anders Kaliber gsi isch – villicht sött ich mi au eifach an e andere dütsche Trainer in dr Gschicht vom FCB erinnere, an Helmut Benthaus: Und trotzdäm bliib ich drby, au wenn ich drmit als unmöglige Nörgler und Skeptiker abgstämplet wird: Dr Thorsten Fink isch dr falschi Maa für dr FC Basel. – S’schöne dra isch: Erschtens bi-n-ich mit dere Meinig ganz sicher nit elai – und zweitens isch es jo denn dopplet schön, wenn dr HöheFlug vom FC Basel au unter em neue Trainer ebbe trotzdäm wittergoht.“ (Benjamin Schmid, Sportjournalist)