Ahoi, Captain Costanzo!

17 07 2008

(Foto: FC Basel)

Christian Gross hat entschieden. Franco Costanzo übernimmt beim FCB die Captainbinde in der Nach-Ergic Ära. Anwärter gab es einige. Auch der bisherige Vize Reto Zanni oder Benjamin Huggel hätten die Binde übernehmen können. Der Trainer wollte es anders. Wie Ottmar Hitzfeld bei Bayern, hat auch beim FCB der Trainer das Sagen, wer die Mannschaft auf dem Platz führt.
Costanzo ist sicher die richtige Wahl. Auch wenn man sich wieder mal einen „Basler“ als Captain gewünscht hätte. Doch die Captainbinde wäre einer Stammplatzgarantie gleichgekommen und anscheinend möchte Gross das Duell Gelabert / Huggel im defensiven Mittelfeld offen lassen. Costanzo hingegen ist nicht nur im Goal, sondern auch sonst eine unbestrittene Grösse. Auch wenn der Argentinier des Deutschen nicht mächtig ist, seine Abwehr hat er schon im letzten Frühling oft wortstark dirigiert. Und wer einem Daniel Majstorovic sagen kann, wo es lang geht, der nimmt es auch mit der ganzen Mannschaft auf.

In diesem Sinne hat der Dampfer FC Basel den richtigen Kapitän, um in die rauhe See der Super League Saison zu starten. Beni Huggel bleibt ja immer noch das Amt des Steuermannes, auch das eine wichtige Position. Nicht nur auf hoher See.





Jetzt geht’s los: das Duell der Titelträger

17 07 2008

(Gjasula im Gespräch mit Basel 1-Mann Benjamin Schmid. Foto: Sacha Grossenbacher)

Morgen startet die neue Fussballsaison. OBI-Cupsieger gegen Uhrencupgewinner lautet die Affiche im Berner Stade de Suisse. Dank der hervorragenden Planung des Schweizerischen Fussballverbandes kurz Fussball-Mafia SFV (weiss gar nicht, ob sich dieser Terminus schon eingebürgert hat, item), treffen nur 10 Wochen nach dem letzten Spiel YB und der FCB erneut aufeinander. Damit der Zuschauer nach EM und kurz vor den olympischen Spielen nicht müde wird, soll die Affiche so richtig heiss auf Fussball machen. Wenn dann Liga-Präsident Stadelmann in der BaZ für die Schlagzeile „Die Kontrollen werden verschärft“ und „Ich wünsche mir eine Saison ohne Pyros“ sorgt, dann ist die Fussballeuphorie so richtig entflammt.

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich bin noch in den Nachwehen der EM und hab noch so gar keinen Lust auf Fussball. Es riecht noch nicht nach Fussball, wie der Nostalgiker so sagt. Zumal morgen eh auf Plastik gespielt wird. Wie aber holen wir uns jetzt die Euphorie ist die grosse Frage? Nun, die bleibt offen. Es sind die Spieler, welche Sie auf dem Plastik entfachen müssen.

Da setze ich die Hoffnung beim FC Basel in einem Namen: Jürgen Gjasula. Nach dem Abgang von Mathias Delgado scheint endlich wieder ein begnadeter Techniker im Team von Christian Gross zu spielen. Hoffentlich zeigt er sich im morgigen Auftaktsspiel bereits in Frühform. Sollte er eigentlich, denn nach seiner Suspendierung bei St. Gallen ist er der einzige Spieler, welcher heiss auf Fussball sein sollte. Gespielt hat er ihn nämlich schon lange nicht mehr. Auf jeden Fall nicht in einem Ernstkampf.





Der FCB in der Champions League

9 07 2008

Endlich! Der FCB hat seit heute eine neue Website. Allerdings ist es nicht die Seite als solche, welche begeistert. Sondern der Bereich FCB-TV. Was bei deutschen Klubs seit Jahren Standard ist, kehrt nun endlich auch beim FCB ein. Spielhighlights, Pressekonferenz, etc. können in aller Ruhe nochmals zuhause angeschaut werden. Wenn jetzt in Zukunft auch Spielerpräsentationen und Medienkonferenzen vor dem Spiel noch auf die Seite kommen, dann bin ich restlos begeistert.

Gratulation ans Web-Team des FCB. Was lange währt, wird endlich gut. Jetzt müssen nur noch entsprechenden Leistungen auf dem Rasen folgen, denn niemand will sich Niederlagen und Enttäuschungen anschauen.





„Engel Abraham“ soll es richten

8 07 2008

(Von Abraham wird in Basel viel erwartet. Foto: gimnasticdetarragona.com)

Da haben alle auf den grossen Wurf gewartet und dann kommt der FCB mit dem 22jährigen David Angel Abraham als Ersatz für Daniel Majstorovic. „Namhaft“ bezeichnet der FCB den Neuzugang in seiner Mitteilung. Nun, einen Namen hat er, wie wir alle, aber ob man Daniel Angel Abraham als namhaft im Sinne des Wortes bezeichnen kann, muss doch offen gelassen werden.

Was soll man davon halten? Man weiss kaum etwas über den Mann und findet auch kaum was. U-20 Weltmeister mit Argentinien war er, 2005. Allerdings wird verschwiegen, dass er an diesem Turnier, wo ein Spieler namens Lionel Messi gross rauskam, kein einziges Spiel bestritt! Zumindest wenn man den Daten der FIFA glaubt.

Erfahren soll er sein, hat aber das letzte Jahr in der 2. Spanischen Liga bei Gimnàstic de Tarragona gespielt. Nun, man kennt die Vorliebe von Christian Gross für argentinische Spieler. Trotzdem: hat der FCB jetzt wirklich ein Juwel gefunden oder war halt nichts anderes auf dem Markt, bei dem der FCB auch finanziell mithalten konnte? Wir werden es wohl nie erfahren.

Die Rechnung wird eh auf dem Platz gemacht und dort muss die neue französisch-argentinische Innenverteidigung mit Marque und „Engel Abraham“ auf Anhieb funktionieren. Denn in wenigen Wochen kommt Göteborg. Lange Einarbeitungszeit kriegen weder Christian Gross noch sein Neuzugang.

Der Transfer zeigt aber einmal mehr, wie schwer es für Schweizer Klubs, selbst den FCB, ist, Spieler eines gewissen Formates zu verpflichten. Wir freuen uns sicher auf David Abraham und hoffen, dass er bald Fuss fasst. Allerdings sollte man den Spieler nicht besser verkaufen als er ist. „Namhaft“ ist dieser Neuzugang sicher nicht.